Maikammer
Acht neue Sozialwohnungen fertiggestellt
Die Gemeinde Maikammer konnte am Dienstag viel Lob einstecken. Als „Vorbildgemeinde“ bezeichnete Dietmar Kurz, Geschäftsführer der Neustadter Wohnungsbaugesellschaft (WBG), die Kommune. Der Grund: ein Neubau mit acht Sozialwohnungen, noch dazu ein Gebäude, das sich von der Architektur her gut einpasst in die Neugasse mit ihren zahlreichen älteren, ortstypischen Häusern. Gebaut hat es die Gerst Projektbau GmbH, die in der Kommune schon etliche Projekte umgesetzt hat und auch plant, ihren Sitz nach Maikammer zu verlegen.
Baukosten „davongaloppiert“
Zunächst war jedoch die WBG als Investorin im Gespräch gewesen, nachdem die SPD 2017 im Gemeinderat das Thema Sozialwohnungen angestoßen hatte. „Es gab Gespräche, die WBG konnte sich vorstellen, auch außerhalb Neustadts zu bauen“, erinnerte Maikammers Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU). Dass es dann doch nicht klappte, habe daran gelegen, dass die Baukosten „davongaloppiert“ seien, und das Projekt für die WBG, eine kommunale Gesellschaft der Stadt Neustadt, nicht mehr darstellbar gewesen sei. „Wir haben dann nach einem Investor gesucht, und ihn in der Gerst Projektbau GmbH gefunden“, so Schäfer.
Angesichts der Höhe der Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt sei das alles andere als selbstverständlich gewesen. „Bei Neubauten sind sie locker doppelt so hoch wie hier.“ Die neuen Mieter in der Neugasse 31, die über einen Berechtigungsschein für den sozialen Wohnungsbau verfügen müssen, zahlen 5,10 Euro pro Quadratmeter.
1,9 Millionen Euro investiert
Der Bau mit einem Investitionsvolumen von 1,9 Millionen Euro ist von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz mit einem Förderdarlehen in Höhe von 45 Prozent der Investitionssumme gefördert worden. Das Besondere an dem Projekt sei, dass die Wohnungen für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes nach den Richtlinien des sozialen Wohnungsbaus vermietet werden müssen, so Schäfer. Üblich sei eine Festlegung auf 20 bis 25 Jahre.
„Wenn jede Gemeinde in der Größe von Maikammer auch nur zwei, drei Sozialwohnungen hätte, hätten wir keinen Mangel mehr“, erklärte Kurz. Maikammer sei jedoch eine Ausnahme, die wenigsten Gemeinden dieser Größenordnung engagierten sich in dem Bereich – in der Region häufig noch nicht einmal die Städte. „Neustadt ist an der Weinstraße die einzige Stadt, die eine Wohnungsbaugesellschaft hat“, so Kurz. Dadurch sei der Druck von außen sehr hoch. Angebote in der Fläche sei deshalb auch im Interesse der WBG. „Das entlastet uns.“
An der Stelle eines „Faselstalls“ entstanden
Der Neubau ist an der Stelle entstanden, an dem zuvor ein sogenannter „Faselstall“ stand – ein Stall, in dem die Gemeinden früher Ochsen oder Ziegenböcke für die Zucht hielten. Das Gebäude war umgebaut worden, die Wohnungen waren jedoch nach Angaben Schäfers in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Ein Bauen im Bestand sei auch deshalb nicht möglich gewesen, weil die Grundrisse nicht jenen entsprochen hätten, die für den sozialen Wohnungsbau erforderlich seien, erläuterte Tim Zoega, Prokurist bei der Gerst Projektbau GmbH.
Die acht Wohnungen sind zwischen 55 und knapp 90 Quadratmeter groß und bereits alle vergeben. Am Montag sollen die ersten Bewohner einziehen. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei, eine davon sogar rollstuhlgerecht.