Kreis Südliche Weinstraße Abklatschen für den Naturschutz
Noch ist der Garten der Kindertagesstätte Rappelkiste in Ilbesheim nicht fertig. Die Kita ist unter anderem im Gespräch mit dem Naturschutzbund Nabu. Der soll Tipps geben, wie die Kita einen Lebensturm errichten kann, eine Nisthilfe für Echsen, Igel und andere Kleintiere. „Außerdem müssen wir noch einen Zaun zur Straße hin stellen, damit die Kleinen überhaupt auf dem neuen Areal spielen können“, berichtet Ulrike Fröhlig-Lentz, Leiterin der Kita. Das Geld dafür dürfte seit Dienstagabend da sein. Der Landkreis Südliche Weinstraße hat die Ilbesheimer Kita mit dem Umweltpreis 2016 für Kinder und Jugendliche ausgezeichnet. Zu dieser Auszeichnung, die der Kreis alle zwei Jahre verleiht, gab’s einen Scheck über 1000 Euro. „Ihr habt bei der Umgestaltung eures Außengeländes ganz toll gearbeitet und alles richtig gemacht“, lobte Landrätin Theresia Riedmaier in ihrer Ansprache. Weil die Kita Naturmaterialien wie Holz verwendet und heimische Sträucher angepflanzt hat. Außerdem waren die Pflastersteine aus dem Boden geholt worden, sodass das Regenwasser seither wieder in den Boden dringen kann. Schon als der zweite Preis feststand und klar war, dass die Rappelkiste gewinnen würde, klatschten sich die Erzieherinnen und die anwesenden Kids der Kita gegenseitig und mit strahlenden Gesichtern ab. Die Mühe hatte sich gelohnt. Anstoß für die naturnahe Umgestaltung war, dass das Gelände einst nur für die älteren Kita-Kinder konzipiert war und nicht für die ein- bis zweijährigen. Dass daraus ein Naturschutzprojekt geworden ist, ist der stellvertretenden Kita-Leiterin Ute Schröder zu verdanken. Sie hatte zuvor eine Schulung zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung gemacht. „Der Umbau war dann aber letzten Endes nicht nur einer für Mensch und Natur, sondern vor allem für die Gemeinschaft.“ So hätten die Kinder zwischen Mai und September kräftig mit angepackt, genauso wie die Eltern. „Wir haben die Eltern in die Planung einbezogen, gemeinsam Materialien beschafft, Modelle angefertigt“, ergänzt Fröhlig-Lentz. „Das war dann mehr Spaß als Arbeit“, sagt Schröder. Spaß hatten die elf vom Kreis ausgezeichneten Schulen und Vereine alle bei ihren Naturschutzprojekten. Das zeigten am Dienstag die ausgestellten Plakate im Foyer des Kreishauses. Da wurden im Lauf des vergangenen Jahres Insektenhotels gebaut, der Erlenbach von Schmutz befreit, Streuobstwiesen angelegt oder Exkursionen zum Thema regionale Produkte veranstaltet. Seit 2004 vergibt der Landkreis den Umweltpreis für Kinder und Jugendliche. Damit soll das Engagement der jüngeren Generationen für den Naturschutz gewürdigt werden, sagte Riedmaier. Zudem solle der Preis auch andere motivieren, sich für die Umwelt und deren Schutz einzusetzen. Die elfköpfige Jury bestand aus der Landrätin, zwei Kreisbeigeordneten und dem Vorstand des Fördervereins zum Schutz und zur Pflege von Natur und Landschaft der Südlichen Weinstraße. |bje