Gossersweiler-Stein
Abgebrochener Ast auf Schulweg: Wäre Gefahr vermeidbar gewesen?
In den Morgenstunden gegen 7.40 bis 7.45 Uhr sei am Mittwoch ein großer Ast abgebrochen und auf den Kastanienweg gefallen, berichtet Hanns-Christian Conrad, der Altbürgermeister von Gossersweiler-Stein, besorgt. Genau jener Weg werde zu dieser Zeit von vielen Kindern als Schulweg genutzt. Kinder seien dort alleine oder mit ihren Eltern zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs.
Der Astbruch hätte vermeidbar sein können, denn wiederholt habe er beim Ortsbürgermeister, bei der Verbandsgemeinde und beim zuständigen Revierförster auf Gefahren an jenem Weg hingewiesen, sagt Conrad. Und zwar schon seit mehreren Jahren. Selbst gefertigte Schilder hätten keine Wirkung gezeigt. Erst vor zwei, drei Wochen habe er eine offizielle Meldung bei der Verbandsgemeinde gemacht, legt Conrad dar und hofft durch die Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit für die dortige Situation zu bekommen.
Unterschiedliche Darstellungen
Doch Gemeinde und Verwaltung sehen kein Versäumnis. Nachdem Ortsbürgermeister Pascal Braun der abgebrochene Ast gemeldet worden sei, sei der betroffene Baum noch am selben Tag entfernt worden, berichtet Sven Gütermann, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Annweiler, nach Rücksprache mit der Ortsgemeinde. Der Astbruch sei entgegen der Behauptung Conrads nicht an besagtem Morgen geschehen, sondern der Ast habe nachweislich bereits am Vorabend auf dem Weg gelegen.
In diesem Zusammenhang sei ein Punkt wichtig: „Der Ast war noch grün“, so Gütermann. Sprich: „Es handelte sich also nicht um (abbruchgefährdetes) Totholz.“ Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde, die Ortsgemeinde und das Forstamt Annweiler würden die Stelle bald bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin begehen, kündigt er an.
Und er ergänzt: Hanns-Christian Conrad habe der Verwaltung Ende Mai 2020 morsche Äste, die über den Kastanienweg ragten, gemeldet. Die Eigentümer seien damals binnen weniger Tage angeschrieben worden, und sie hätten die Äste umgehend entfernt. Weitere Vorgänge lägen seit jener 2020er-Meldung nicht vor, so der VG-Sprecher.