Kreis Südliche Weinstraße 365 000 Mahlzeiten ausgeliefert
Heute genau vor 40 Jahren, am 13. September 1976, rollte zum ersten Mal ein Fahrzeug der Aktion „Essen auf Rädern“ durch Bad Bergzabern. Seither wurden rund 365.000 Mahlzeiten ausgeliefert. Die von protestantischer und katholischer Kirchengemeinde gemeinsam getragene Aktion ist aus dem Leben der Kurstadt nicht mehr wegzudenken.
„Wir haben derzeit rund 30 Kunden, die von uns ihr Mittagessen geliefert bekommen“, erzählt Dorle Paulat, die für die protestantische Seite die Federführung für die Aktion übernommen hat. „Wir liefern 365 Tage im Jahr aus, in Schaltjahren auch an 366 Tagen“, ergänzt Irene Klein, die Verantwortliche auf katholischer Seite. Zwar wolle nicht jeder Kunde an jedem Tag der Woche beliefert werden, aber mehr als 20 Mahlzeiten sind es täglich, die mit dem roten Lieferfahrzeug durch die Stadt transportiert werden. Um Punkt 11 Uhr werden die Mahlzeiten in der Parkklinik mit dem kircheneigenen Auto abgeholt. Seit 2009 wird das Essen in der Küche der Parkklinik zubereitet, nachdem zuvor 33 Jahre lang die Küche des ehemaligen Kreiskrankenhauses Bad Bergzabern für die Zubereitung verantwortlich war. Nach der Fusion der Krankenhäuser in Landau, Bad Bergzabern und Annweiler zum Klinikum Landau-SÜW wurde die Küche nach Landau verlegt. „Da mussten wir was Neues in der Stadt suchen. Mit der Parkklinik sind wir sehr zufrieden“, versichern Paulat und Klein. Eine Mahlzeit kostet 5,50 Euro, es gibt mehrere Menüs zur Auswahl – von Vollkost bis zu verschiedenen Diät-Abstufungen. Wer bis 9 Uhr ein Mittagessen bestellt, wird auf jeden Fall beliefert. Das gilt auch für Neukunden. „Wir versuchen da so flexibel wie möglich zu sein“, sagt Paulat. Wer sich als Neukunde telefonisch anmeldet, erhält zunächst einmal einen Hausbesuch von Dorle Paulat und Irene Klein. Das sei nötig, um die individuelle Wohnsituation kennenzulernen und zu wissen, in welchem Stockwerk der Kunde lebt. Manche Essensbezieher geben den Mitarbeitern von „Essen auf Rädern“ auch einen Haustürschlüssel, damit diese das Essen bis in die Wohnung bringen können. Der soziale Kontakt spielt eine wichtige Rolle. „Wir haben fast ausschließlich ältere Kunden“, sagt Irene Klein, „für manche ist es der einzige Kontakt am Tag.“ Es sei manchmal bedauerlich, dass man nicht mehr Zeit habe, ergänzt Dorle Paulat. Es erfordere viel Fingerspitzengefühl, aber der Zeitplan müsse einigermaßen eingehalten werden. Schließlich wollen alle Kunden zwischen elf und 13 Uhr ihr Mittagessen. Ausgeliefert wird allerdings nur innerhalb der Stadtgrenzen. „Wir bekommen immer wieder Anfragen aus anderen Gemeinden“, erzählt Dorle Paulat, „das müssen dann aber ablehnen.“ Es sei einfach zeitlich nicht zu schaffen, in andere Gemeinden zu fahren. Man stelle dann aber für diese Personen den Kontakt zu anderen sozialen Diensten her, die diesen Service anbieten können. Derzeit hat „Essen auf Rädern“ ein Mitarbeiter-Team von 25 Ehrenamtlichen. An jedem Tag der Woche ist ein Zweier-Team unterwegs – ein Fahrer und ein Austräger. Die Teams wechseln täglich. Alle drei Monate werde die Dienstpläne neu aufgestellt. „Das geht meistens sehr zügig“, bestätigt Irene Klein, „jeder trägt sich ein, so oft er kann.“ Zwei der ehrenamtlichen Essenslieferanten sind noch berufstätig, die anderen sind bereits im Ruhestand. „Wir sind natürlich immer froh über weitere Mitstreiter“, sagen Klein und Paulat. Info —Das Jubiläum von „Essen auf Rädern“ wird am morgigen Mittwoch um 19 Uhr bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Bergkirche gefeiert. —Weitere Infos zur ökumenische Aktion gibt es im Gemeindebüro in der Weinstraße 43, Telefon 06343 7002150, oder bei den beiden verantwortlichen Kontaktpersonen Irene Klein, Telefon 06343 2266, und Dorle Paulat, Telefon 06343 938431. |jpa