Kreis Südliche Weinstraße 23-Jährige übernimmt Regie

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„Jeder soll bei uns essen können, keiner soll überlegen müssen, ob er hier essen kann“, sagt die neue Chefin des Schlosshotels „Bergzaberner Hof“. Saskia Beck etabliert damit ein neues Konzept für das ehemalige Nobelhotel mit Gourmetrestaurant im gehobenen Preissegment in Bad Bergzabern. Frühstück, Mittag- oder Abendessen gibt es ab dem 1. August auf der Terrasse, im Innenhof oder im ehemaligen Gourmet-Restaurant „Walram“.

Ein junges Team von zwölf Mitarbeitern wird sich um die Gäste und die 21 Zimmer des Bergzaberner Hofs kümmern. Die neue Chefin, die das Haus vom ehemaligen Besitzer und jetzigen Pächter Christian Gutland gepachtet hat, ist 23 Jahre alt, wohnt in Lambrecht und hat sich einiges vorgenommen. „Ich habe alles gleichzeitig gemacht“, sagt sie zu ihrem bisherigen beruflichen Werdegang. Einer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau schloss sich das Abitur an, dann das Studium in Betriebswirtschaft, Personal- und Hotelmanagement. Während der Ausbildungen habe sie ihren Lebensunterhalt in der Gastronomie verdient, sagt sie. Ihr Traum: die Selbstständigkeit. Ihre Familie stehe hinter ihr, auch finanziell, sagt sie zu dem aufwendigen Projekt Schlosshotel. „Ich habe mich umgesehen. Als ich vor drei Monaten dieses Haus gesehen habe, da wusste ich, dass ich hier bleibe“, erzählt Saskia Beck im einstigen Gourmet-Restaurant „Walram“ von ihrer Liebe auf den ersten Blick. „Es steckt viel Potenzial in dem Haus, es ist wunderschön“, schwärmt sie. Und ist überzeugt, dass es wirtschaftlich zu führen ist, aber nur mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das viele anspricht und unter Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Die Herzlichkeit der Mitarbeiter und ein gemütliches Ambiente sind die beiden ideellen Grundpfeiler, auf die sie das Haus stellen will. Seit vier Wochen wird aufgeräumt, geputzt und gestaltet, unter anderem soll der überdachte Innenhof zu einem gemütlichen Plätzchen werden. Dass sie mit zwei Insolvenzen der Betreiber vor ihr und den politischen Auseinandersetzungen um die Finanzierung des Hauses ein schweres Erbe übernommen hat, weiß die junge Frau. Dass dies alles mit ihr nichts zu tun hat, aber trotzdem oft in einen Topf geworfen wird, auch. Aber sie glaubt an ihr Konzept und dessen Erfolg. „Wir hoffen, dass uns die Bürger eine Chance geben und offen sind“, ist ihr Wunsch an die künftigen Gäste, von denen sie sich erhofft, dass sie die 80 Plätze im Außenbereich und 40 Plätze im Restaurant füllen werden. „Exzellente Steaks wird es unter anderem geben“, verspricht Koch Uwe Klemm aus Landau, der unter anderem im „Brennofen“ in Ilbesheim gearbeitet hat. Er habe eine Leidenschaft für die Zubereitung von Fleisch, sagt er. Klemm setzt unter anderem auch auf Pasta, Pfälzer Küche, auf regionale und saisonale Produkte. Fertigprodukte sind tabu. Der Kuchen für den nachmittäglichen Kaffee wird selbst gebacken. Im „Marktstübchen“ soll Feinkost angeboten werden, die Bar des Marktstübchens öffnet am Abend und ist für jeden zugänglich. Auch das Buffet am Morgen stehe jedem offen, der seinen Tag mit einem guten Frühstück beginnen wolle, sagt Saskia Beck. Einnehmen könne man das Frühstück auch auf der Terrasse. Ein weiteres Angebot des Hauses ist ein Empfang für die rund 100 Hochzeitspaare, die sich jährlich im Schloss trauen lassen. Und natürlich, falls gewünscht, übernehmen Saskia Beck und ihre Mitarbeiter auch die Hochzeitsfeier. „Wir haben alle Lust drauf“, sagt die Chefin im Kreis ihres Teams zu den künftigen Aufgaben. Noch gibt es viel Arbeit, bis der „Bergzaberner Hof“, der im November vergangenen Jahres schließen musste, am 1. August seine Türen mit ganz neuem Konzept öffnen wird. (pfn)

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