Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Über die Zukunft des Französischunterrichts in den Kitas entscheidet der Kreistag

Wie es ab Sommer 2021 mit dem Französischunterricht in Kitas weitergeht, ist noch offen.
Wie es ab Sommer 2021 mit dem Französischunterricht in Kitas weitergeht, ist noch offen.

„Unwahrheiten“ und „unverantwortliches Schüren von Ängsten“ werfen das rheinland-pfälzische Bildungsministerium und der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Schwarz dem CDU-Landtagsabgeordneten Peter Lerch vor. Können die französischen Sprachkräfte in den Kitas des Kreises weiter bezahlt werden oder nicht? Das ist die umstrittene Frage.

Seit 2009 gibt es das Förderprogramm des Landes „Lerne die Sprache des Nachbarn“. Den Kindern die französische Sprache spielerisch näherzubringen, war und ist das Ziel. In 24 von 74 Kitas im Kreis Südliche Weinstraße arbeiten meist Französinnen als Sprachkräfte. „2019 wurden für den französischen Sprachunterricht 369.000 Euro durch den Landkreis ausgegeben“, teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Das Förderprogramm wurde zugunsten des neuen Kita-Zukunftsgesetzes gestrichen, das ab Sommer 2021 in Kraft tritt. Bezahlt werden sollen die Französischkräfte künftig dann aus dem Topf mit dem Namen Sozialraumbudget.

In einer Stellungnahme gegenüber der RHEINPFALZ („Sprachlehrer bangen um ihre Jobs“ in der Ausgabe vom 22. September) hatte Peter Lerch mitgeteilt, er befürchte, dass dieser Topf nicht ausreichen werde. Lerch kritisiert, dass das Land keine „dauerhafte verlässliche Finanzierung“ für den Französischunterricht mehr anbiete.

Französischkräfte kosten 370.000 Euro pro Jahr

„Französisch spielt in der rheinland-pfälzischen Grenzregion eine große Rolle in Kitas und Schulen. Das ist gut so und wird mit dem Kita-Zukunftsgesetz auch so bleiben“, verspricht das Bildungsministerium in einer Mitteilung. Für besondere Bedarfe wie die Französischkräfte gebe es ab kommendem Jahr das Sozialraumbudget. Für den Jugendamtsbezirk Südliche Weinstraße seien das 1,11 Millionen Euro jährlich. „Hierüber können die Französischfachkräfte bezahlt werden“, informiert Sabine Schmidt, Pressesprecherin des Bildungsministeriums. Zudem gebe es Planungssicherheit, weil über mehrere Jahre mit diesem Budget geplant werden könne. Dass der CDU-Abgeordnete Lerch als ehemaliger Leiter eines Jugendamtes wider besseren Wissens und zum wiederholten Male Ängste schüre, sei unverantwortlich, so das Bildungsministerium.

„Herr Lerch verbreitet zum wiederholten Male Unwahrheiten und schürt damit bewusst Ängste bei den Französischkräften. Das hat mit verantwortungsvoller Politik nichts zu tun“, kritisiert auch Wolfgang Schwarz. Auch er spricht von der Wichtigkeit, die französische Sprache zu lernen, und der Planungssicherheit durch das Sozialraumbudget. Von den 1,11 Millionen Euro, die weiter stetig anwachsen würden, verblieben dem Kreis abzüglich der Gesamtkosten für die Französischkräfte von 370.000 Euro noch rund 800.000 Euro, die sie für weitere Bedarfe einsetzen könnten, so Schwarz.

Verteilung des Sozialraumbudgets noch offen

Vom Sozialraumbudget müssen aber nicht nur die Französischkräfte bezahlt werden, sondern unter anderem auch die Kita-Sozialarbeit, Mehrpersonal für besondere Bedarfe oder auch für Qualitätsentwicklung und Fortbildung. Das Konzept, wie die Mittel in den einzelnen Kitas eingesetzt werden sollen, sei derzeit auch mit Hilfe eines Fachbüros in Vorbereitung, so die Kreisverwaltung.

„Eine Garantie des Landkreises für die künftige finanzielle Sicherstellung des Französischunterrichts in den Kitas kann nur von den Fraktionen der im Kreistag vertretenen Parteien beantwortet werden“, informiert die Kreisverwaltung. Der Kreistag beschließt den Haushalt, in dem auch der Kindergartenbedarfsplan enthalten ist. Auf die Frage, ob das Sozialraumbudget für die verschiedenen Bedarfe ausreiche oder ob die Informationen der RHEINPFALZ zuträfen, wonach eine Lücke von rund 400.000 Euro entstehe, antwortet die Kreisverwaltung: „Es erscheint uns nicht seriös, eine abschließende Bewertung vorzunehmen.“

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