Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Ärztliche Versorgung wird gestärkt

Hier, zwischen Marktstraße und Bahnhofstraße, entsteht das Gebäude.
Hier, zwischen Marktstraße und Bahnhofstraße, entsteht das Gebäude.

Mit dem Bau eines Gesundheitszentrums am „oberen Schnetzweg“ will die Gemeinde Maikammer die medizinische Versorgung auf ein zukunftssicheres Fundament stellen. Neben Ärzten ziehen weitere Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich und der Pflege ein. Am Montag war Baubeginn.

Auch wenn die ärztliche Versorgung in Maikammer durchaus als gut zu bezeichnen sei, beschäftige ihn der Gedanke an ein Ärztezentrum schon länger, sagte Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) beim ersten Spatenstich. Der Grund: Junge Ärzte bevorzugten heute Gemeinschaftspraxen. Darauf hat Schäfer schon bei den ersten Gesprächen über das Projekt hingewiesen. Und von einem Gesundheitszentrum profitiere nicht nur Maikammer, auch die umliegenden Gemeinden hätten einen Nutzen davon.

Ärztegemeinschaft zieht um

In dem vierstöckigen Gebäude wird Platz für zehn bis elf Mieter geschaffen. Die Ärztegemeinschaft Maikammer, bisher in der Marktstraße 43 zu Hause, zieht mit insgesamt sieben Ärzten, darunter Dr. Jürgen Cherdron, Dr. Ulrich Kluger und Dr. Patrick Köhler, in das neue Haus ein. Dazu kommt der Kinder- und Jugendarzt Bernhard Hock aus Dudenhofen. Darüber hinaus werden die Physiotherapiepraxis Kathrin Lange, der Pflegedienst Emma Rottländer (Maikammer) und die Hebamme Sarah Schädler-Aust, ebenfalls aus Maikammer, Räume übernehmen. Mit im Boot ist auch der Hörgeräteakustiker Weyrauch, der unter anderem auch in Landau und Rülzheim vertreten ist. „Die Schaffung der Voraussetzungen für die Genehmigung eines Neurologensitzes haben wir noch nicht aufgegeben“, sagte Schäfer. Der Bedarf für einen solchen Sitz sei aus Sicht der Gemeinde „unbedingt gegeben“. „Wir werden daran weiter arbeiten.“

Mehr zum Thema

100334
Einwurf

RHEINPFALZ Plus Artikel
Rechtzeitig die Weichen gestellt

„Wir freuen uns darauf, loslegen zu können“, sagte Jürgen Cherdron als Sprecher der Ärztegemeinschaft. Es freue ihn besonders, dass kein reines Ärztehaus entstehe, sondern ein umfassendes, patientenorientiertes Versorgungszentrum. „Das ist ein Leuchtturmprojekt.“

„Attraktiv für Ärzte“

Thomas Gebhart, CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium, wies darauf hin, dass in den kommenden Jahren etliche niedergelassene Ärzte in den Ruhestand wechselten. „Darauf müssen wir Antworten finden.“ Die Gemeinde Maikammer habe sich auf den Weg gemacht und überlegt, wie sie für Ärzte attraktiv werden könnte. Die schon jetzt gute Infrastruktur verbessere sich damit weiter. „Das ist das Ergebnis von klugen Entscheidungen über einen langen Zeitraum“, lobte Gebhart seine Parteifreunde vor Ort.

„Die Gesundheit ist ein hohes Gut, für viele Menschen das höchste“, sagte Verbandsbürgermeisterin Gabriele Flach (CDU). Maikammer sei in der Versorgung mit Ärzten, Apotheken und Pflegeangeboten bereits jetzt gut aufgestellt. Mit dem neuen Gesundheitszentrum komme ein weiterer, wichtiger Mosaikstein hinzu.

Investition von 5,5 Millionen Euro

Nach Angaben des Investors, der Gesundheitszentrum Maikammer UG & Co. KG, fließen rund 5,5 Millionen Euro in das Projekt. Hinter der Gesellschaft steht die Gerst Projektbau GmbH mit Geschäftsführer Ralf Uhl. Das Unternehmen, das seinen Sitz noch in Edenkoben hat, aber nach Maikammer ziehen wird, hat bereits andernorts Ärztehäuser gebaut, etwa in Frankenthal und Edenkoben. Geplant wurde das Projekt vom Architekturbüro Michael Gooss aus Neustadt.

Die Fertigstellung des Zentrums ist für Oktober 2022 geplant. Auf den Weg gebracht hat der Gemeinderat das Vorhaben im November 2019. Im Januar 2020 waren die Pläne vorgestellt worden.

x