Edesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ärger über Kundendienst von Deutsche Glasfaser

Die Deutsche Glasfaser ist südpfalzweit aktiv, um Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen.
Die Deutsche Glasfaser ist südpfalzweit aktiv, um Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen.

Erst stockt der Glasfaserausbau im Ort, dann reagiert der Kundendienst der Deutschen Glasfaser nicht auf Anfragen. Das berichtet ein Edesheimer, der aus beruflichen Gründen zu Hause auf schnelles Internet angewiesen ist. Wieso der Informatikkaufmann sich noch länger gedulden muss, als ihm lieb ist.

Wie bei einigen anderen im Dorf liegt auch am Anwesen von Jürgen Graf ein orange-rotes Leerrohr, das nur darauf wartet, ins Haus geführt zu werden. Einen Termin für die Bohrarbeiten, die unter anderem für den erfolgreichen Anschluss ans Glasfasernetz notwendig sind, gebe es nicht. Schließlich habe sich die Baufirma bei ihm noch nicht gemeldet. Überhaupt ist der Edesheimer froh, wenn ihn sein Anbieter mit Informationen versorgen würde. Gemeint ist die Deutsche Glasfaser GmbH, die in weiten Teilen der Südpfalz den Breitbandausbau in ihren Händen hat.

Vor anderthalb Jahren hat Graf einen Vertrag mit dem nordrhein-westfälischen Unternehmen abgeschlossen. In der Hoffnung, dass er zu Hause bald schnelles Internet hat. Der Edesheimer hat das Glück, am heimischen Schreibtisch arbeiten zu können, und das seit mittlerweile zwei Jahren. Er schätzt die lange Zeit im Homeoffice – vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Graf leidet an einer Immunschwäche. Die Krankheit kann alle Organe treffen, bei ihm sind es die Atemwege und die Ohren. Vor diesem Hintergrund kommt es Jürgen Graf ganz gelegen, dass er nur noch selten ins Büro nach Mannheim muss und dadurch auch die Gefahr geringer ist, sich auf der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mit Corona zu infizieren.

„Kundenbetreuung sieht anders aus“

Um einigermaßen im Netz arbeiten zu können, setzt er auf einen LTE-Router. Die Internetverbindung in seinem Haus sei dennoch stark schwankend. „Was ab und an nicht gerade angenehm ist, wenn ich große Datenmengen an die Kunden senden muss.“ Ein anderer Anbieter als die Deutsche Glasfaser sei für ihn auf Dauer keine Alternative, da diese nicht genügend Bandbreite liefern können. Allerdings lasse das Unternehmen in Sachen Kundenbetreuung etwas zu wünschen übrig. „Es wäre schön, wenn ich mal einen verlässlichen Fertigstellungstermin bekommen könnte“, sagt Graf.

Seit September vergangenen Jahres habe er fünf Mal bei der Deutschen Glasfaser nach dem aktuellen Stand gefragt. Anfangs wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten in wenigen Monaten beendet sein werden. Später hieß es, der Anschluss sollte im zweiten Quartal dieses Jahres stehen. Zwei andere Male sei auf seine Anfrage nicht reagiert worden. „Guter Kundensupport sieht anders aus“, findet Graf. „Langsam frustet das Ganze nur noch. Besonders wenn ich durch andere Orte fahre und Schilder von der Deutschen Glasfaser sehe bezüglich des Glasfaserausbaus.“ Von Internet in Lichtgeschwindigkeit ist sein Wohnort noch entfernt.

Zwei Mal Ausbau unterbrochen

Edesheim und der Glasfaserausbau – das ist eine Geschichte für sich. Zwei Mal wurden die Arbeiten unterbrochen: Im Sommer vergangenen Jahres wurde pausiert, weil es hinsichtlich der Qualität der ausgeführten Arbeiten Gesprächsbedarf zwischen der Firma und der Verbandsgemeinde-Verwaltung Edenkoben gab. Im Frühjahr dieses Jahres machte der Telekommunikationsanbieter einen Schnitt, weil er „die PS nicht mehr auf die Straßen“ bekam und sich neu strukturieren wollte.

Ein Unternehmenssprecher bezeichnet den Glasfasernetzausbau generell als ein komplexes Projekt: „Zeitweise Belastungen, Verzögerungen oder Schäden während der jeweils mehrmonatigen Bauphase lassen sich aufgrund der Komplexität und hohen Bauintensität trotz exakter Planung und Vorsorge nicht immer gänzlich vermeiden.“

Wann sind die Arbeiten beendet?

In Edesheim habe der Baupartner etwa die Hälfte der Tiefbauarbeiten im Dorf erledigt. „Der aktuelle Fokus liegt auf dem Bau von sogenannten Unterverteilern.“ Von diesen führen die Glasfaser-Kabel bis in jede Straße und zu den einzelnen Haushalten. Momentan wird auch an einer Querung der Eisenbahn- und Staatsstraße gearbeitet. „Nach der Umsetzung dieser Querungen sollen unsere Kunden sukzessive aktiviert werden“, sagt der Unternehmenssprecher, ohne jedoch zeitliche Angaben zu machen.

Beim Thema Kundenkontakt gesteht der Pressesprecher, dass es bei der Beantwortung einer Anfrage von Jürgen Graf „einen unerfreulichen zeitlichen Verzug“ gegeben hat. Ob es nun Zufall ist oder nicht, erhielt der Edesheimer unmittelbar nach der RHEINPFALZ-Anfrage bei der Deutschen Glasfaser eine erhoffte Rückmeldung – mit einer für ihn demotivierenden Nachricht. „Wir haben Ihr Anliegen überprüft und der Anschluss ist für das dritte Quartal 2023 geplant.“ Also noch mal mindestens ein Jahr warten. „Das ist nimmer witzig“, sagt Graf enttäuscht.

Graf hofft derweil, dass die Straße bis zu den Restarbeiten kommendes Jahr nicht mehr aufgebaggert werden muss. Er befürchtet, dass die Witterung dem Leerrohr an seiner Hauswand zu stark zusetzt. Die Firma Deutsche Glasfaser sieht keinen Grund zur Sorge. Ihr ist bislang nicht bekannt, dass sich der Zustand der Leerrohre verschlechtert, wenn sie Wind und Wetter ausgesetzt sind.

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