Triathlon
Zwei Ausdauer-Athleten im Porträt: Alina Schmitt und Erik Lemke
Alina Schmitt kam über das Laufen zum Triathlon. An der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Kaiserslautern arbeitet sie als pädagogische Koordinatorin mit den Fächern Sport und Religion. Beruf, Familie – die 41-Jährige ist alleinerziehende Mutter von drei Jungs, 14, elf und neun Jahre alt – sowie den Sport bringe sie unter einen Hut, weil sie die Unterstützung ihrer Eltern habe. „Ich muss viel organisieren und planen, um alles zu bewältigen. Doch Disziplin gehört dazu und ein wenig gesunder Egoismus.“
Sind die Kinder im Fußballtraining oder beim Schwimmen, nutzt sie diese Zeit, um zu trainieren. Mit 18 hatte sie bereits einen Schultriathlon gemeistert. Selbst während der Schwangerschaftsphasen blieb sie stets im Training. Den ersten Halbmarathon lief sie 2018 in Saarbrücken in 1:45 Stunden, mittlerweile verbessert auf 1:42 in St. Wendel und Mainz. Sie setze sich ein neues Ziel: einen Marathon unter vier Stunden laufen, zehn Kilometer in 45 Minuten.
„Halber Ironman“ als Ziel
Mit Carolin Schwarz als Trainingspartnerin läuft sie seit 14 Jahren dreimal wöchentlich. Beide nehmen am 18. September erstmals am Team-Duathlon in Kusel teil. Schmitt ist auch Mitglied im dortigen Laufclub Athlon. Beim ersten Triathlon-Wettbewerb über die Sprintdistanz hat sie in ihrer Altersklasse Platz eins belegt, war Zwölfte der Frauenwertung. „Wöchentlich absolviere ich derzeit fünf bis sechs Einheiten – grob nach Trainingsplan.“ Ihre Leistung steigere sie auch, in dem sie sich im Intervalltraining quäle.
Auf ihrer 40 Kilometer-Hausstrecke mit dem Rad ist sie immer wieder nach St. Wendel und zurück unterwegs. Auch die Glantal-Potzberg-Runde oder Wochenendtrips von bis 150 Kilometern am Tag auf dem Rennrad sind stehen immer wieder auf dem Programm. Wie fit sie ist, bewies Schmitt, indem sie mit dem Rad über die Alpen nach Venedig fuhr, dabei gut 1200 Kilometer und 6000 Höhenmeter bewältigte. Insel-Umrundungen auf Sardinien, Sizilien, Kreta mit ihrem Lebensgefährten, Vesuv- und Ätna-Tour hinterließen zudem bleibende Eindrücke.
Eine besondere Herausforderung steht aber jetzt ganz in der Nähe an: Am Sonntag, 5. September, will sie am Bostalsee zum Triathlon über die olympische Distanz starten, ehe sie vom 24. bis 26. September das Trail-Wochenende in Zell am See verbringt. Ihr Ziel ist es, in zwei bis drei Jahren beim „halben Ironman“ in Lissabon dabei zu sein.
Vom Wandern zum Marathon
Erik Lemke war zwölf Jahre lang Zeitsoldat und kam eher zufällig zum Marathonlauf. Es begann mit einer 24-Stunden-Wanderung 2016. Nach 19 Stunden und 71 Kilometern musste er mit Schmerzen abbrechen. Aber dann kam der Gedanke: „Wer so weit wandern kann, kann auch Marathon laufen“. Dafür benötigte Lemke ein Jahr Vorlaufzeit und drei Monate Intensivtraining. Als Vorbereitung nahm er an Halbmarathons in St. Wendel und Stuttgart teil. Bei seinem ersten Marathon in Köln 2017 lief er nach 3:30:04 Stunden ins Ziel. Sein Fazit damals: „So etwas mache ich nie wieder“. Doch ein paar Wochen später wurde sein Ehrgeiz erneut geweckt, und er registrierte sich für den größten Marathon Deutschlands.
Beim Berlin-Marathon ins Ziel gelangt
Das Los entschied für Lemke, er beim Berlin-Marathon 2018 dabei. Danach war er Feuer und Flamme und setzte sich eine Zeit unter 3:30 Stunden als Ziel. Den Hamburg-Marathon 2019 schaffte er in 3:27:39 Stunden. Auch die Herausforderung einer 24-Stunden-Wanderung über 100 Kilometer bewältigte er beim sogenannten Mammutmarsch in München in 21 Stunden. Obwohl sich Lemke als ambitionierter Hobbyläufer sieht, will er die fünf größten Marathons in Deutschland laufen. Nur Frankfurt und München muss er noch „finishen“.
Mit dem Rad nach Amsterdam
Lemke trainiert in den Vorbereitungen fast täglich, mit erhöhter Intensität am Wochenende. Seine Hausstrecke, 21 Kilometer, führt zum Ohmbachsee und zurück nach Hause. Radfahren kommt nicht zu kurz, im Sommer fuhr Lemke mit einem Kumpel mit dem Rennrad in die Nähe von Amsterdam – vier Tage, 580 Kilometer.
Sich immer wieder zu steigern, ist Lemkes Ziel. Im nächsten Jahr steht der Radmarathon Tannheimertal in Österreich auf seinem Plan. 220 Kilometer sind zu bewältigen. Auch einen Mammutmarsch will er noch einmal machen. Und dann sind da die Marathons in Frankfurt und in München, die noch auf seiner Liste stehen.