Kreis Kusel Zittern bis nach dem letzten Spieltag

Ums Haar hätten die Fußballer des TuS Bedesbach-Patersbach eine unsanfte Landung hingelegt – wie in dieser Szene Kapitän Sebasti
Ums Haar hätten die Fußballer des TuS Bedesbach-Patersbach eine unsanfte Landung hingelegt – wie in dieser Szene Kapitän Sebastian Koch (weißes Trikot) in der Partie gegen den FC Fehrbach. Den Fehrbachern allerdings verdanken die Bedesbacher nun teilweise, dass sie nicht in die A-Klasse purzeln.

«BEDESBACH.» Rettung in letzter Minute? Nein, sogar noch ein bisschen später. Lange zittern mussten Kicker, Betreuer, Verantwortliche und Anhang des TuS Bedesbach-Patersbach, ehe der Bezirksliga-Verbleib erst eine quälend lange Weile nach dem letzten Spieltag unter Dach und Fach war. Nur dank der denkbar günstigen Aufstiegs-Konstellation bleibt der TuS in der Klasse – und hält dort fortan als einziges Team aus dem Kreis Kusel die Stellung.

Die SG Jettenbach-Eßweiler-Rothselberg ist weg, A-Klassen-Vizemeister TuS Schönenberg hat den Aufstieg via Relegationsrunde nicht gepackt. Und weil der SV Nanz-Dietschweiler weiterhin in der Landesliga kickt, ist die Rangliste klar: Die Mannschaft aus dem Glantal ist fußballerisch die unangefochtene Nummer zwei im Kreis. Sich diesen Rang für ein Jahr zu sichern, das aber hat Kraft und Nerven gekostet. Und einen Trainer. Denn die Ära des Nachfolgers von Erfolgscoach Bernd Ludwig, Joachim Felka, dauerte nur ein gutes Dreivierteljahr. Trennungen wegen Erfolglosigkeit sind in reinen Amateurklassen noch eher selten, die Ausnahme machten in der vergangenen Runde beide Bezirksligisten: Beide zu Saisonbeginn mit neuen „Besen“ an der Bande, zogen die Jettenbacher schon kurz vor der Winterpause die Notbremse. Die Bedesbacher wollten es im neuen Jahr mit neuem Schwung versuchen. Das Vorhaben aber misslang. Und im März war für Felka vorzeitig Feierabend. „Manchmal passt es eben nicht. Ich kann dem Trainer keinen Vorwurf machen...“, kommentierte TuS-Vorsitzender Andreas Leyser die Trennung. Zwar war der Auftakt ins neue Jahr geglückt, da hatte der TuS dem späteren souveränen Meister VfB Reichenbach Anfang März ein 2:2-Remis abgetrotzt. Nach der folgenden Heimniederlage gegen Aufsteiger SG Oberarnbach/Obernheim-Kirchenarnbach aber kam es zum Fiasko: Die Bedesbacher hatten just gegen Felkas „altes“ Team eine Art fußballerischen Offenbarungseid geleistet und verloren bei Olympia Ramstein mit 1:5. Ausgerechnet bei der Mannschaft, die zu Saisonbeginn der bisherige Bedesbacher Erfolgstrainer Bernd Ludwig übernommen hatte, erlebte Felka die schwärzeste Stunde seiner kurzen Zeit in Bedesbach. Bei den mit im Abstiegskampf steckenden Ramsteinern, die er zuvor 20 Jahre lang gecoacht hatte, ging gar nichts. Ludwig, der den TuS von der B-Klasse in die Bezirksliga gehievt, einen Kreispokalerfolg gefeiert und die Glantaler sechs Jahre lang betreut hatte, war nach der Premierensaison in der Bezirksliga auf eigenen Wunsch gegangen. Allerdings sollte sich der Tausch auf den Trainerbänken nicht auszahlen. Der Vorstand sah sich in Zugzwang, musste handeln, wurde aber auf der Suche nach einem „Feuerwehrmann“ zunächst nicht fündig. Eine externe Lösung hätten die Bedesbacher bevorzugt; schließlich aber fand sich der spätere „Retter“ im eigenen Sportheim. Stephan Bollenbacher, langjähriger Leistungsträger der Aktiven und inzwischen zum stellvertretenden Vorsitzenden weg vom Trainingsplatz rauf in die Funktionärsetage gerückt, übernahm das Kommando. Bollenbacher gelang es, der verunsicherten Truppe umgehend wieder den Glauben an sich selbst zu geben. Unter Felka hatte die Mannschaft dem Vernehmen nach nicht schlecht gekickt, jedoch allzu schnell die Köpfe hängen lassen. Notnagel Bollenbacher nahm sich Zeit, die Kicker einzeln wieder aufzurichten. Und er feierte einen prima Einstand. Musste wohl auch Rückschläge hinnehmen, brachte die Mannschaft aber wieder auf Kurs. Auch wenn es nun nicht gerade zu einem Husarenritt kam. Vielmehr wurde es am Ende noch einmal verdammt eng: Mit dem allerletzten Abpfiff einer insgesamt enttäuschenden Saison stand der TuS auf einem Abstiegsplatz. Bei einer turbulenten Partie beim FV Weilerbach waren die Gäste in der Nachspielzeit zum Ausgleich gekommen, sahen sich aber nach 95 Minuten endgültig im Hintertreffen und in Gedanken schon in der A-Klasse. Bei einem Punktgewinn hätte der TuS zumindest ein Entscheidungsspiel erreicht. So aber hieß es zittern: Aus eigener Kraft war das Ticket für die kommende Runde nicht mehr zu lösen. Das Happy-End ist bekannt: Eine Etage höher schaffte der TuS Rüssingen den Aufstieg – wobei die Bedesbacher mithalfen, den Regelverstoß von Rüssingens Gegner Wormatia Worms II ruchbar werden zu lassen. Die Wormser hatten unerlaubterweise einen Regionalligaspieler in der Relegation eingesetzt. Der SV Nanz-Dietschweiler blieb in der Landesliga, beanspruchte keinen zusätzlichen Platz in der Bezirksliga. Als sich dann noch der FC Fehrbach über zwei Aufstiegsspiele in die Landesliga verabschiedete, war Bedesbach gerettet. Nun soll Wolfgang Lang, der im Mai noch schnell die Spesbacher in die A-Klasse hievte, dafür Sorge tragen, dass dem TuS eine solche Zitterpartie in der nächsten Runde erspart bleibt. Platz acht, wie ihn Bernd Ludwig in der Runde 2015/2016 schaffte, ist nicht der Maßstab. Derart eng wie im Mai soll es aber auch nicht zugehen.

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