Kreis Kusel „Wir müssen wieder ekliger werden“

Am Boden sind Jonas Fehrentz (rechts, gegen Meisenheims Christoph Lawnik) und der SV Nanz-Dietschweiler noch lange nicht. Es hat
Am Boden sind Jonas Fehrentz (rechts, gegen Meisenheims Christoph Lawnik) und der SV Nanz-Dietschweiler noch lange nicht. Es hat zur Winterpause schon schlechter ausgesehen für das Team von Jochen Pfaff. Wer Pfaffs Nachfolger wird, ist noch nicht klar.

«NANZDIETSCHWEILER.» Trotz einer kleinen Niederlagenserie an den Spieltagen acht bis zehn sah es bis Mitte Oktober richtig gut aus für den SV Nanz-Dietschweiler in der Landesliga West. Seit dem 2:0-Auswärtssieg bei den VB Zweibrücken am 22. Oktober wartet der SVN aber auf einen weiteren Punktgewinn.

Die Bilanz bis dahin: vier Siege, drei Unentschieden, vier Niederlagen – durchwachsen, aber gleichbedeutend mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld. Doch seither setzte es Niederlagen in Serie gegen Meisenheim, Eppenbrunn, Baumholder, beim TSC Zweibrücken und zuletzt die so bittere Last-Minute-Pleite gegen Reichenbach. Die Spiele gegen Hüffelsheim (Nachholtermin 25. Februar) und Rodenbach (31. März) sind witterungsbedingt ausgefallen. Nach den besten Spielen seiner Elf in der bisherigen Saison gefragt, antwortet Trainer Jochen Pfaff sofort: „Der Sieg gegen Rodenbach und das Unentschieden beim TSC Zweibrücken. Da waren wir richtig stark.“ Als bislang schlechteste Partien wertet er die Auftritte beim Hinspiel in Reichenbach (2:6-Niederlage) und in Fehrbach (1:6). „Gerade die letzte Niederlage im Rückspiel gegen Reichenbach spiegelt unsere komplette Hinrunde wieder: Die Mannschaft spielt mehr als nur gut mit, bestimmt die Partie sogar über weite Strecken, lässt aber zu viele Chancen liegen und geht am Ende als unglücklicher Verlierer vom Platz.“ Doch Pfaff sah in der Hinrunde auch Positives: „Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren fußballerisch klar weiterentwickelt – und wenn wir in Führung gehen, verlieren wir nie.“ Das Problem: Der SVN geht eben zu selten in Führung, macht generell zu wenig aus den eigenen Gelegenheiten. Es fehlt ein Knipser, ein Unruheherd in vorderster Front, den die gegnerische Abwehr nie ganz aus den Augen lassen kann und der allein durch seine Präsenz Räume für die Mitspieler schafft. „Eduard Deschtschenja wäre ja so einer – aber ihn brauche ich hinter den Spitzen oder gar im defensiven Mittelfeld“, hadert Pfaff. Und Neuzugang David Pribula hat seine Qualitäten bereits mehrfach angedeutet, sucht in seinem ersten Jahr als aktiver Vereinsfußballer aber noch so ein wenig nach seiner Rolle im Team. Zur Winterpause steht der SV Nanz-Dietschweiler auf dem viertletzten Tabellenplatz – was nach jetzigem Stand der Dinge für den erneuten Klassenverbleib reichen würde. Dennoch steht bereits fest, dass sich die Wege von Coach Jochen Pfaff und dem SV Nanz-Dietschweiler am Saisonende trennen werden – auf Beschluss von Vereinsseite. Weniger klar ist hingegen, ob Pfaffs Nachfolger einen Landesligisten übernehmen wird: „Nichts anderes erwarte ich. Das ist das Ziel“, sagt Pfaff und fügt entschlossen hinzu: „Das haben wir zweimal zusammen geschafft, und wir werden es auch ein drittes Mal gemeinsam schaffen.“ Die Gründe für die Misserfolge der jüngeren Vergangenheit liegen für Pfaff auf der Hand: „Zum einen haben wir da gegen Mannschaften gespielt, die ganz oben stehen, und zum anderen sorgt der kleine Kader seit Mitte September für Probleme.“ Zeitweise stünden im Training nur zehn bis zwölf Spieler der Ersten zur Verfügung, was auch taktische Übungen erschwere. Unter anderem am taktischen Verständnis soll dann auch in der Vorbereitung gearbeitet werden, die schon am 12. Januar beginnt. „Natürlich liegt das Hauptaugenmerk auf Kraft, Ausdauer und spielerischen Elementen. Wir haben uns dazu entschlossen, viele Testspiele zu bestreiten“, erklärt Pfaff. So könne er nicht nur jedem Spieler Einsatzzeit geben, sondern auch taktische Dinge ausprobieren. „Ich werde nicht müde zu betonen, dass wir in dieser Klasse nur als eingeschworene Einheit eine Chance haben. Jeder Spieler darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen, sondern muss den Verein und das gemeinsame Ziel in den Vordergrund stellen“, fordert Pfaff. Zudem gelte es, die individuellen Fehler abzustellen, die für so manches Gegentor verantwortlich waren, und vor dem Tor kaltschnäuziger zu sein. „Und wir müssen für den Gegner wieder ekliger werden. Es darf keinen Spaß machen, gegen uns zu spielen“, sagt Pfaff entschlossen. An welcher Seitenlinie der Trainer in der kommenden Saison stehen wird, ist bislang ebenso unklar wie die Personalie seines Nachfolgers in Nanzdietschweiler. Die Gerüchte um eine Doppelspitze mit Ex-SVN-Coach Wolfgang Lang und Benni Fuchs, der den SVN vor der Saison als Spielertrainer in Richtung Spesbach verließ, sind seit Langs Verlängerung beim TuS Bedesbach-Patersbach passé. Seit vergangener Woche neu in der Gerüchteküche: Bernd Ludwig, der sein Amt bei Olympia Ramstein überraschend mit sofortiger Wirkung niedergelegt hat.

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