Lohnweiler
Wie Lohnweiler seinen „Dritten Ort“ zukunftsfest machen will
Um das Miteinander vor Ort zu stärken und einen Ort für Zusammenkunft, Austausch und Gemeinschaft zu schaffen, hat das Smart-City-Projekt „Land l(i)eben“ die Initiative „Dritter Ort“ gestartet. Ein solcher Platz soll neue Formen der Begegnung ohne Konsumzwang schaffen. Die Bezeichnung kommt aus der Soziologie und meint einen Ort, an dem Menschen neben Familie (erster Ort) und Beruf (zweiter Ort) zusammenkommen – das kann ein Dorfgemeinschaftshaus sein, aber auch ein Mehrgenerationenplatz oder eben, wie in Lohnweiler, ein Digifit-Parcours. Land l(i)eben will mit dazu beitragen, Bürgerhäuser und Außengelände in Dörfern neu zu beleben und den Zusammenhalt zu stärken.
Vor den Sommerferien waren deshalb die Kommunen im Landkreis aufgerufen worden, sich bis Mitte August für einen „Dritten Ort“ im eigenen Dorf zu bewerben. Ortsbürgermeister Markus Müller hatte sich nicht lange bitten lassen und Lohnweiler als eine von 32 Kommunen im Kreis angemeldet. 20 von ihnen werden in den kommenden Wochen nach Rückfragen und Gesprächen zu ihren Ideen und Vorstellungen sowie anhand festgelegter Kriterien ausgewählt, dürfen sich beispielsweise über eine digitale Grundausstattung wie Beamer und Leinwand für ihr Dorfgemeinschaftshaus freuen.
Einwohner sollen in Projektskizze eingebunden werden
Für Lohnweiler heißt das nun, eine Projektskizze für einen „Dritten Ort“ mit langfristigem Nutzen als Raum der Begegnung zu entwickeln und einzureichen. Ratsmitglied Claudio Bazzato möchte das Thema komplett offen für neue Ideen angehen und „Leute aus dem Ort einbinden. Die Einwohner haben gute Ideen.“ Mit den daraus entwickelten Vorschlägen will sich die Gemeinde dann an „Land l(i)eben“ wenden.
Davon abgesehen gibt es aber auch am Digifit-Parcours noch einiges zu tun. Das Gelände wurde Ende Juni unweit des Feuerwehrgerätehauses, des Bolz- und Spielplatzes eröffnet. Auf dem Areal musste die Rampe für die Seilbahn entfernt werden, größere Unebenheiten und erste Setzungen wurden ausgeglichen. In etwa einem halben Jahr soll die Situation erneut betrachtet werden, denn Müller möchte vermeiden, dass die Gemeinde irgendwann für potenzielle Mängel aufkommen muss.
Was am Digifit-Parcours noch zu tun ist
Hinfällig geworden sei der Plan, den Rutschenturm zu versetzen. Zum einen seien die Pfosten faul gewesen, zum anderen gelte der Bestandschutz mit zwei Metern Fallhöhe nicht mehr. Inzwischen seien noch maximal 1,50 Meter erlaubt, deshalb sei die Rutsche nicht mehr nutzbar. Vorsorglich sind im Haushalt Mittel in Höhe von 10.000 Euro für die Spielplatzsanierung eingestellt worden. In erster Linie gehe es dabei um den maroden Zaun. Die benötigten Materialien sollen besorgt und die Arbeiten im Herbst/Winter in Eigenregie ausgeführt werden.
Passend zum Spielplatzkonzept sollen möglichst Hölzer aus dem eigenen Wald verwendet sowie langlebig mit ordentlichem Fundament eingebracht werden. Das Gute: Die Ortsgemeinde hatte im Rahmen der Hebesatzdiskussion festgestellt, dass die 30 Prozent, die für freiwillige Leistungen ausgegeben werden dürfen, in den Planungen noch nicht ausgereizt wurden. Somit könnte diese Maßnahme „hebesatzunschädlich“ – also ohne Auswirkungen auf die Grundsteuer – umgesetzt werden. Ferner hat die Gemeinde für 2026 über das Regionale Zukunftsprogramm 20.000 Euro für Reparaturmaßnahmen am Bolzplatz eingestellt.