Kreis Kusel Wettschwimmen um Rang drei
«WOLFSTEIN.» „Wenn man schon im Pool um Platz drei mitschwimmt ...“: Den Worten von Rowo-Coach Benjamin Emrich ist klar zu entnehmen: Die Kicker der TSG Wolfstein-Roßbach linsen Richtung Rang „Best of the Rest“. Dass in der A-Klasse noch einer am FV Kusel und dem FC Queidersbach rütteln kann – höchst unwahrscheinlich. Die Top-Teams der Liga werden wohl einsam Spiel für Spiel um Titel und Relegationsteilnahme rangeln. Nun gibt’s zwar nichts Greifbares für Rang drei, doch macht es halt optisch einiges her. Neben den Rowos sehen das auch die Fußballer der TSG Burglichtenberg so. Am Montag (Anstoß 15 Uhr) kommt es zum direkten Duell.
Die Rowos haben es erst einmal noch mit einem anderen Top-Team zu tun: Heute führt die Fahrt zur SG Bruchmühlbach-Miesau, heißester Anwärter auf besagten dritten Platz und momentan auch dort thronend. Zwei Tage später dann das Duell mit den „Dälern“: hammerhartes Programm. Das aber nicht unbedingt zum Nachteil gereichen muss, wie Christian Alexander meint: „Die Wolfsteiner haben die günstigeren Bedingungen, haben besser trainieren können und mehr Spiele ausgetragen. Von daher bin ich mir sicher, dass die konditionsstärker, spritziger, einfach fitter sind“, meint der Spielleiter der TSG. Alexander stand gestern anstelle von Spielertrainer Fabian Schmidt Rede und Antwort. Schmidt und einige Kameraden haben die Gelegenheit genutzt, bei einem Kurztrip zu entspannen, vielleicht auch Kraft zu tanken. „Fabian hat momentan etwas Ladehemmung, ist nicht ganz fit. Das gilt auch für Sebastian Strauß“, spricht Alexander einen weiteren Nachteil an, den die TSG von der Burg zum Duell beim Namensvetter an der Lauter mitbringt. Strauß dürfte allerdings hochmotiviert in die Partie bei seiner ehemaligen Mannschaft gehen, bei der er als Trainer gewirkt hat. Im Spätherbst 2016 hatten Schmidt und Co. in Wolfstein eine klasse Darbietung gezeigt und mit einem 3:0-Erfolg die Punkte geholt. Die „Rowos“ waren damals chancenlos gegen die taktisch klug agierenden Gäste. Da hatte das Trainer-Tandem Schmidt und Claus Wolf die Hausherren wahrlich überrascht und praktisch an die Wand gespielt. Im Hinspiel dann hatte die Burg-TSG ebenfalls die Oberhand behalten. Am 1. September siegte die Schmidt/Wolf-Elf mit 2:0. „Das war am Messefreitag abends, eins der Spiele aus unserer Traumstart-Serie“, blickte Alexander zurück. Da lief alles nach Maß. Doch auch wenn die TSG nach fulminanter Siegesserie seither etwas an Boden verloren hat: „Das ändert gar nichts; wir spielen eine überragende Saison“, betont der Spielleiter. „Was die Mannschaft mit den bescheidenen Mitteln, die wir hier haben, erreicht hat, ist schon klasse.“ Jene Mannschaft hat laut Alexander gegen den FV Ramstein verdient gewonnen (1:0), gegen bärenstarke Spesbacher ebenso verdient verloren. „Da sind wir untergegangen“, so Alexanders Kommentar zum 1:4. Untergegangen war in Wolfstein vor Wochenfrist Lokalrivale SV Lauterecken. Der 9:1-Erfolg war „mehr als hochverdient. Da hätten doppelt so viele Tore fallen müssen“, sprach Benjamin Emrich am Donnerstagabend aus Portugal klare Worte. Emrich weilt in Urlaub, verlässt sich über Ostern ganz auf seinen spielenden Trainerkollegen Johannes Schell. „Schello“ ist wieder bestens in Schuss, gegen die Veldenzer schnürte der Jung-Coach einen Fünferpack. Wenn auch dieser Sieg eher Spaziergang denn echter Maßstab war, so sieht Emrich sein Team doch auf gutem Wege. Wohin der führen soll? „Klar, wenn Platz drei greifbar ist ... Aber vor allem will ich, dass wir gut Fußball spielen“, sagt Emrich, der das Spiel der Wolfsteiner über lange Jahre maßgeblich geprägt hat, jetzt auch als Trainer einen Stempel aufdrücken will. Das klappt zusehends besser. Dass nach vorzüglichem Start mit überzeugenden Tests und einem 5:1-Jahresauftakterfolg gegen den TuS Schönenberg der Heim-Ausrutscher gegen Kellerkind SV Steinwenden II einen Knick bescherte – sei’s drum. „Aus Fehlern lernt man“, sagt Emrich. Dass die Ziele in der kommenden Runde womöglich neu gefasst werden, mag er nicht verhehlen. Vorn mitspielen – klar. „Da kommt aber das typische Rowo-Problem hinzu: die Portion Übermut“, gibt der Coach zu bedenken, der bei diesen Worten selbst lachen muss. Zu Ostern gibt’s die üblichen Engpässe: „Jedes Spiel eine andere Mannschaft“ – und das mit engem Kader, wie der Trainer sagt. „Aber da müssen wir durch.“