Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Was tun, wenn Rehe Blumen fressen?

Rehe wagen sich manchmal nah an Häuser heran. Das kann für Gärtner ärgerlich sein.
Rehe wagen sich manchmal nah an Häuser heran. Das kann für Gärtner ärgerlich sein.

Das sonst so scheue Reh wird zum Problem, wenn es sich zum Schmausen im Garten herumtreibt. Auch andere wilde Tiere können so vorwitzig werden. Experten erklären, was man dagegen tun kann.

Rehe, die einen bei der Arbeit umrennen, sich am Salat bedienen und nicht verscheuchen lassen. Davon berichtete der RHEINPFALZ vor kurzem eine Leserin. „Menschenscheue Rehe ... das war mal in der Historie!“, schreibt sie. Am nächsten Tag fehlen dann auch noch die Blüten an den Geranien. Sind auch hier die Rehe am Werk gewesen?

Das könnte durchaus sein, sagt Jürgen von Blohn, Inhaber der Gärtnerei Hanns in Kusel. Gerade die beliebten Blumen würden auch von Rehen und Hasen geschätzt. Dass Rehwild in Gärten unterwegs ist, komme schon mal vor. Gerade von Friedhöfen habe er schon des Öfteren gehört, dass Blüten über Nacht verschwanden – und die tierischen Waldbewohner unter Verdacht standen. Auch Gabi Kleinhempel, Leiterin des Forstamts Kusel kann das bestätigen. Je nach Gegend, Anzahl der Tiere auf der Fläche, Nahrungssituation und Jahreszeit komme das mehr oder weniger oft vor. Besonders gefährdet seien Gärten, die sich nahe an Ruhe- und Schutzorten von Wild befänden, zum Beispiel am Waldrand oder an Flächen mit dichtem Bewuchs.

Zäune nicht einzige Option

Der Grund? Nahrungssuche, so Kleinhempel. Den Tieren entsprechend sind unterschiedliche Pflanzen gefährdet. Wildschweine verwüsten gerne Bete mit Kartoffeln oder anderem Gemüse oder graben im Herbst den Rasen nach Engerlingen um. Sogar Füchse wagten sich in Gärten, um Mäuse zu jagen oder offene Komposthaufen zu durchwühlen. Großen Schaden würden sie dabei aber eher nicht anrichten, so Kleinhempel. Rehe seien auf Knospen spezialisiert und machten auch vor Rosen nicht halt. „Rehwild ist von Natur aus neugierig“, weiß auch Kreisjagdmeister Bernd Klinck. „Was es nicht kennt, ist interessant und wird gegessen.“

Es gibt verschiedene Lösungen für das Problem. Die simpelste ist ein Zaun. Mindestens 1,4 bis 1,6 Meter hoch sollte er laut Kleinhempel sein, um Rehe abzuhalten. Wenn man Wildschweine fürchtet, dann sollte der Zaun verankert sein oder mindestens 40 Zentimeter tief eingegraben sein. Gegen Rehfraß an Trieben könnte auch ein Bissschutzmittel helfen, so Gärtner von Blohn. Das trage man auf die Pflanzen auf und enthalte Aromen, die abschreckten. Für Gemüse solle man sie aber nicht verwenden. Da bliebe dann nur eine Barriere, bei Salat zum Beispiel sogenannte Salathütchen, die als Drahthaube auf die Pflanzen gestellt werden.

Auch Jagdmeister Klinck empfiehlt zuallererst, einen Zaun zu errichten. Auch Mittel gegen Verbiss seien eine Option, müssten nach Regen aber neu aufgetragen werden. Das Wild zu schießen sei in Gärten keine Option, da in Wohngebieten generell das Jagen verboten sei. Deswegen gebe es bei größeren Schäden auch keinen Schadensersatz vom zuständigen Jagdpächter, wie es auf bewirtschafteten Feldern der Fall ist. Trotzdem seien die Jäger immer Ansprechpartner für Anwohner. „Wenden Sie sich gerne an uns, wir helfen“, so Klinck.

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