Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Was beim Kauf und der Pflege eines Weihnachtsbaums zu beachten ist

Beim Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaumes sollte auf die FSC-Zertifizierung und das Fair-Tree-Siegel geachtet werden.
Beim Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaumes sollte auf die FSC-Zertifizierung und das Fair-Tree-Siegel geachtet werden.

Alle Jahre wieder stellt sich die Weihnachtsbaum-Frage: Einen echten aus regionalem Anbau? Eine Baumarkt-Tanne für 20 Euro? Oder doch einen künstlichen? Wir haben einige Fragen rund um den Weihnachtsbaum geklärt.

Echter Baum oder Kunsttanne – was ist nachhaltiger?
Ein Blick auf die Ökobilanz zeigt: Erst ab einer Nutzungsdauer von zehn Jahren hat ein künstlicher Baum eine bessere CO2-Bilanz als ein echter. Manche Studien gehen sogar von 20 Jahren und mehr aus. Eine gute Alternative zur Plastiktanne kann daher ein echter Baum aus umweltverträglichem Anbau sein.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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Worauf sollte ich beim Kauf eines Weihnachtsbaumes achten?
Zwei Siegel sind beim Kauf eines nachhaltigen Weihnachtsbaumes wichtig, erklärt Gabi Kleinhempel, Leiterin des Kuseler Forstamts: die FSC-Zertifizierung und das Fair-Tree-Label. Während ersteres versichert, dass der Baum natürlich und ohne Einsatz von Pestiziden gewachsen ist, geht das Fair-Tree-Siegel noch weiter: Hier wird neben Umweltschutz auch auf faire Arbeitsbedingungen geachtet. „Die Bäume in unseren Kulturen tragen beide Siegel“, berichtet Kleinhempel. Die fair produzierten Nordmann-Setzlinge kommen aus Baumschulen in Dänemark, wo sie natürlich herangewachsen sind. In den Kulturen des Forstamts angekommen, wachsen die Bäume dann ebenfalls natürlich – ohne Dünger oder andere Eingriffe.

Übrigens: Das Saatgut für Weihnachtsbaum-Setzlinge in Europa wird meist von sogenannten Zapfenpflückern in Georgien aus Nadelbäumen geerntet; oft unter gefährlichen Umständen. Fair Tree achtet hier auf verbesserte Arbeitsbedingungen, sichere Kletterausrüstung und eine faire Bezahlung der Pflücker.

Wo bekomme ich so einen nachhaltigen Baum?
Früher ist man mit dem lokalen Förster in den Wald gegangen, aber auch heute gibt es Möglichkeiten, an einen umweltverträglichen Baum zu kommen. Eine Anlaufstelle ist der Weihnachtsbaum-Verkauf des Forstamts, der am 9. Dezember an der Tannebaum-Kultur zwischen Mayweilerhof und Blaubach stattfand. Hier konnte sich jeder seinen Baum für einen Pauschalpreis aussuchen und fällen. Kleinhempel erklärt die Hintergründe: „Wir hoffen, dass manche Besucher sich so vielleicht für einen größeren Baum entscheiden“. Das sei gut, weil die kleineren Bäume so Raum zum Nachwachsen haben.

Wer den Termin in diesem Jahr verpasst hat, kann trotzdem fündig werden: Vielerorts gibt es lokale Händler mit kleinen Kulturen, bei denen das „Selbstschlagen“ ebenfalls möglich ist. Neben einer jährlichen Weihnachtstradition bieten diese Kulturen zwei weitere Vorteile: Es werden nur die Bäume geschlagen, die benötigt werden und die Transportwege sind kürzer als in der klassischen Weihnachtsbaum-Industrie.

Welche Sorten eignen sich eigentlich als Weihnachtsbaum?
„Als man seinen Baum noch mit dem Förster im Wald geschlagen hat, fiel die Wahl meist auf eine natürlich gewachsene Fichte“, sagt Gabi Kleinhempel. Heute setze man in den Kulturen vom Forstamt hingegen auf Nordmanntannen. Neben der guten Verfügbarkeit im Rahmen des Fair-Tree-Siegels haben Nordmann-Setzlinge weitere Vorteile: „Sie sind weicher und wachsen etwas schneller als andere Tannen“, so Kleinhempel. Früher sei auch die Blaufichte sehr beliebt gewesen – doch in den vergangenen Jahren sei sie durch ihr stachliges Gewand aus der Mode gekommen.

Wie habe ich möglichst lange etwas von meinem Baum?
Egal, für welchen Baum man sich entscheidet – auf ein paar Dinge sollte geachtet werden, um möglichst lange etwas von ihm zu haben: Direkt nach dem Kauf sollte der Baum in einen Eimer Wasser gestellt werden; und zwar am besten im Keller oder einer Scheune, damit er sich nach und nach an die Temperaturen im Haus gewöhnt. Und auch nach dem Schmücken sollte der Baum immer frisches Wasser haben. Kleinhempel: „So hält eine frisch gefällte Nordmanntanne locker vier Wochen.“

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