Kreis Kusel Von Telemann bis Villa-Lobos
Ein buntes Musikprogramm aus verschiedenen Stilepochen erwartet die Zuhörer beim traditionellen Serenadenkonzert des Westpfälzischen Symphonieorchesters des Musikvereins Kusel auf Burg Lichtenberg am Sonntag, 2. Juli, 18 Uhr. Zu hören sind Werke von Heitor Villa-Lobos, Carl Orff, Georg Philipp Telemann und Anton Dvorak. Solist ist der Saxofonist Volker Kaufmann.
Das Konzert wird eröffnet mit der Wassermusik von Georg Philipp Telemann, einem ungemein produktiven Hamburger Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er war bei seinen Zeitgenossen äußerst populär und erhielt alle Ehren, die man einem Komponisten jener Epoche erweisen konnte. Mehrere Sätze seiner Tanzsuite tragen Überschriften mit Figuren der antiken griechischen Mythologie. Man könnte auch sagen, Telemann holt die griechischen Wassergötter nach Norddeutschland und setzt sie in die Elbe. Weiteres Sujets der Suite: „Ebbe und Flut“ und „Die lustigen Bootsleute“ – mithin die musikalische Schilderung von Hamburger Alltagsereignissen. Telemanns Wassermusik ist nicht zu verwechseln mit Händels gleichnamigem Werk. Der Brasilianer Heitor Villa-Lobos bezeichnete sich selbst als „schillernder Urwaldvogel vom Amazonas“. Der Pianist Arthur Rubinstein lernte ihn während einer Südamerika-Tournee kennen, bemerkte sein Talent und ermutigte ihn, sich ganz dem Komponieren zu widmen. Während mehrjähriger Aufenthalte in Europa erwarb er sich große Achtung seiner Kollegen. Auch das Konzertpublikum schätzt seine Werke bis heute. Seine „Fantasia para saxofone“ entstand 1948. Das Werk ist zu verstehen im Zusammenhang mit der zunehmenden Popularität des Saxofons als Soloinstrument. Villa-Lobos widmete seine Fantasia dem französischen Virtuosen Marcel Mule, der es allerdings nie aufführte. Möglicherweise hielt er es bei den angegebenen Tempi für unspielbar. Solist beim Serenadenkonzert ist Volker Kaufmann, Lehrer an der Musikschule Kuseler Musikantenland. Seine Ausbildung machte er bei Bastian Fiebig in Frankfurt. Kaufmann ist sehr vielseitig unterwegs: klassische Solokonzerte, Jazz- Rock- und Bluesbands, Philharmonisches Blasorchester, Instrumental- und Improvisations-Workshops. Carmina Burana ist der Titel einer 1937 uraufgeführten, inzwischen weltberühmten Kantate von Carl Orff. Die mittelalterlichen Texte entstammen einer Sammlung des Klosters Benediktbeuren. Orff verwendet in seiner Komposition – der Textvorlage entsprechend – mittelalterliche Stilmerkmale wie Kirchentonarten und Bordunbegleitung sowie eine archaisierende Harmonik. Im Serenadenkonzert erklingen fünf Sätze einer von Orff autorisierten Bearbeitung für zehn Bläser von Friedrich K. Wanek. Anton Dvorak gehört zur musikalischen Romantik und ist gleichzeitig einer der wichtigsten Vertreter des tschechischen Nationalstils, was sich in vielen folkloristisch geprägten Werken zeigt. Seine Böhmische Suite, 1879 als Tschechische Suite uraufgeführt, hat mit der Suite der Barockzeit nur noch wenig gemein. Der Akzent liegt weniger auf der Tanzmusik des Adelshofes, sondern auf Volkstänzen wie der Polka, der Sousedska (dem deutschen Ländler verwandt) und dem Furiant, einem schnellen Paartanz im wechselnden Dreier- und Zweiertakt. Info Bei schlechtem Wetter findet das Konzert in der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle statt. Die Anfangszeit ist dieselbe, 18 Uhr. Freie Platzwahl. Kartenvorverkauf in der Paracelsus-Apotheke Kusel, Kartenvorbestellungen unter 06381 3205.