Glan-Münchweiler
Volksbank weiter auf Wachstumskurs
Von 115 über 124 auf 136. Jahr für Jahr steigert die Volksbank Glan-Münchweiler die Anzahl ihrer Mitarbeiter. „Wir brauchen mehr Personal, weil wir im Vorjahr 807 Neukunden gewonnen haben“, berichtet Vorstandsmitglied Sabine Mack. Im Jahr davor gab es ein Plus von 700 neuen Kunden zu vermelden.
Gut ein Drittel der Neuzugänge kommt nach Angaben von Vorstand Christian Dietrich aus dem Landkreis Kaiserslautern. Weil die Filialen in Ramstein und Miesau deutliche Zuwachsraten melden, hat die Volksbank im Vorjahr in Landstuhl sogar einen neuen Standort eröffnet. Dietrich macht deutlich, dass diese Entscheidung auch mit dem Rückzug der Sparda-Bank zusammenhing. Außerdem profitierte die Volksbank sicherlich von eingeschränkten Öffnungszeiten der Mitbewerber, generell oder mit dem Verweis auf die Pandemie. „Für uns war immer klar, ein gutes Hygiene-Konzept, aber keine Einschränkung der Öffnungszeiten“, betont Sabine Mack.
Viele Initiativbewerbungen
Wo kommen die neuen Mitarbeiter her? Wieder verweist das Vorstandsteam auf die Mitbewerber. „Wir haben recht viele Initiativbewerbungen von Banken aus der unmittelbaren Umgebung. Da sind gute Leute dabei, denen auffällt, dass wir anders ticken als viele andere“, sagt Christian Dietrich.
Seine Vorstandskollegin betont, dass auch die Steigerungsraten des Geschäftsvolumens aus der Region stammen: „Wir kommen von hier und machen hier unsere Geschäfte. Wir finanzieren keine Projekte in Hamburg und München.“ Es müsse stets ein Bezug zur Umgebung bestehen. Dietrich verweist auf die fiktive Ausnahme, dass ein Kuseler für seine Tochter, die auswärts studiere, dort eine Eigentumswohnung kaufe.
Dividende von drei Prozent geplant
Das Kreditvolumen ist 2021 von 544 auf 592 Millionen Euro angestiegen, die Kundeneinlagen von 517 auf 561 Millionen Euro. Die Bilanz weist einen Jahresüberschuss von 1,5 Millionen Euro aus, nach einer Million Euro im Jahr davor. Geplant ist wie im Vorjahr eine Dividende von drei Prozent. Die endgültige Festlegung trifft die Vertreterversammlung im Mai. Die Genossenschaftsbank hat 9360 Mitglieder (plus 391), die sich mit Beträgen zwischen 75 und 5000 Euro an dem Unternehmen beteiligt haben.
Beide Vorstandsmitglieder betonen, kein Wachstum um jeden Preis anzustreben. Es müsse immer passen, sowohl im Hinblick auf einen neuen Standort als auch auf neue Kunden. Eine wichtige Rolle spielen auch drei Verbundpartner: Die Münchener Hypothekenbank, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V-Versicherung stehen für weitere Darlehen an Volksbank-Kunden aus der Region über 92 Millionen Euro, die in der eigenen Bilanz nicht aufgeführt sind.
Spenden über 80.000 Euro
Mehr Mitarbeiter brauchen auch mehr Platz. Die Sanierung des von der Verbandsgemeinde zurückgekauften alten Rathauses von Glan-Münchweiler gegenüber dem Hauptgebäude ist abgeschlossen. Der Vorstand hat in dem historischen Altbau von 1886, einst schon einmal Stammsitz der Genossenschaftsbank, seine Büros. Außerdem finden Kundengespräche nicht mehr in den Büros der Mitarbeiter statt, sondern in stilvoll hergerichteten Beratungszimmern. In der Summe hat die Volksbank rund eine Million Euro in dieses Projekt investiert.
Mack und Dietrich sehen darin auch ein Engagement für die Region. Das gleiche gilt für die 80.000 Euro, die die Bank 2021 an Vereine und gemeinnützige Organisationen gespendet hat. Hinzu kommen noch fünf Crowdfunding-Projekte, mit denen weitere knapp 25.000 Euro eingesammelt wurden. „Wenn es uns gelingt, durch Vorbild und Abwicklung beizutragen, dass fast 300 Spender sich engagieren, macht mich das sehr stolz“, sagt Sabine Mack.
Die 62-jährige Vorstandsfrau steht vor ihren letzten Monaten im aktiven Berufsleben. Zum 1. Mai geht sie in die passive Phase ihrer Altersteilzeit. Zu dem 41-jährigen Christian Dietrich wird der 35-jährige Patrick Berger in den Vorstand aufrücken. Der Kindsbacher kam 2019 vom Genossenschaftsverband nach Glan-Münchweiler und war bislang Leiter der Qualitätssicherung.
Volksbank in Zahlen
Die Bilanzsumme der Volksbank Glan-Münchweiler steigt von 710 auf 776 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Abgaben ist von 6,6 auf 7,7 Millionen Euro angestiegen, das Eigenkapital von 72 auf 79 Millionen Euro.
Die Volksbank hat neben dem Stammhaus Filialen in Altenglan, Herschweiler-Pettersheim, Miesau, Nanzdietschweiler, Niedermohr, Ramstein, Schönenberg-Kübelberg, Steinwenden und seit kurzem auch in Landstuhl im Gebäude des ehemaligen Modehauses Keßler in der Kaiserstraße.
Von fünf Crowdfunding-Projekten profitierten 2021 die Gemeinden Glan-Münchweiler (Spielplatznetz) und Niedermohr (Kita-Außenbereich), der FV Olympia Ramstein (Bewässerungsanlage), der Gospelchor Spirit’n Voices aus Hütschenhausen (Online-Chorprobe) und die Landstuhler Tafel, die ein Kühlauto bekam.
