Glan-Münchweiler
Volksbank Glan-Münchweiler macht in allen Bereich deutlich Plus
„Damit haben wir zu Beginn von Corona nicht rechnen können“, sagen die Vorstandsmitglieder Sabine Mack und Christian Dietrich im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Ein deutlich zweistelliges Prozentplus bei Bilanzsumme und Kundeneinlagen, dazu ein immerhin ansehnlicher Anstieg des Kreditvolumens – die Bankgeschäfte sind sehr gut gelaufen. So gut wie selten zuvor. Und betrachtet man das mit allen Volksbank-Verbundpartnern betreute Vermögen, dann ist die Ausweitung des Geschäfts sogar noch deutlicher.
„Viele Leute haben die Zeit, die sie durch den Corona-Lockdown mehr hatten, dafür genutzt, sich sehr viele Gedanken über ihre Finanzen zu machen und hier vieles neu zu ordnen.“ Mit der Konsequenz, dass trotz Corona deutlich mehr statt, wie zu erwarten, weniger Beratungen stattgefunden haben.
Inzwischen etwas mehr Ruhe
Natürlich hat Corona zunächst einmal viele Fragen bei den Kunden ausgelöst, sagen Mack und Dietrich. Wo bekomme ich Überbrückungsgelder her, wo andere staatliche Unterstützungen? „Damals war alles noch neu, und die Vorgaben haben sich oft geändert.“ Im Mittelpunkt habe aber immer wieder die Frage an die Volksbank gestanden: „Werdet Ihr mir helfen, wenn ich in Schwierigkeiten gerate?“ Darauf habe man reagiert, habe mit den Kunden Lösungen gefunden.
Inzwischen sei es ruhiger geworden. Die Anzahl der Nachfragen nach Hilfen sei trotz des erneuten Lockdowns deutlich gesunken – gerade die der Firmen: „Zu Anfang war eine große Unsicherheit da. Aber jetzt ist das etabliert, und die Steuerberater haben den Großteil dieser Arbeit übernommen.“
Gewinne in Miesau und Ramstein
Die Volksbank konzentriert sich damit wieder auf ihre eigentliche Arbeit. Und das überaus erfolgreich. Denn noch nie hat das Glan-Münchweilerer Institut so viele Neukunden gewonnen wie im abgelaufenen Jahr: rund 700. Vor allem die Filialen in Ramstein, Altenglan, Miesau und Schönenberg-Kübelberg machten deutlich Plus. Sowohl bei den Neukunden als auch nach eigenen Berechnungen beim Marktanteil.
Mack und Dietrich führen das darauf zurück, dass ihr Institut sich – im Gegensatz zu Mitbewerbern – nicht aus der Fläche zurückgezogen hat. Im Gegenteil: Die Volksbank hat in den vergangenen Jahren unter anderem ihre Filialen in Miesau und Ramstein aufgemöbelt, hat zudem kräftig in Personal investiert, während Mitbewerber seit Jahren Personal abbauen. Allein 2020 stieg die Anzahl der Mitarbeiter um neun auf 124 – fast durchweg Berater, „weil der Kunde eine Hausfinanzierung oder eine große Vermögensanlage nicht am Telefon besprechen will“.
Ex-Rathaus fast fertig umgebaut
Wichtig sei ihnen dabei weiterhin, sagen die Vorstände, dass vor Ort Generalisten säßen; also Mitarbeiter, mit denen der Kunde sowohl einen Kredit als auch einen Aktienkauf besprechen könne, statt für alles zu Spezialisten in der Zentrale geschickt zu werden.
Dort investiert die Volksbank derzeit am meisten – und zwar in den Umbau des früheren Rathauses der Verbandsgemeinde zu einem „Beraterhaus“. Mit dem Haupthaus verbunden über einen ummantelten Steg, entstehen hier derzeit reine Beraterzimmer. Damit dort in aller Ruhe Gespräche mit Kunden geführt werden können, nicht mehr in den Büros der Mitarbeiter.
Zudem werden der Vorstand und Teile der Verwaltung in dieses Gebäude ziehen, in das fast eine Million Euro gesteckt werden und das Ende des ersten Quartals fertig sein soll. „Damit ist die seit Jahren bestehende Raumnot in Glan-Münchweiler beseitigt, und wir können so arbeiten, wie wir uns das schon lange vorgenommen haben.“
Dividende muss sinken
Weniger gut sind die Nachrichten allerdings für die Genossen. Denn die Volksbank-Mitglieder – auch deren Zahl ist deutlich gestiegen, von 8695 auf 8969 – müssen sich mit einer deutlich niedrigeren Dividende als gewohnt begnügen. Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand noch der Empfehlung der Bankenaufsicht getrotzt, aus Sorge vor schlechten Geschäften angesichts des Niedrigzinses sollten doch niedrigere Gewinnbeteiligungen gezahlt werden. Glan-Münchweiler hatte dennoch 5,5 Prozent gezahlt und sich anschließend Ärger eingehandelt.
In diesem Jahr nun folgen die Vorstände den Vorgaben. Zwischen drei und vier Prozent werde die Dividende liegen; endgültig festgelegt habe man sich noch nicht auf den Satz, den man der Mitgliederversammlung empfehlen wird.
Bank in Zahlen
- Bilanzsumme: 707 (2019: 618)
- Kreditvolumen: 545 (510)
- Kundeneinlagen: 520 (463)
- Zinsüberschuss: 11,2 (11,2)
- Verwaltungsaufwand: 10,5 (10,0)
- davon Personal: 6,7 (6,4)
- Betriebsergebnis vor Steuern und Bewertung: 6,6 (6,3)
- Jahresergebnis: 2,7 (2,2)
- Eigenkapital: 67,6 (63,1)
- Mitarbeiter: 124 (115)