Tischtennis
Viererteams – Ja oder Nein?
Ein heiß diskutiertes Thema unter den Tischtennisspielern der Pfalz ist die Umstellung von den Sechser- auf Viererteams, die beim Verbandstag 2025 in Wörth beschlossen wurde. Vom „Ich will aufhören“ bis hin zu „Sollen sie machen, was sie wollen“ gibt es eine Vielzahl von Meinungen zu diesem Thema.
Im August noch wurde von Peter Baumann berichtet, dass der Pfälzische Tischtennisverband (PTTV) in einer Findungsphase sei, die bis Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossen werden sollte. „Der Verbandssportausschuss hat sich daher intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und etliche Szenarien durchgespielt. In einer Sitzung im Dezember wurde dann eine Lösung erarbeitet und dem Gesamtvorstand zur Abstimmung vorgelegt“, berichtet Baumann in einem Brief an alle pfälzischen Tischtennisvereine. Abgestimmt wurde darüber am 17. Januar dieses Jahres. Ab 2027/2028 werden in den Kreisligen und Bezirksklassen, ab der Saison 2028/2029 in den Bezirks- und Bezirksoberligen und ab der Runde 2029/2030 in den Pfalzligen die Teamstärken angepasst.
Folgen für die Relegationsspiele
„Das bedeutet, zur nächsten Saison 26/27 wird sich nichts ändern“, beschreibt Baumann den Kurswechsel zu anfänglichen Überlegungen. Das führt bei den Relegationsspielen zu einer Veränderung. „Die Relegationsspiele in den Umstellungssaisons werden in den jeweiligen Klassen, die umgestellt werden, immer mit Vierermannschaften gespielt. Nähere Erläuterungen dazu gibt es immer vor der Saison für die dann folgende Spielzeit“, so Baumann.
Doch wie kam es überhaupt zu dem Thema? Der Tischtennisbezirk Vorderpfalz Nord, der auch Ludwigshafen, Frankenthal und Bad Dürkheim umfasst, hatte beim Verbandstag in Wörth einen Antrag gestellt, der doch etwas überraschend Zustimmung fand und zu weitreichenden Folgen für fast alle Vereine des PTTV führt. „Hiermit beantragen wir die Umstellung der Mannschaftsstärken auf Vierermannschaften in allen Ligen des PTTV, in welchen bisher mit Sechsermannschaften gespielt wird. Konkret von der 1. Pfalzliga bis hin zu den Kreisligen“, hieß es da. Der Antrag wurde bei 28 Ja-, 23 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen. Diskutiert wurde der Antrag damals nicht. Im Anschluss folgte eine Sitzungspause und eine flammende Rede des Vizepräsidenten Sport des PTTV, Peter Baumann, der die Folgen umriss und ankündigte, dass der Saarländische Tischtennisbund die Verbandsoberliga aufkündige. Im Rahmen der Sitzung wurde auch ein Versuch unternommen, aufgrund der von Baumann nach der Abstimmung aufgeführten Schwierigkeiten erneut abzustimmen, der jedoch scheiterte.
Massive Beschwerden
Auf die Frage, ob es beim nächsten Verbandstag 2028, da sich Teams seit dem vergangenen Verbandstag massiv beschweren, auch mit einer Petition ein Antrag auf Rückkehr zur alten Regel gestellt werden kann, antwortete Baumann so: „Theoretisch könnte es am nächsten Verbandstag natürlich einen Antrag geben. Allerdings, da dieser wieder im Juni stattfindet, wäre er auch dort nicht sofort umsetzbar. Das Rad müsste dann zwei Jahre später, also nachdem die Pfalzligen umgestellt worden sind, wieder zurückgedreht werden. Aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich.“
Dominik Hünerfauth vom TV Rammelsbach spricht von einem heißen Thema, bei dem die Stimmen, die dagegen sind, ziemlich laut sind. Sein Verein hatte beim Verbandstag den Antrag gestellt, dass auch in den Kreisligen, nicht nur wie bisher in den Kreisklassen, mit Viererteams gespielt wird. „Dieser Antrag wurde abgelöst durch den Antrag, in allen Klassen mit Viererteams zu spielen“, erzählt Hünerfauth. „Ich bin der Meinung, es ist die richtige Richtung, man spart Ressourcen, fährt mit einem Auto zu den Spielen, die Spiele sind zeitlich absehbarer und werden auch für Zuschauer von außerhalb attraktiver“, meint der Bezirksoberligaspieler. Sein Verein habe es aber auch einfacher mit der Umstellung, da eine Ausweichhalle vorhanden sei. Er wünsche sich jedoch künftig mehr Variabilität bei den Anspielzeiten.
„Von uns hält da keiner was davon“, meint Lukas Keil vom TTC Kreimbach-Kaulbach, der sich der Argumente hinsichtlich der kürzen Spielzeit nicht verschließen möchte. „Wir haben während der Spiele mit drei Leuten gesessen, mit denen du dich unterhalten konntest. Bei Vierermannschaften spielen zwei, zählt einer und der Vierte sitzt dann allein da draußen. Das ist etwas bescheiden“, meint Keil. Auch gebe es Leute im Verein, die nach der Umstellung keine Lust mehr haben, Tischtennis zu spielen.
TTC Brücken gegen die Umstellung
Auch kein Fan der Umstellung ist Thorsten Mootz, zweiter Vorsitzender des TTC Brücken. „Eine Abstimmung in unserem Verein war einstimmig für Sechserteams bei einigen Enthaltungen, die zum Großteil schon in Viererteams spielen“, sagt Mootz, der eine vollständige Umstellung zu Viererteams für den TTC Brücken als Katastrophe bezeichnet. „Erstens hätten wir zehn Teams, wo, wie und wann die spielen sollen, ist unklar. Zweitens müssten Leute, auch Nachwuchsspieler, die aktuell Bezirksliga spielen, plötzlich in der Kreisklasse spielen“, meint Mootz. Er mache sich jedoch Gedanken über einen Antrag für den nächsten Verbandstag zur Rückkehr zu Sechsermannschaften.