Kreis Kusel Veldenzer nach Sieg im Spitzenspiel ganz oben
LAUTERECKEN. Klingt recht knapp – war’s aber nur dem blanken Resultat nach. Vollauf verdient haben überlegene Veldenzer gestern Nachmittag triumphiert: Mit einem 2:1 (1:0)-Sieg über den SV Ulmet hat das Team des SV Lauterecken den Tabellenführer der B-Klasse Kusel Nord entthront und sich selbst an die Pole Position gesetzt. An der Liga-Spitze bleibt es also spannend. Meisterlich präsentierten sich die Mannen um Spielertrainer Valon Lukaj aber schon mal beim fröhlichen Versieben bester Torgelegenheiten.
Sechs? Neun? Zwölf? Chancen sind nicht immer ganz so leicht zu zählen. Was gilt noch als eine, was könnte unter den Tisch fallen. Tatsache ist, dass Jochen Ammann im Ulmeter Tor eine ganze Reihe von Eins-zu-Eins-Situationen meisterte. Dass dem Keeper einmal der Pfosten Hilfestellung leistete – und dass drei Versuche haarscharf über oder neben das Geviert zischten. Was allein der schon wiederholt mit der Torjägerkanone ausgezeichnete SVL-Kapitän Markus Heil da alles liegen ließ, das ließ manchen Zuschauer entnervt fast in die Stange beißen. Doch durfte auch Heil einmal jubeln – zum für seine Farben genau richtigen Zeitpunkt. Exakt zwei Minuten war die zweite Halbzeit alt, als Spielertrainer Valon Lukaj einen Sahnepass in die Tiefe schob, Heil im richtigen Moment startete, seinen engagierten Widersacher Jan Allmann aussteigen ließ und diesmal auch Torhüter Ammann keinerlei Chance gab. Das 2:0 hätte beruhigen, Sicherheit verleihen müssen. Indes überboten sich die Gastgeber weiterhin in recht ansehnlichen Angriffsbemühungen, die ungekrönt blieben, teils kläglich vergeigt wurden. „Es war wohl nicht unser Tag. Die haben völlig verdient gewonnen“, räumte Marcel Häßel unumwunden ein. Der Spielertrainer des SVU nahm sich selber von Kritik nicht aus: „Wir hatten Löcher im Mittelfeld, habe es den Lautereckern da leicht gemacht“, resümierte Häßel. „Gut, wenn das 0:2 so kurz nach der Pause nicht fällt, läuft das Spiel vielleicht ein bisschen anders.“ Stimmt. Womöglich wären die Lauterecker, sich an ihrem phasenweise doch gefälligen Spiel ergötzend, bei einem Gegentreffer böse erwacht. Das aber bleibt Spekulation. Der SVU schien zunächst wacher, agierte vom Anpfiff weg munter nach vorne. Häßels Spielertrainer-Kollege Florian Niebergall hatte den offensiveren Mittelfeld-Part übernommen, rieb sich allerdings auf. Nach zehn Minuten Abwarten allerdings nutzten die Hausherren den erstbesten Moment: „Das ist genau Hakans Position“, sah Veldenz-Keeper Jan Threin die Führung praktisch voraus. Er sollte Recht behalten. „Wir haben diese Freistöße im Training geübt; 50 Mal vorneweg“, verriet der Torhüter. Allerdings: Andere können noch so viel üben – sie kriegen Standards niemals so hin wie dieser begnadete Fußballer Akten. Der machte nicht viel gestern, schon gar keine weiten Wege – aber alles was er machte, das hatte mal wieder Hand und Fuß. Wie aufgedreht hingegen einer, der gestern alle anderen überragte: Doruk Tras spielte am Flügel eine Klasse-Partie, wechselte ab und an mit dem anderen Winter-Neuzugang Ender Aiyk die Seiten. Tras war nicht zu halten. In der 76. Minute, als mal Heil den Vorbereiter gab, hätte Tras seine Leistung mit einem Treffer krönen können. Wieder aber hatte der bärenstarke Ammann etwas dagegen. Beim Gegentor in die entfernte Ecke hatte er noch die Finger dran: Bei solchen Freistoß-Treffern sieht jeder Keeper schlecht aus, aber gegen Aktens Zwirbelei war halt kein Kraut gewachsen. In der 50. Minute hatte Florian Niebergall mit sehenswertem Schuss knapp vorbei gezielt. Noch vor dem Wechsel war die beste Ulmeter Ausgleichs-Chance am Pfosten gelandet. Stefan Cappel war nach Ecke der Absender, Threin hatte die Finger im Spiel – und in der Aluminium-Stange eine Verbündete. Die Gelegenheiten des neuen Tabellenführers allesamt aufzuzählen, das allerdings würde jeden Rahmen sprengen. „Ich war etwas enttäuscht. Die Ulmeter hatten sicher einen schlechten Tag. Die können das viel besser, und ich bleibe dabei: Sie sind stärker als Reichenbach. Die sind schwerer auszurechnen und vorn um einiges stärker besetzt“, gab Spielgestalter Akten den Gästen noch ein Kompliment mit auf den Heimweg. So spielten sie SV Lauterecken: Threin – Hübsch, Grub, Ali, Spahiu – Lukaj, Resic – Ayik, Akten, Tras – Markus Heil (77. Quint) SV Ulmet: Jochen Ammann – Näher (77. Sebastian Niebergall), Allmann, Gutendorf, Stefan Cappel – Häßel, Preis – Wolff, Florian Niebergall (64. Scholz), Decker – Alexander Tore: 1:0 Akten (10.), 2:0 Heil (47.), 2:1 Allmann (90.+4) – Gelbe Karten: Tras, Resic, Aiyk – Gutendorf, Alexander, Allmann, Decker, Cappel – Beste Spieler: Tras, Akten – Ammann – Zuschauer: 207 - Schiedsrichter: Schäfer (Queidersbach)