Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel TSG Wolfstein-Roßbach gegen FV Bruchmühlbach: Ordnereinsatz in der A-Klasse KUS-KL

Hatte keine Lust auf Sonderbewachung: Karl-Heinz Halter, Trainer des FV Bruchmühlbach (links). In der Mitte Gästespieler Daniel
Hatte keine Lust auf Sonderbewachung: Karl-Heinz Halter, Trainer des FV Bruchmühlbach (links). In der Mitte Gästespieler Daniel Haag, der mit »Rowo«-Chef Karl Metzger diskutiert. Foto: m. hoffmann

Die turbulenten Szenen im Spiel der TSG Wolfstein-Roßbach gegen den FV Bruchmühlbach am Sonntag bleiben im Gedächtnis. Was war passiert? Zunächst sorgte ein Plakat des „Rowo“-Anhangs für Ärger bei den Gästen, später mussten Ordner auf Anweisung des Schiedsrichters für Ruhe beim Gästeanhang sorgen. Und Bruchmühlbachs Coach Karl-Heinz Halter bekam Besuch auf der Trainerbank.

„FVB: Söldner-Mannschaft“ stand in großen blauen Lettern auf einem Plakat, das der Anhang der TSG Wolfstein-Roßbach vor dem Spiel gegen den FV Bruchmühlbach am Spielfeldrand platziert hatte. Bruchmühlbach war in der Vorsaison noch als SG Bruchmühlbach-Miesau angetreten, nach Auflösung der Spielgemeinschaft hatte sich der FV Bruchmühlbach dann eine neue, hochkarätig besetzte Mannschaft zusammengestellt. An der Seitenlinie soll der bekannte Trainer Karl-Heinz Halter (unter anderem FK Pirmasens, SV Morlautern) für den sportlichen Erfolg sorgen.

„Unterste Schublade“

Vor allem für Halter sollte die Partie bei den „Rowos“, die sein Team mit 3:1 gewann, kuriose Züge annehmen. Doch der Reihe nach – denn am Anfang stand der Unmut über das provokante Plakat. „So etwas ist unterste Schublade und hat mit Fußball, so wie ich ihn kenne, nichts zu tun“, zeigte sich Halter auch noch am Mittwoch im Gespräch mit der RHEINPFALZ erzürnt. „Das sind keine Söldner, das sind alles gute Jungs. Mit denen habe ich zum Teil schon seit Jahren zu tun.“ Auch Karl Metzger, Vorsitzender der TSG Wolfstein-Roßbach, fand die Aktion alles andere als gelungen. „Das hat mich ungemein geärgert“, sagte Metzger. „Ich habe das auch direkt am Montag in der Sitzung angesprochen. So etwas geht einfach nicht.“ Er selbst habe das Plakat später entfernt.

Ordner angefordert

Für die weiteren Geschehnisse seien allerdings die Gäste verantwortlich gewesen, sagte Metzger. In einer Mitteilung der „Rowos“ heißt es, der Schiedsrichter habe „nach diversen Entgleisungen von Gästeanhängern unmittelbar vor der Halbzeit veranlasst, dass sich zwei Ordner in der Nähe der Bruchmühlbacher Bank aufhalten“ sollen.

Vor allem zwei Männer aus dem Gästeanhang seien immer wieder aufgefallen – unter anderem mit Verbalattacken in Richtung des Unparteiischen. Sinngemäß: Bei solchen Schiedsrichterleistungen brauche man sich nicht zu wundern über die tätlichen Angriffe auf Referees, wie sie zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatten.

Vom eigenen Anhang sei zwar auch der eine oder andere Spruch gefallen, räumte „Rowo“-Chef Metzger ein, aber die seien bei weitem nicht so schlimm gewesen wie die Zwischenrufe von der Gästeseite.

Er wisse zwar selbst, dass er „ein fußballverrückter Heißsporn“ sei und „an der Seitenlinie auch gerne mal etwas über das Ziel hinaus schieße“, gesteht Halter ein. Er habe dem Schiedsrichter aber keinen Anlass gegeben, Ordner an seiner Bank zu platzieren.

Hitzige Diskussion

Auch Halter verurteilt die Zwischenrufe des eigenen Anhangs, wenngleich er ein gewisses Verständnis aufbringe, weil das Plakat von Anfang an für eine „angespannte Stimmung“ gesorgt habe. Nachdem die beiden Störenfriede von Ordnern des Platzes verwiesen worden waren, sei es aber wieder ruhig geworden. Deshalb habe er sich umso mehr gewundert, warum plötzlich zwei Ordner in gelben Westen „beinahe schon auf unserer Bank saßen“, wie Halter berichtete. Er habe den Ordner dann gefragt, was dieser hier zu suchen habe, und als Antwort bekommen, der Schiedsrichter habe das so veranlasst. „Daraufhin wollte ich ihn wegschicken, und es hat sich eine kleine Diskussion ergeben, die auch etwas hitziger wurde“, berichtete der Bruchmühlbacher Trainer.

„Ich bin dann mit dem Ordner, der sich beim Schiri über mich beschweren wollte, auf den Platz und habe den Schiri gefragt, ob er das veranlasst habe“, schilderte Halter. Dies habe der Unparteiische verneint und die Ordner auch gebeten, etwas Abstand von der Bank zu halten.

Vergeben und vergessen

Metzger und Halter sind sich einig, dass es „eigentlich ein richtig gutes A-Klasse-Spiel war“, das „trotz aller Härte fair geführt“ wurde. Man habe sich nach dem Spiel unterhalten und die Sache aus der Welt geschafft. „Natürlich hat mich das Plakat geärgert, aber ich hatte nach dem Spiel ein wirklich gutes Gespräch mit Karl Metzger und hege keinerlei Groll gegen den Verein“, sagte Halter.

Und auch Metzger erklärte gegenüber der RHEINPFALZ, man trage dem FVB nichts nach. „Die Aktion unserer Anhänger war nicht gut, die Äußerungen der Gästefans auch nicht, aber es ist halt passiert und nicht mehr zu ändern. Von unserer Seite gibt es aber keinen Grund, nachtragend zu sein“, erklärte der Vorsitzende. Es sei nur schade – da sind sich beide einig –, dass die Vorkommnisse ein wirklich gutes Fußballspiel überschattet hätten.

x