Wolfstein „Trickbetrüger, oder was?“: Potenzielle Opfer durchschauen Masche
Wolfstein. Ende vergangener Woche schwappte erneut eine Welle von Schockanrufen durch die Westpfalz. Der Polizei zufolge reagierten die Betroffenen in den gemeldeten Fällen mit verschiedenen Taktiken, aber immer so, dass die Betrüger erfolglos auflegten.
Die Betrüger versuchten am Donnerstag, mit zwei Versionen ihre Opfer reinzulegen. Zum einen spielten sie ihren potenziellen Opfern eine angebliche Erkrankung eines nahen Verwandten vor, der dringend Geld für teure Medikamente aus dem Ausland benötige. Zum anderen berichteten sie von einem angeblich tödlichen Unfall, der von einem Familienmitglied verursacht wurde. Um auf freien Fuß zu kommen, sei eine Kaution fällig.
Die Unfall-Version präsentierte ein vermeintlicher Polizeibeamter einem Mann aus Wolfstein. Seine Tochter habe jemanden überfahren. Der Polizei zufolge reagierte der Angerufene ruhig und forderte per E-Mail eine Kopie des Dienstausweises des angeblichen Polizisten, der wiederum kurz gemeckert und dann das Gespräch beendet habe.
Wie der Wolfsteiner überführte auch eine Frau aus Otterberg den Betrüger durch geschickte Gegenfragen. Da ihr Sohn einen tödlichen Unfall verursacht habe, fragte sie den Anrufer erstmal nach dem Namen ihres Sohnes. Als sie diesen „zwecks Datenabgleich“ hätte selbst eingeben sollen, entgegnete die Frau nur: „Aha, Trickbetrüger, oder was?“ Die Antwort: „Ja, so ist es.“ Dann legte der Anrufer auf. Ein anderer Mann aus dem Kreis Kaiserslautern nannte den Betrügern einen falschen Namen und machte sich über die Anrufer lustig, die dann ebenfalls ohne Beute das Telefonat beendet haben.
Der Polizei zufolge blieben alle gemeldeten Betrugsversuche ohne Erfolg. Neben jenen, die die Masche durch geschickte Gegenfragen schnell durchschaut haben, hätten andere das Telefonat einfach beendet. Das sei die „einfachste und wirkungsvollste Masche, um den betrügerischen Geschichten zu begegnen“, schreibt die Polizei.