Kusel
Tankstellen: Umsatzverluste, aber keine Existenzängste mehr
Im ersten Lockdown litten die Tankstellen in der Region unter dem Wegfall von Berufspendlern und Laufkundschaft. Beim Tabakumsatz habe man damals einen Aufschwung gesehen, weil die Grenze zu Luxemburg, wo die Preise für Zigaretten niedriger sind, geschlossen war, sagt Stephan Manuel, Tankstellenpächter aus Kusel. Daher mussten die Kunden in der Heimat Zigaretten kaufen. Auch jetzt sei der Kraftstoffumsatz deutlich eingebrochen, der Umsatz im Shop dagegen gleich geblieben oder sogar etwas gestiegen. „Es ist weniger los“, sagt Manuel. „Wir leben aber nicht in erster Linie vom Kraftstoff.“ Ansonsten läuft sein Betrieb wie gewohnt, ohne Kurzarbeit für die zehn Mitarbeiter oder verkürzte Öffnungszeiten.
Weniger Umsatz beim Kraftstoff
Ähnlich sieht es an der Esso-Tankstelle in Theisbergstegen aus. „Man merkt, dass die Umsätze hauptsächlich beim Benzin zurückgegangen sind“, sagt Mitinhaberin Claudia Drumm. Während des ersten Lockdowns habe sie die Tankstelle zum Teil abends früher geschlossen, zur Zeit ändere sich an den üblichen Öffnungszeiten nichts. Auch die Hygienemaßnahmen gelten weiterhin: Zusätzlich zu Trennscheibe und Gesichtsmasken werde alle 30 Minuten gelüftet und das EC-Gerät sowie die Türgriffe desinfiziert. „Wir machen, was wir können“, sagt Drumm.
Die beiden Shell-Tankstellen, die Gisela Lang in Konken und Ramstein-Miesenbach betreibt, sind seit der Corona-Krise nur noch bis 20 statt 22 Uhr geöffnet. „Das lohnt sich sonst nicht, wenn in den letzten zwei Stunden nur drei Leute kommen“, sagt sie. Nach der Pandemie sollen die Tankstellen wieder länger geöffnet sein.
Umsatzpacht gesenkt
Der Absatz an Kraftstoffen sei im zweiten Lockdown deutlicher eingebrochen als im vergangenen Frühjahr. Das sei aber kein allzu großes Problem, da Shell die Umsatzpacht gesenkt habe. „Man verdient nicht viel am Benzin“, erklärt Lang. Wichtiger seien die Umsätze aus dem Tankstellenshop. „Da geht es noch. Es könnte besser sein, aber es ist nicht so, dass wir kaputt gehen“, sagt sie. Auf dem Land seien die meisten Menschen schließlich doch auf das Auto angewiesen.
Daher sei wie sonst auch „die Hölle los, sobald die Preise niedriger sind“. Allerdings haben die Pächter keinen Einfluss auf die Preise. „Die ändern sich teilweise 25 Mal am Tag“, sagt Lang. Auf Anrufe von Kunden, die wissen wollen, ob sich eine Tankfüllung gerade lohnt, könne sie meist keine sichere Antwort geben, denn: „Bis sie hergefahren sind, hat es sich meist schon wieder geändert.“