Kreis Kusel
Straßenbau: Land gibt mehrere Millionen Euro für Projekte im Kreis
Das Land will in den zwei Jahren knapp 274 Millionen Euro in den Landesstraßenausbau investieren, davon fließen knapp 6,8 Millionen Euro in den Kreis Kusel. Zehn Projekte sind in dem sogenannten Landesstraßenausbauprogramm vorgesehen. „Wir haben da ein strammes Programm vor der Brust“, sagt Richard Lutz, Dienstellenleiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern. Er betont allerdings, dass bei einigen im Programm aufgeführten Projekten in den kommenden Jahren noch kein Baubeginn in Sicht ist, sondern zunächst die Planungen weiter vorangetrieben werden. „Da müssen wir priorisieren“, ergänzt er.
Ganz oben auf der LBM-Liste stehen deshalb drei Projekte, die bereits im Landesstraßenausbauprogramm des Jahres 2022 geführt wurden und nun erneut auf der Liste zu finden sind: der Ausbau der Landesstraßen zwischen Pfeffelbach und Thallichtenberg sowie der Ortsdurchfahrt Konken, Wahnwegen und Eßweiler. Weit gediehen ist das Vorhaben an der L349 zwischen Pfeffelbach und Thallichtenberg. „Die Ausschreibung ist in den letzten Zügen“, sagt Lutz. Das Ziel sei, dort noch in diesem Jahr loszulegen. Im Landesstraßenausbauprogramm sind für die Jahre 2023 und 2024 fast 1,7 Millionen Euro vorgesehen.
Idee der Mittelinsel
Mehrfach vorgestellt wurde auch die Planung für die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Wahnwegen. Dort soll die L360 auf einer Länge von 1,1 Kilometern ausgebaut werden, mitsamt Querungshilfe für Fußgänger, breiteren Wegen und Kreiselbau. „Auch hier sind wir gerade dabei, die Unterlagen zusammenzustellen, um schließlich Baurecht zu erhalten. Wir hoffen, die Arbeiten noch in diesem Jahr ausschreiben zu können.“ Im Landesstraßenbauprogramm stellt das Land in den kommenden beiden Jahren hierfür 1,8 Millionen Euro bereit.
In Eßweiler werden die Bagger in den kommenden Jahren ebenfalls rollen, um die L372 zu erneuern, die aus Richtung Oberweiler kommend durch die Ortslage in Richtung Rothselberg führt. „Die Planung in Sachen der Engstelle und mit Hausabriss ist mehrfach vorgestellt worden.“ Lutz hofft, dass die Arbeiten in den kommenden Jahren angepackt werden können. Im Ausbauprogramm des Landes stehen hierfür 2023 100.000 Euro und 2024 eine Million Euro bereit.
Hinsichtlich dem geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt Konken gilt es noch eine größere Hürde zu nehmen. „Die Gretchenfrage dort ist, wie wir das mit dem Fahrbahnteiler am Ortseingang von Herschweiler-Pettersheim kommend hinbekommen“, schildert der LBM-Dienststellenleiter. Seit Mitte August wird der Verkehr dort durch gelbe Bodenbarrieren ausgebremst. Eine Testphase. Der Verkehr soll so beruhigt werden. Anwohner berichten allerdings von einer Verschlechterung der Situation. „Wir loten derzeit aus, ob wir zur Ursprungsidee, einer Mittelinsel, zurückkehren können. Dabei gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem dafür notwendigen Grunderwerb“, sagt Lutz, der hofft, dass bald eine Lösung gefunden wird – vielleicht auch über das Flurbereinigungsverfahren. „Ansonsten steht die Planung.“ Im Landesstraßenausbauprogramm stehen für die Arbeiten in den kommenden beiden Jahren 780.000 Euro bereit.
Brücken und Hangsicherung
In zwei Jahren könnten auch im Matzenbacher Ortsteil Gimsbach die Bagger rollen. „Im Bauprogramm ist die Maßnahme 2024 aufgeführt – mit 100.000 Euro“, sagt Lutz. Die Planung für den Ausbau der Ortsdurchfahrt sei aber bereits weit fortgeschritten, im kommenden Jahr will der LBM das Baurechtsverfahren einleiten. Dringend notwendig sei auch, dass in Kappeln etwas passiert. „Da ist die Ortsdurchfahrt in einem sehr schlechten Zustand“, weiß Lutz. 2024 soll der erste Bauabschnitt in Angriff genommen werden – das Land hat hierfür 350.000 Euro im Ausbauprogramm bereitgestellt.
Zudem investiert das Land eine halbe Million Euro für den Ausbau der L386 bei Rudolphskirchen (zwischen Nußbach und Rathskirchen). „Genau genommen muss die Maßnahme dem Donnersbergkreis zugeordnet werden“, betont Lutz. Allerdings sei auch im Ausbauprogramm des Landkreises Kaiserslautern eine Maßnahme an der L358 zu finden, die den Landkreis Kusel betrifft. Konkret geht es um die Strecke zwischen Elschbach und Nanzdietschweiler. Hierfür sind im kommenden Jahr 600.000 und 2024 200.000 Euro eingeplant.
Allerdings sind in dem Programm nicht nur Straßen in den Blick genommen worden. Im Nordkreis soll zudem ein Hang zwischen Hefersweiler und Wolfstein gesichert werden (Landesanteil 270.000 Euro). „Ob dort die Stützwand komplett neu gebaut wird, ist allerdings noch nicht entschieden“, betont Lutz. Ebenfalls ins Ausbauprogramm, wie auch bereits 2022, wurden die Brückensanierungen in Kusel an der L360 (100.000 Euro) sowie in Rehweiler aufgenommen (100.000 Euro).
Die Sandsteinbrücke in Rehweiler ist eines der Sorgenkinder beim Landesbetrieb Mobilität. Dort soll die Brücke im Bestand saniert und eine separate Fußgängerbrücke gebaut werden. Derzeit laufen Berechnungen, welche Auswirkungen die Pfähle der Fußgängerbrücke auf die Hochwassersituation am Glan haben könnten. Bei dem Bauwerk in der Kreisstadt handelt es sich um die Brücke zwischen dem Musikantenlandkreisel und dem Kreisel am Rosengarten. „Das wird ein sehr schwieriges Projekt, nicht nur wegen der Verkehrsführung, sondern auch deshalb, weil dort zahlreiche Leitungen verlaufen“, schildert Lutz.