Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Steil nach oben

Paul Müller, bester Rookie in der internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft durch den ADAC-Regionalverband
Paul Müller, bester Rookie in der internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft durch den ADAC-Regionalverband

Der Pfeffelbacher Paul Müller macht riesige Fortschritte im Motorrad-Rennsport und fährt jetzt gegen Europas Elite. Was treibt ihn an?

Paul Müller aus Pfeffelbach ist weiterhin in der Erfolgsspur im Motorrad-Rennsport. Er entwickelt sich stets weiter, und das macht sich in Erfolgen bemerkbar. Nach seinem Meistertitel im Jahre 2024 in der Youngster-Klasse setzte der 16-jährige Gymnasiast in der nun abgelaufenen Rennsaison den nächsten Meilenstein. Sein Aufstieg ist rasant und wird sich auch in der neuen Saison fortsetzen. Die diesjährige Auszeichnung als bester Rookie in der internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft durch den ADAC-Regionalverband ist nur eine Zwischenstation.

Aus dieser Klasse heraus stieg der junge Pilot gleich zwei Klassen höher und fuhr in der Saison 2025 in der Klasse S 1, der Königsklasse des Motorradrennsports. Dahinter steckt kein geringerer Wettbewerb als die Internationale Deutsche Supermoto-Meisterschaft (IDM) mit einem starken internationalen Fahrerfeld. „Der direkte Aufstieg aus der Youngster-Klasse in die S-1-Klasse ist ungewöhnlich und stellt sportlich gesehen einen sehr großen Schritt dar“, sagt Markus Schmidt, der ADAC-Pfalz-Sportleiter. Nicht nur das Umfeld war für den Piloten aus dem Kuseler Land neu, sondern auch sein Sportgerät. Denn in der Youngster-Klasse starten überwiegend Nachwuchsfahrer mit leistungsschwächeren Zweirädern. In der höchsten Klasse sind es die schnellsten und erfahrensten Fahrer aus ganz Europa. „Und darunter sind ehemalige und aktuelle Piloten, die bei Weltmeisterschaftsläufen an den Start gehen“, erklärt Paul Müller.

Anpassung nach Umstieg

Unterwegs war der aufsteigende Motorradsportler auf einer Husqvarna. In der Youngster-Klasse war es ein Motor mit einem Hubraum von 250 Kubikzentimetern, der etwa 45 Pferdestärken leistete. In der neuen Klasse war es ein Motor mit einem Hubraum von 450 Kubikzentimetern, der immerhin auf etwa 70 Pferdestärken kam. „Der Umstieg erforderte innerhalb kürzester Zeit eine Anpassung an die Technik, den Fahrstil und die daraus resultierende Belastung“, sagt der schnelle Pilot. Durch die leistungsstärkeren Motoren ist das Renntempo höher und „damit die körperliche Belastung erheblich größer“.

Verletzungsbedingt fehlte Paul Müller beim Saisonauftakt und konnte erst beim Rennen in Cheb in Tschechien an den Start gehen. Auf Anhieb fuhr der Pilot aus Pfeffelbach unter die besten zehn Fahrer und machte so auf sich aufmerksam. Nochmals aufhorchen ließ er die Konkurrenz mit Plätzen unter den besten fünf Piloten bei den Rennen in Schaafheim und Wittgenborn. Jeweils war er, teils mit Abstand, der jüngste Fahrer im Starterfeld und zeigte viel Übersicht und Taktgefühl. Ein besonderes Erlebnis gab es für ihn im Oktober im belgischen Mettet. Unter mehr als 400 Startern qualifizierte sich der Westpfälzer für das Finale der besten 50 Piloten, darunter etliche Fahrer aus der Weltmeisterschaft. Auch dort war Paul Müller der jüngste Fahrer und überquerte auf Rang 21 liegend die Ziellinie. „Ein wichtiger Faktor für meine Entwicklung ist die Unterstützung durch ein harmonisches und funktionierendes Umfeld“, betont der Motorrad-Pilot. Er fährt für das S-TECH-Racing-Team, „das während der gesamten Saison mein größter sportlicher Unterstützer ist“.

Eigener Mechaniker

„Darüber hinaus steht mir ein eigener Mechaniker zur Seite“, verrät der erfolgreiche Pilot. „Ebenso tragen meine Familie und meine Schule maßgeblich dazu bei, indem sie mir während der Saison den Rücken frei halten und es mir ermöglichen, Schule und Leistungssport zu verbinden“, lobt Paul Müller. „Da Leistungssport mit hohem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden ist, spielt Unterstützung auf und abseits der Strecke eine wichtige Rolle. Jede Form der Unterstützung ist mir dabei willkommen“, sagt der Nachwuchsfahrer weiter. Seit drei Jahren gehört er dem Förderkader des ADAC-Regionalverbandes Pfalz an. „Im Rahmen dieses Programms nehme ich regelmäßig an Schulungen, Lehrgängen sowie Fitness- und Leistungstests teil, die meine sportliche und persönliche Entwicklung zusätzlich fördern.“

Um körperlich fit zu bleiben, trainiert er regelmäßig im Fitnessstudio, und er ist aktiver Schwimmer bei der DLRG. „In meiner Freizeit schraube ich gerne an Zweirädern und fahre leidenschaftlich Motorrad“, sagt der Schüler am Wirtschaftsgymnasium in Kusel. „Mein Ziel ist es, mich mit Disziplin, Leidenschaft und kontinuierlicher Arbeit in der S-1-Klasse weiter nach vorne zu entwickeln“, blickt er in die Zukunft. Bislang standen in seinem Leben immer die Zweiräder im Mittelpunkt. Zunächst ab dem vierten Lebensjahr im Motocross, einer Sportart auf losem Untergrund auf speziellem Gelände. Es blieb für ihn nicht beim Freizeitsport. „Der Reiz auf Wettbewerbe war groß, und im Alter von sechs Jahren bestritt ich meinen ersten Renneinsatz.“ Schnell stellten sich die Erfolge ein, und er kam im Gelände zu Meisterehren.

Schlüsselerlebnis

Einen Einschnitt gab es für ihn im Jahr 2022: „Ich wurde zu Testfahrten auf einer Straßenmaschine nach Sankt Wendel eingeladen. Ab diesem Zeitpunkt lag mein Fokus auf der Straße“, erinnert sich der Zweiradspezialist. Zunächst fuhr er im Team Michelin-Rennwerke und wurde Vize-Meister der Junioren. Im S-TECH-Racing-Team setzte sich dann seine Erfolgsserie fort, und er hat noch große Ziele auf dem sportlichen Sektor.

Paul Müller (links) und ADAC-Sportleiter Markus Schmidt bei der Pokalübergabe.
Paul Müller (links) und ADAC-Sportleiter Markus Schmidt bei der Pokalübergabe.
x