Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Statistisches Landesamt: Kreis weiterhin am höchsten verschuldet

Durch den Kreishaushalt lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende bei 2774 Euro.
Durch den Kreishaushalt lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende bei 2774 Euro.

Der Kreis Kusel darf weiterhin die zweifelhafte Ehre tragen, der am höchsten verschuldete Landkreis in Rheinland-Pfalz zu sein. Das gilt erst recht, wenn die Schulden der Verbands- und Ortsgemeinden hinzugerechnet werden. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamts hervor.

Zum Jahresende betrug demnach die Pro-Kopf-Verschuldung durch den Kreishaushalt 2774 Euro. Insgesamt listet das Statistische Landesamt nur für den Kreis Schulden in Höhe von 194,3 Millionen Euro auf, davon 170 Millionen Euro als Liquiditäts- und 24,3 Millionen als Investitionskredite. Liquiditäts- oder Kassenkredite sollten eigentlich nur dazu dienen, kurzfristige Engpässe zu überbrücken.

Am besten steht der Landkreis Mainz-Bingen da. Der ist laut Landesamt schuldenfrei. Im Landesschnitt hatten die Kreise eine Pro-Kopf-Verschuldung von 750 Euro; also nur etwa ein Viertel der Kuseler Verschuldung. Drastisch ist der Vergleich mit anderen Regionen, wenn man die Zahlen für den Landkreisbereich anschaut – also inklusive Verbands- und Ortsgemeinden. Hier beträgt die statistische Schuldenlast jedes einzelnen Einwohners laut Landesamt 6430 Euro; insgesamt 450,3 Millionen Euro, davon 302,3 Millionen Liquiditätskredite.

Geringere Steuereinnahmen

Die geringste Pro-Kopf-Verschuldung aller Kreise in Rheinland-Pfalz weist der Westerwaldkreis mit 420 Euro auf. Im Landesschnitt war jeder Bürger mit 2063 Euro für seine Kommunen verschuldet. Während die Schulden im Landkreisbereich 2020 um 0,9 Prozent sanken, stiegen sie im Landkreisbereich Kusel erneut an.

Die Finanzprobleme der Region zeigen sich auch in anderen Kennzahlen. Für alle Ortsgemeinden im Kreis kommt das Statistische Landesamt zu einer Steuereinnahmekraft von 756 Euro pro Einwohner. Im Landesschnitt sind es hingegen 1115 Euro. Zugleich leisten sich der Kreis und seine Kommunen laut der Aufstellung aus Bad Ems mehr Beschäftigte in ihrer Verwaltung als anderswo. Für die Kreisverwaltung allein werden hier 5,8 Beschäftige pro 1000 Einwohner gelistet, im Landesschnitt sind es nur 3,5. Für den Landkreisbereich, also für alle kommunalen Verwaltungen, haben die Statistiker 16,8 Beschäftigte pro 1000 Einwohner errechnet, im Landesschnitt sind es 13,9.

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