Kreis Kusel
Stadtplaner stellen Ausschuss Ideen für Lauterecker Innenstadtentwicklung vor
Valerie Barchet und Roland Kettering vom Büro BBP Stadtplanung stellten den ersten Entwurf zum Antrag auf städtebauliche Förderung der Innenstadtentwicklung vor. Das vorläufige Konzept umfasst private und öffentliche Maßnahmen. Bei der Sanierung von 1991 bis 2018 sei einiges offen geblieben. Fünf zentrale Aspekte hat das Planungsbüro ausgemacht: Zum einen sind das Leerstände, durch deren Belebung eine Aufwertung des Stadtkernes gelingen könnte. Ein Schlüsselprojekt mit Strahlkraft sehen die Planer südlich der Glanbrücke im leerstehenden ehemaligen Lony-Gebäude. Man müsse aktiv auf die Eigentümer zugehen, beraten und aufzuklären. Die Möglichkeiten der Abschreibung und Zuschüsse stellten in der Regel einen Anreiz dar, wurde dem Ausschuss auf Nachfrage versichert – es müsse versucht werden, auch wenn es sicherlich in Lauterecken schwieriger sei als in Mainz, und ein gewisses Potenzial sei vorhanden.
Neben Fassadengestaltungen passend zum Stadtbild sind zentrales Anliegen der Planer beispielsweise auch die Aufwertung und bessere Übersichtlichkeit des Gebietes nördlich der Glanbrücke im Bereich von NKD und Kik.
Stolperfalle Kopfsteinpflaster
In Sachen Barrierefreiheit sei über das Kopfsteinpflaster nachzudenken, welches schön anzusehen sei, aber nicht selten eine Stolperfalle darstelle. Außerdem seien mehr Ruheinseln oder auch Bordsteinabsetzungen sinnvoll. Positiv bewerten die Planer neben vielen Parkplätzen vor allem die zahlreichen Fußwege-Verbindungen innerhalb der Stadt, allerdings seien letztere oft in schlechtem Zustand. Zentral sei auch der Ausbau der Lautertalstraße, da deren Zustand einen ersten negativen Eindruck vermittele.
„Lauterecken sieht blau“ soll Glan und die Lauter besser erlebbar machen. Diesen Standortfaktor gelte es mehr in den Fokus zu rücken. Eine bessere Vernetzung und Freizeitmöglichkeiten wie Kinderspielflächen oder auch Mehrgenerationenplätze sei möglich. Wegen der dichten Bebauung der Innenstadt sei es wichtig, den Bewohnern nah ihrer Wohnung Kommunikationsräume und Treffpunkte zu bieten. Dort lauere verborgenes Potenzial, „welches die Stadt nach vorne bringen kann“.
Wichtig nannten die Planer auch ein Klimaschutzkonzept sowie mehr Begrünung. In diesem Zusammenhang bekommt auch „Lauterecken sieht grün“ zentrale Bedeutung. Die Grünversorgung oder sogenanntes Urban Gardening, also gemeinsames Gärtnern auf kommunalen Flächen seien Möglichkeiten, die vorhandenen Freiflächen zu nutzen und den an sich attraktiven Stadtkern weiter aufzuwerten.
Signal ans Land
Valerie Barchet und Roland Kettering betonten, dass nicht alles schlecht geredet werden solle und einiges auch schon gelungen sei. Trotzdem gebe es Missstände sind und mit Neuem könne die Stadt vorwärts gebracht werden. Die Kosten bisher vorgeschlagener Maßnahmen, die neben Straßenausbau beispielsweise auch ein Wegeleitsystem und private Sanierungen enthalten, belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. „Das ist ein Signal ans Land, dass es Bedarf gibt“, erklärte Kettering.
Sobald der Antrag fertig ist, geht er zur Prüfung an das Land, erst dann gehe es richtig los mit vorbereitenden Untersuchungen, einem Rahmenplan und der Bürgerbeteiligung, erklärte der Planer. Bürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis befand: „Das sieht vielversprechend aus.“ In der kommenden Sitzung des Stadtrates soll darüber eingehend beratschlagt werden.
Arbeiten für Haus Busch vergeben
Voran geht es im Haus Busch, Hauptstraße 45. Bei allen fünf Ausschreibungen, beispielsweise für Maler- und Bodenbelagsarbeiten, gingen Angebote ein, die aber noch nicht geprüft waren. Steinhauer-Theis befand: „Das sieht gut aus und liegt in etwa im Kostenrahmen.“ Für die Sitzung am Donnerstag, 20. Februar, werden dem Stadtrat genaue Zahlen vorliegen, sodass die Vergabe erfolgen kann. Die Stadt hat sich selbst einen engen Zeitrahmen gesetzt, denn bis zum Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Beigeordneter Peter Kriese berichtete, dass einige Arbeiten von städtischen Arbeitern übernommen werden könnten – sofern diese mit ihren anderen Verpflichtungen und dem allgemeinen Zeitplan nicht kollidierten. Sollte der Zeitplan gefährdet sein, müssten eventuell weitere Arbeiten an ein Unternehmen gegeben werden, da man Verantwortung gegenüber dem Pächter habe. Genaue Absprachen liefen über ihn.