Matzenbach Störche werden dem Gimsbacher Mast wohl fernbleiben

Der Strommast heute mit Pylon. Eine Plattform kommt laut Pfalzwerken nicht infrage.
Der Strommast heute mit Pylon. Eine Plattform kommt laut Pfalzwerken nicht infrage.

Michael Comtesse aus Gimsbach trauert den Störchen nach, die vor Jahren direkt vor seiner Haustür ein Nest gebaut hatten – das allerdings schon bald wieder Geschichte war. Ein Pylon sorgt seitdem dafür, dass dort nicht noch ein Nest entsteht.

Der Artikel zu den Arbeiten der Pfalzwerke an Storchennestern im Landkreis Kusel vergangene Woche hat Michael Comtesse aus Gimsbach daran erinnert, dass sich die großen Vögel vor mittlerweile drei Jahren niederlassen wollten. „Direkt vor unserer Haustüre hatte ein Storchenpaar an der Kreuzung Römerstraße/Im Dellchen in Gimsbach ein Nest gebaut und gebrütet“, erinnert er sich zurück. „Wir hatten aus Baumschnittabfällen Nestbaumaterial angeboten, das auch gerne angenommen wurde, und unsere Freude an unseren neuen Mitbewohnern.“

2023 sei das Nest jedoch von den Pfalzwerken abgeräumt und durch einen rot-weißen Plastikhut ersetzt worden, der einen Neubau unmöglich macht. Comtesse: „Das hat uns zugleich traurig und böse gemacht. Wir trauern unserem vertriebenen Storchenpaar nach.“ In der Hoffnung, dass der Pylon vielleicht doch einer Plattform weichen könnte und ein neues Storchenpaar dort heimisch wird, hatte er sich an die RHEINPFALZ gewandt.

Pfalzwerke: „Nicht jeder Mast ist gleich“

Auf den konkreten Strommast angesprochen, antwortet ein Pressesprecher der Pfalzwerke: „Bei diesem Mast ist ein leichter Leitungswinkel vorhanden und eine Zugrichtung vorgegeben. Erschwert man jetzt noch den Kopf des Masts, indem man ein Podest daraufsetzt – und dann noch ein Nest darauf platziert wird –, erhöht sich die Gefahr der Schieflage oder eines Bruchs. Daher können wir an dieser Stelle den Nestbau leider nicht ermöglichen. Deshalb wurde auch die Pylone aufgestellt.“

Weiter heißt es in der Antwort: „Grundsätzlich gilt, dass nicht jeder Mast gleich ist. Was auf einem Mast möglich ist, kann auf einem anderen nicht möglich sein.“ Der Winkel, eine mögliche Schieflage des Masts, das Material des Masts, das Alter, ob Bohrlöcher vorhanden sind, wie stark der Mast von der Witterung betroffen ist: All diese Dinge spielten eine Rolle bei einer solchen Beurteilung.

Comtesse zeigt sich desillusioniert: „Wir sind enttäuscht, dass es wohl keine Störche mehr vor unserer Haustüre geben wird. Wirklich schade. Sie waren uns so angenehme Hausgenossen, die viel Abwechslung und Leben gebracht haben.“

Das Storchennest Kreuzung Römerstraße/Im Dellchen in Gimsbach mit Störchen.
Das Storchennest Kreuzung Römerstraße/Im Dellchen in Gimsbach mit Störchen.
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