Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel der Woche: „Hüwa“ erwartet Nachbarn zum Kerwe-Derbytanz

Trifft und trifft: Marc Knapp (im schwarzen Trikot) hat mit zehn Toren großen Anteil am vorzüglichen Start der SG Hüffler/Wahnwe
Trifft und trifft: Marc Knapp (im schwarzen Trikot) hat mit zehn Toren großen Anteil am vorzüglichen Start der SG Hüffler/Wahnwegen.

Derby auf dem Hartplatz? Keine Frage, daran führt kein Weg vorbei. Weil in Wahnwegen Kerwe ist, empfängt die SG Hüffler/Wahnwegen am Samstag die SG Haschbach/Schellweiler auf dem Hartplatz. Gerät dort einer der Rivalen aus dem Tritt?

„Guter Start, jetzt Kerwespiel, ein Derby – es gibt Schlimmeres. Wir freuen uns jedenfalls darauf“: Viktor Luks ist vor der Begegnung mit dem B-Klassen-Nachbarn bester Dinge. Klar, dazu trägt sicherlich bei, dass der Neu-Trainer mit seiner Truppe einen vorzüglichen Start erwischt hat. „Hätte mir vorher einer die Punktzahl nach sechs Spielen vorausgesagt, ich hätte mich riesig gefreut“, sagt der spielende Coach der SG „Hüwa“. Im Nachhinein allerdings fuchst ihn, dass die SG bei ihren beiden Remis die Punkte verbummelt hat. Da sei jeweils mehr drin gewesen, blickt der Routinier zurück.

Vor Wochenfrist hatte Luks die SG beim Spitzenclub SG Jettenbach/Eßweiler/Rothselberg mit seinem Treffer Minuten vor Schluss vor der ersten Niederlage bewahrt. Mit 1:3 lagen die Gäste schon im Hintertreffen, genau so wie zuvor bei der Reserve der „Rowos“. Dass die Mannschaft beide Male einen Zwei-Tore-Rückstand (spät) wettgemacht hat, spricht für die Moral. „Trotzdem: Da haben wir uns jeweils selbst anzukreiden, dass wir nicht gewonnen haben“, findet Luks trotz der guten Ausgangslage und des fast reibungsfreien Auftakts durchaus kritische Worte.

Trainer einst vereint am Ball

Immerhin: Dank der Entschlossenheit seiner Truppe, die Rückstände zumindest noch bis hin zu einem Teilerfolg zu biegen, bleibt Viktor Luks als Trainer bislang in der Meisterrunde ungeschlagen. Lediglich das Pokalaus in Landstuhl trübt leicht die Bilanz. Luks’ Kontrahent steht nicht viel schlechter da. Patrick Scheidt hat mit der SG Haschbach/Schellweiler – mit vier Siegen und einem Remis – 13 Zähler eingeheimst. Mithin nur einen weniger als die einen Rang besser auf Position drei notierten „Hüwas“.

Also steigt am Samstag (16 Uhr) auf hartem Untergrund ein Verfolgerduell. Dabei treffen zwei Trainer aufeinander, die einiges gemeinsam haben. Bis vor acht Jahren agierten die beiden gemeinsam auf Verbandsliga-Niveau, waren feste Größen im Team der SG Blaubach-Diedelkopf, ehe dort im Mai 2014 mit dem Abstieg auch der Verein auseinanderbrach. Luks wie Scheidt waren bis zuletzt dabei – und beweisen auch seither Vereinstreue.

„Beim Heimatverein hängen geblieben“

„Ich habe meinen Kumpels zugesagt, dass ich eine Saison bei meinem Heimatverein spiele“, sagt Luks mit leichter Belustigung: „Ich bin dann eben hängen geblieben ...“, sagt der in Wahnwegen beheimatete 31-Jährige. Als Coach wäre er sicherlich schon viel früher in Frage gekommen. Das berufliche Engagement aber ließ dies nicht zu; Luks war zehn Jahre in Mainz zu Hause. An Ostern aber kam er in die Pfalz zurück, hat sich nun endgültig in Wahnwegen niedergelassen. Die Gelegenheit war günstig ...

Kollege Scheidt indes betrachtet inzwischen seinerseits die SG Haschbach/Schellweiler als seinen neuen Heimatverein. Dort war er vor Jahren schon mal als Trainer aktiv. Zwischenzeitlich hatte es ihn zum FC Freisen gezogen, wo der heute 34-Jährige noch einmal auf höherem Level kickte.

Scheidt im Sommer gern zurückgekehrt

Nach einer schweren Verletzung aber war damit Schluss. Für die B-Klasse reicht es noch locker. Inzwischen am Remigiusberg heimisch, hat Scheidt dann zu Rundenbeginn die Herausforderung angenommen. Es habe einige Offerten gegeben, doch er entschied sich für den neuen „Heimatverein“. „Eigentlich bin ich Spielertrainer“, sagt Scheidt. Doch so gern der 34-Jährige noch spielt: Er passt da eigentlich nicht in das Konzept seines Vereins – und in sein eigenes. „Wenn es irgendwo fehlt oder der Spielstand es erfordert, greife ich noch ein.“ Ansonsten aber lässt er die Jungen ran.

Scheidt will bei der Spielgemeinschaft Haschbach/Schellweiler etwas (weiter-) entwickeln, eine Mannschaft formen, junge Spieler an höhere Aufgaben heranführen. „Sie müssen den Schritt zum Erwachsenenfußball gehen“, fordert er – und sieht seine Truppe auf einem guten Weg.

Im Oktober warten die Brocken

Etwas verwunderlich ist die bisherige Punktebilanz angesichts Scheidts Schilderung, dass in der Vorbereitung einiges schiefgegangen sei. Kerwe in Haschbach und in Schellweiler, dazu ein krankheitsbedingter Ausfall von ihm selbst – da seien gut zweieinhalb Wochen der Vorbereitungsphase mit nur wenig Wirkung verpufft. Dann aber kam das Team rasch in Tritt. „Aber wir hatten auch ein recht einfaches Programm bisher“, verweist der Coach darauf, dass die Brocken jetzt noch kommen.

Der Oktober wird weisen, wohin der Weg führt. Jetzt warten Brocken, der erste lauert am Samstag in Wahnwegen. Scheidt warnt vor der bärenstarken Offensive der Gastgeber mit Marc Knapp und dem erst 18-jährigen Kenny Rudolph Metzger. Je viermal erfolgreich, hatten sie beim 10:0 den FV Kusel II fast alleine gebürstet. „Die haben zusammen 19 Tore geschossen. Wir haben insgesamt gerade mal eins mehr“, stellt Scheidt fest.

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