Motorsport
Slalom des MSC Brücken: Familienduelle und saarländische Meisterschaft
Der Motorsport tut sich schwer, Veranstalter der Slaloms verzeichnen derzeit recht wenige Teilnehmer. „Es wird einige Zeit dauern, bis wir wieder an die Starterzahlen kommen, die wir vor der Corona-Pandemie hatten“, berichtete auch MSC-Slalomleiter Matthias Meiers. In der Tat stehen noch immer einige Wettbewerbsfahrzeuge in den Garagen statt für die Rennen fit gemacht zu werden.
Gedanken um sein Fahrzeug braucht sind Alexander Feick aus Quirnbach nicht zu machen. Als Mitglied des Motorsportclubs (MSC) Brücken steht ihm der Weg zum clubeigenen Volkswagen-Lupo offen. So auch an diesem Wochenende. Mit diesem Gefährt stieg er 2021 nach Jahren im Jugend-Kart-Slalom nahtlos in den Auto-Slalom um. Schon früh ging es am Wochenende für den 19-Jährigen aus dem Bett: Um sechs Uhr hieß es aufstehen. „Nach einer Tasse Kaffee habe ich das Fahrzeug meines Vaters Andreas beladen und dann ging es auf die Fahrt nach Krottelbach“, erzählt er. Mit im Gepäck: Führerschein, Lizenz, Helm und Handschuhe. Um sieben Uhr kam er auf dem Veranstaltungsgelände an, doch dort ging es nicht gleich in den Wettbewerb. Als MSC-Mitglied legte er mit Hand an, damit die Slalomstrecke rechtzeitig vor dem Start des ersten Fahrzeuges fertig ist. „Ich habe Absperrbänder angebracht und Pylonen aufgestellt“, erzählt der junge Motorsportler. Nach reibungsloser Nennung ging es zur technischen Abnahme des Volkswagen-Lupo. „Dort wird das Fahrzeug auf den Originalzustand hin überprüft wie auch die Ausstattung von Sicherheitseinrichtungen. Auch hier bin ich schnell fertig gewesen, denn das Fahrzeug entspricht den Vorgaben.“
Bruder-Duell meist zu Florian Feicks Gunsten
Es dauerte nicht lange, da stand Alexander Feick auch schon an der Startlinie. Nach einem Trainingslauf folgten zwei Wartungsfahrten, die Zeiten daraus ergeben das Gesamtergebnis. „Die Zeiten waren schon ganz gut, aber die vielen Fehler ergaben kein gutes Ergebnis“, berichtet der Quirnbacher. „An meinen Bruder komme ich nicht heran. Der fährt auch schon ein paar Jahre länger als ich.“ Jener Florian Feick gewann letztlich erwartungsgemäß seine Klasse. „Ich setze auf die Gleichmäßigkeitsprüfung, da kommt es nicht auf die Bestzeit an, sondern auf zwei so weit wie möglich gleiche Zeiten und die Differenz entscheidet über Sieg und Platzierung“, erläuterte Alexander dagegen sein Ziel.
Er sollte größtenteils recht behalten, denn bei einer zeitlichen Abweichung von 1,26 Sekunden fuhr er auf Rang drei. Der große Pokal für den Sieger ging allerdings auch hier an seinen älteren Bruder Florian.
Einziger Slalom mit klasseweisen Starts
Ähnlich sah es am Sonntag aus. Florian Feick gewann die Klasse der Serienfahrzeuge bis 1400 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum, und trotz zweier Pylonenfehler reichte es für Alexander zum dritten Platz. In der Gleichmäßigkeitsprüfung drehte er den Spieß um. „Hier konnte ich mich gegen meinen Bruder ebenso durchsetzen wie gegenüber einigen erfahrenen Piloten“, freute sich der jüngere der beiden Feicks. Während der Sieg an seinen Mannschaftskollegen Matthias Meiers ging, holte sich der Nachwuchsfahrer den dritten Platz. Bruder Florian wurde wegen eines Pylonenfehlers Sechster.
Der MSC Brücken ist in der Umgebung der einzige Ausrichter von Clubsport-Automobil-Slaloms bei denen klassenweise gestartet wird. „Das ergibt Sinn und bringt mehr Chancengleichheit“, lobte Uli Roos aus Jakobsweiler (Donnersbergkreis). Die Klasse bleibe zusammen und alle Piloten hätten dadurch fast die gleichen Bedingungen auf der Strecke. „Wenn die Klasse über fast den gesamten Tag verteilt ist, kann es schon zu unterschiedlichen Bedingungen kommen“, fügte der Sembacher Manfred Weller an.
Tagessieger am Samstag wurde Yannick Steinbrenner (Mandelbachtal) im Mazda MX 5 mit einem Vorsprung von 1,72 Sekunden vor dem Hauensteiner Michael Schumacher im Volkswagen-Derby. Dieser schlug am Sonntag mit seiner Tagesbestzeit (1:30,28 Minuten) vor den beiden Nonnweilerern in einem Volkswagen-Polo, Stefan Petto (1:35,77) und Kai Petto (1:36,02), zurück. Am Sonntag war der Auto-Slalom zugleich ein Lauf zur saarländischen Slalom-Meisterschaft.
Ergebnisse
Samstag: Serienfahrzeuge bis 1400 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum: 1. Florian Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 1:49,86 Minuten; 2. Matthias Meiers, Schönenberg-Kübelberg, Volkswagen-Lupo, 4,86 Sekunden zurück; 3. Alexander Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 7,74 Sekunden zurück; bis 1800 ccm Hubraum: 1. Yannick Steinbrenner, Mandelbachtal, Mazda MX 5, 1:40,87 Minuten; über 1800 ccm Hubraum: 1. Timo Blon, Abstatt, Mini-Cooper, 1:51,47 Minuten; verbesserte Fahrzeuge bis 1400 ccm Hubraum: 1. Michael Schumacher, Hauenstein, Volkswagen-Derby, 1:42,59 Minuten; bis 1800 ccm Hubraum: 1. Jannik Mahl, Rülzheim, Suzuki Swift Sport, 1:46,59 Minuten; über 1800 ccm Hubraum: 1 Uli Roos, Jakobsweiler, Ford Escort RS 2000 MK I, 1:48,84 Minuten; Gleichmäßigkeitsprüfung: 1. Florian Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 19/100 Sekunden Abweichung; 2. Jannik Mahl, Rülzheim, Suzuki Swift Sport, 4/100 Sekunden zurück; 3. Alexander Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 1,07 Sekunden zurück; 6. Matthias Meiers, Schönenberg-Kübelberg, Volkswagen-Lupo, 2,13 Sekunden zurück;
Sonntag: Serienfahrzeuge bis 1400 ccm Hubraum: 1. Florian Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 1:42,79 Minuten; 2. Julia Rampert, Wadrill, Volkswagen-Polo, 2,69 Sekunden zurück; 3. Alexander Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 5,29 Sekunden zurück; 7. Matthias Meiers, Schönenberg-Kübelberg, Volkswagen-Lupo; bis 1800 ccm Hubraum: 1. Leon Reeb, Saarbrücken, Citroen Saxo, 1:39,89 Minuten; über 1800 ccm Hubraum: 1. Andreas Berker, Kaiserslautern, Mitsubishi Galant, 2:05,80 Minuten; verbesserte Fahrzeuge bis 1400 ccm Hubraum: 1. Michael Schumacher, Hauenstein, Volkswagen-Derby, 1:30,28 Minuten; bis 1800 ccm Hubraum: 1. Jannik Mahl, Rülzheim, Suzuki Swift Sport, 1:44,30 Minuten; über 1800 ccm Hubraum: 1. Steffen Stroh, Wadrill, Volkswagen-Golf, 1:36,30 Minuten; Gleichmäßigkeitsprüfung: 1. Matthias Meiers, Schönenberg-Kübelberg, Volkswagen-Lupo, 2/10 Sekunden Abweichung; 2. Andreas Berker, Kaiserslautern, Mitsubishi Galant, 22/100 Sekunden zurück; 3. Alexander Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo, 26/100 Sekunden zurück; 6. Florian Feick, Quirnbach, Volkswagen-Lupo.