Kusel
Siebenpfeiffer-Gymnasium: Bürger dürfen am Projekttag „Jüdisches Leben in Kusel“ mitwirken
Zum ersten Mal lädt das Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel am Mittwoch, 28. Januar, neben seinen Schülern auch interessierte Bürger zum Projekttag „Jüdisches Leben in Kusel“ ein. Dieser ist für die neunten Klassen schon seit Längerem obligatorisch. Anlass ist der bundesweite Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.
Ergänzend zum Geschichts- und Religionsunterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Historie der jüdischen Bevölkerung vor Ort. In der zehnten Klasse folgt ein Fahrt zu einer Gedenkstätte. Religionslehrer Ulrich Reh betont die Bedeutung der Aufarbeitung: „Wir erarbeiten immer einen Gegenwartsbezug. Man muss es so deutlich sagen: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Der Schule ist das Vermitteln von Zivilcourage deshalb sehr wichtig.“
Nicht jeder weiß, was Stolpersteine sind
Bei einer Aktion im Vorfeld des Gedenktages hat Reh gemeinsam mit den Schülern die Stolpersteine in der Kreisstadt. Passanten hätten mit Lob reagiert und nach weiteren Informationen gefragt. „Nachdem wir schon einmal eine Anregung erhalten haben, den Projekttag zu öffnen, führen wir jetzt das Pilotprojekt ein.“ Manche Menschen wüssten nicht, wofür die Stolpersteine stehen. Zugleich seien auch diejenigen eingeladen, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen.
Der Siebenpfeiffertag ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Zu Beginn steht die Erarbeitungsphase: Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Begriff Erinnerungskultur und beleuchten die unterschiedlichen Formen des Erinnerns. „Das Holocaust-Denkmal in Berlin ist ein Beispiel, an dem man erkennt, wie unterschiedlich die Vorstellung eines Gedenkprozesses sein kann. Während einige das Mahnmal als Ort der Stille verstehen, sehen es andere als Begegnungsort. Wir befassen uns am Morgen unter anderem mit Björn Höcke, der das Mahnmal als Schandmal bezeichnet“, erläutert der Lehrer.
Bestandteile sind flexibel kombinierbar
Es folgt ein Blick ins Lokale sowie eine Recherche zum Künstler Gunter Demnig, der das Projekt Stolpersteine initiiert und vorangetrieben hat. Darin schließt sich im zweiten Teil eine etwa anderthalbstündige Begehung der Stolpersteine mit Gedankenimpulsen an. „Der Tag ist sehr vielfältig aufgebaut“, erklärt Reh. Optional werde bei ausreichendem Interesse am Abend ein Vortrag unter dem Titel „Beredtes Schweigen zur Judenfrage?“ von Torben Burkhardt angeboten.
Die Bestandteile des Projekttags ließen sich flexibel kombinieren, weshalb vorab um Anmeldung gebeten werde. So ist die Teilnahme am gesamten Vormittag von 7.50 bis 12.50 Uhr, nur am Rundgang von 10.45 bis 12.50 Uhr und/oder am Abendvortrag um 19 Uhr möglich. Der Religionslehrer fasst die Intention der Schule zusammen: „Wir wollen das Thema der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und erhoffen uns Inspiration durch das Miteinander von Schülerinnen und Schülern sowie externen Besucherinnen und Besuchern.“
Info
Der Siebenpfeiffertag findet am Mittwoch, 28. Januar, statt. Es wird um Anmeldung bis Mittwoch, 21. Januar, unter Telefon 06381 92300 gebeten. Dabei werden Vor- und Nachname des Interessierten benötigt sowie die Information, ob man den kompletten Vormittag über (a), nur am Rundgang (b) und/oder beim Vortrag am Abend (c) teilnehmen möchte. Nähere Informationen zum Vortrag können der Homepage der Schule (siebenpfeiffer-gymnasium.de) nach Anmeldeschluss entnommen werden.