Altenglan Seit 50 Jahren Stuckateurmeister: Was Gunter Sander geleistet hat und worauf er stolz ist

Gunter Sander (Mitte) erhielt den Goldenen Meisterbrief.
Gunter Sander (Mitte) erhielt den Goldenen Meisterbrief.

Gunter Sander hat ganz jung den Betrieb seines Großvaters übernommen. Bei der Verleihung des Goldenen Meisterbriefs musste er wieder daran denken, wie er als Meisterschüler die Decke im Gebäude der Handwerkskammer mit vergipst hat.

Ein bisschen mehr hätte er sich jedoch schon von der Veranstaltung gewünscht, sagt der Stuckateurmeister aus Altenglan, „wenigstens das spezifische alte Handwerkswappen auf der Urkunde“. Gunter Sander bedauert: „Jede Urkunde hat mittlerweile das gleiche Wappen, lediglich der Name ändert sich.“ Das habe ihn etwas enttäuscht. Und auch seine Söhne hätten das etwas sonderbar gefunden. Dabei sei doch die Gesellen- und Meisterprüfung so groß zelebriert worden, ganz erhaben in der Kluft, der traditionellen Tracht eines Handwerksgesellen.

Doch die Rede des Präsidenten der Handwerkskammer sei gut gewesen – „kurz und knapp und auf den Punkt gebracht“. Und freudig war das Wiedersehehen mit einem alten Kollegen, der mit ihm vor 50 Jahren die Meisterprüfung abgelegt hatte. „Das war schön, denn viele, die man gerne gesehen hätte, sind schon verstorben. Schließlich teilte man sich die gleiche Berufung“, sagt Sander. Denn dies war sein Beruf für ihn.

Stolz auf die Arbeit und vor allem auf die Söhne

Den Stuckateurbetrieb hat Sander 1969 im Alter von 19 Jahren von seinem Opa Ludwig Klinck übernommen und bis zur Rente betrieben. In den Hochzeiten des Betriebs hat Sander unter anderem „das Weinschloss in Edenkoben auf Vordermann gebracht“ und war Prüfer für die Handwerkskammer in Kaiserslautern. Eine Erinnerung an seine Zeit in der Meisterschule war bei der Urkundenverleihung besonders präsent: Damals habe es Handarbeit und fünf Tonnen Gips alleine für die Decke gebraucht, die bei der Verleihung über den Köpfen derer war, die die Goldenen Meisterbriefe erhielten. Er war dabei. „Da hat man schon ein bisschen Ehrgefühl“, sagt Sander.

Aber stolz ist er vor allem auf seine drei Söhne. Ihnen habe er mit seiner Selbstständigkeit auch einiges an Erziehung mit auf den Weg gegeben, ist der ausgezeichnete Meister überzeugt. „Sie sind jetzt erwachsen und haben ihr eigenes Leben und ihr eigenes Dach überm Kopf. Darauf kann man als Vater stolz sein“, sagt er. Alle drei seien erfolgreich in ihrem Beruf. Einer von ihnen sei sogar als Maurermeister in ganz Europa tätig und betreibe eine eigene Firma mit 30 Mann. Dem falle sicherlich nicht die Decke auf den Kopf, sagt Sander scherzhaft.

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