Leichtathletik
Sahm-Brüder beim Team-Duathlon nicht zu schlagen
Nach Jahren als Zweitplatzierte führen sie somit endlich die Siegerliste an. Bei sommerlichen Temperaturen schickte der Schirmherr, Verbandsbürgermeister Stefan Spitzer, um Punkt 12 Uhr die Teams auf die Strecke. Ein Team besteht aus zwei Athleten und einem Fahrrad. Einer läuft, der andere begleitet die Läuferinnen und Läufer mit dem Rad. Beide dürfen so oft wechseln wie sie wollen, wobei der Abstand nicht größer werden darf als zehn Meter. Der Gedanke, dass sich der radelnde Partner erholen kann, trifft nur dann zu, wenn dieser in den Abfahrten oder Flachpassagen aufsattelt. Kurzum, selbst das Radfahren verlangt den Sportlern über die fast 43 Kilometer einiges ab.
Entscheidung im Buchenwald
Gleich vom Start weg setze sich Sammy Schu zusammen mit Florian Lauck an die Spitze des Feldes, dicht hinter ihnen die Sahm-Brüder Marco und Philipp. Besagtes Starterfeld hatte sich bereits nach knapp zwei Kilometern, als der Tross neben der Bundesstraße 420 in Richtung Bledesbach unterwegs war, zu einem langen Lindwurm gewandelt. Dort angekommen ging's bergan durch den Buchenwald auf die Höhen um Ehweiler. Und genau dieser Streckenabschnitt sollte in der vierten Runde die Entscheidung bringen. Doch bis zu Beginn des letzten Viertels das gleiche Bild: An der Spitze das Tandem „Physiothol Patienten“ (Schu und Lauck), dicht dahinter die Sahm-Brüder. Was die Zuschauer im Start- Zielbereich da bereits ahnten, fasste Organisator und Moderator Eckhard Steuer zusammen: „Das wird eine enge Kiste.“ Beide Teams gingen gleichauf auf die letzte 10,7-Kilometer-Runde.
Im Buchenwald dann der Angriff von „Zweisahm“, den Schu und Lauck nicht mehr parieren konnten. Bergab baute Philipp Sahm den Vorsprung noch weiter aus. Am Ende siegten die Sahm-Brüder mit 2:38:13 Stunden, knapp drei Minuten später überquerten Schu und Lauck die Ziellinie.
Erfahrene Triathleten
Philipp und sein acht Jahre älterer Bruder Marco sind in der Triathleten-Szene keine Unbekannten. Noch vor zwei Wochen wurde Marco im fränkischen Roth Deutscher Meister in seiner Altersklasse und Dritter der gleichzeitig ausgetragenen Europameisterschaften. Bruder Philipp wurde vor knapp vier Wochen beim Ironman in Kopenhagen Dritter in der Altersklasse Männer 40.
Weit vorne auch das Duo „Bodymed-Center-Ramstein“. Dahinter verbergen sich Silke Schirra und ihr Freund André Bour, die unangefochten ihren Vorsprung in der Gruppe Mixed Runde für Runde ausbauen konnten. Bour, der seine Freundin immer wieder lobte, gab am Ende offen zu: „Ich war zum Schluss ganz schön platt.“ Schirra versicherte dagegen lächelnd, ihr habe es Riesenspaß gemacht. Mit einer Zeit knapp unter drei Stunden sei es zudem noch eine starke Leistung gewesen.
Gar nicht „Untrainiert“
Großartig auch das Frauen-Tandem Laura Fries und Stephanie Dörr, die für die LLG Wustweiler starteten und souverän die Frauenwertung (3:42:12 Stunden) vor den aus Herschweiler-Pettersheim kommenden Alina Schmitt und Carolin Schwarz anführten. Ob die Senioren der LG Ohmbachsee, Jörg Kochanski und der 63-jährige Joachim Weingart wirklich so „Untrainiert“ waren, wie sie in ihrem Teamnamen vorgaben, darf bei einer Zeit von 3:30 Stunden und damit dem Sieg in der Klasse der 110- bis 119-Jährigen, das Alter der beiden Athleten wird dabei addiert, mehr als bezweifelt werden.
Auch wenn die letzten Protagonisten erst nach knapp fünf Stunden ins Ziel kamen, für Eckhard Steuer dennoch ein wichtiger Grund, die Siegerehrung zu unterbrechen, um auch ihnen großen Respekt zu zollen. Mit seinem über 40-köpfigen Team sorgte Steuer nicht nur für einen reibungslosen Ablauf, sondern auch für beste Laune bei Sportlern und Zuschauern.