Kreis Kusel „Rowos“ behalten den Durchblick

WAHNWEGEN. Die TSG Wolfstein-Roßbach bleibt in der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern auf Erfolgskurs. Mit einem 2:1 (0:0) bei Aufsteiger SG Hüffler-Wahnwegen setzten die „Rowos“ gestern ihre Erfolgsserie fort. Bei Waschküchen-Wetter in Wahnwegen behielten die Gäste den Durchblick und gewannen insgesamt verdient. Der Sieg stand allerdings auch mal auf des Messers Schneide.
Das war, als auf dem von dichten Nebelschwaden überwaberten Wahnweger Hartplatz die 74. Minute lief: Andre Stemler setzte sich auf der linken Seite durch und drang in den Strafraum ein. „Rowo“-Innenverteidiger Timo Keller – bis dato ohne unfaire Mittel ein Rückhalt der TSG-Defensive – holte ein wenig zu spät aus und erwischte Gegners Bein statt den Ball, den der Stürmer sich bereits vorgelegt hatte. Stemler ging zu Boden, Schiedsrichter Robert Brell allerdings winkte ab, wischte auch die stürmischen Proteste der Gastgeber zur Seite. Zu Unrecht: Keller räumte gleich nach Spielschluss ganz offen ein, dass er den Gegner getroffen hatte. „Wenn wir den Elfmeter kriegen und verwandeln, kommen die ins Wanken“, trauerte SG-Trainer Timo Groß dem ausgebliebenen Strafstoß-Pfiff nach Spielschluss noch ein wenig nach. Statt des möglichen Ausgleichs fiel fast postwendend das 2:0 aus Sicht der Lautertal-Elf. Die hätte es allerdings gar nicht so weit kommen lassen müssen, dass angesichts des nicht gegebenen Elfers über eine andere Entwicklung der Partie hätte spekuliert werden müssen. „Wir hätten den Sack ja schon längst zumachen müssen“, haderte TSG-Coach Michael Rosenberger mit seinen Mannen, dass sie wieder mal so einige Chancen hatten liegen lassen. Groß gab Rosenberger Recht und bezeichnete den Triumph der „Rowos“ als durchaus verdient. „Heute hat die Mannschaft mit dem besseren Passspiel und dem größeren Willen gewonnen“, zollte Groß seiner Ex-Mannschaft Respekt für ihre Vorstellung. „Wir hatten eigentlich in der ersten Halbzeit recht guten Zugriff auf das Spiel“, meinte Groß. Der ging aber zusehens verloren. Dies auch deshalb, weil der zur Pause eingewechselte Marc Bollenbacher wie aufgedreht agierte. Technisch ohnehin stark, diesmal auch kämpferisch überzeugend, war Bollenbacher immer wieder Schaltstation bei Wolfsteiner Angriffen. Er leitete auch die Gästeführung fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff ein, als er auf rechts Marcel Will auf den Weg schickte. Der Stürmer servierte eine klasse Flanke nach innen, sechs Meter vorm Tor stieg Marcel Maurer hoch und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. Nur zwei Minuten später lieferte Bollenbacher die Initialzündung zu einer weiteren Gäste-Großchance, als er energisch über rechts kam und den in der Mitte in Position gelaufenen Will bediente. Der machte fast alles richtig, war einen Schritt schneller als Keeper Sven Merkert, konnte aber nicht mehr zielgenau abschließen. Zum 2:0 traf dann kurz nach der strittigen Strafraumszene gegenüber erneut Marcel Will. Auf Zuspiel von Yannick Metzger zog er aus der Distanz ab und traf. Die Szene rief an der Mittellinie einiges Rätselraten hervor. „Isser drin?“, riefen einige „Rowo-Anhänger“ ungläubig. Tatsächlich war phasenweise das Tor von der Mittellinie aus nicht zu erkennen. Zwei Zuschauer glaubten ohnehin, es sei der erste Treffer für ihre Elf gewesen. Den ersten hatten sie im Sportheim erst gar nicht erkennen können. Der Anschlusstreffer der Gäste – nach starker Vorarbeit von Manuel Geppert lochte Sascha Morgenstern aus gut zehn Metern trocken ein – kam zu spät, die Gäste brachten den Vorsprung über die Zeit. In Halbzeit eins hatten die Gastgeber ihrerseits Chancen verstreichen lassen. Viktor Luks zeigte sich in der 20. Minute vom Tor nicht entschlossen genug, in der 38. war für Groß Rowo-Keeper Sven Metzger die Endstation.