Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel RHEINPFALZ-Sprechstunde: Beim Training alles machen, was die Gelenke zulassen

Der Kuseler Chefarzt Harald Dinges hat in der RHEINPFALZ-Sprechstunde Tipps zum Thema Bewegung gegeben. Treten allerdings Schmer
Der Kuseler Chefarzt Harald Dinges hat in der RHEINPFALZ-Sprechstunde Tipps zum Thema Bewegung gegeben. Treten allerdings Schmerzen auf – mehrere Anrufer berichteten von Knieproblemen –, sollten die Betroffenen nicht mehr machen, als der Körper zulasse und schnellstmöglich einen Facharzt konsultieren.

Probleme mit dem Knie, Fragen zur Ernährung und zum Training: Orthopäde Harald Dinges war ein begehrter Gesprächspartner unserer Leser. Einige von ihnen konnte er beruhigen.

„Sie machen alles richtig!“ Das konnte Harald Dinges, Chefarzt des Kuseler Westpfalz-Klinikums, gleich mehreren Anrufern der RHEINPFALZ-Sprechstunde bescheinigen. Diese beschäftigte sich zum Jahresauftakt nach den oft kalorienreichen Feiertagen vorrangig mit den Themen Ernährung und Bewegung.

Letztere ist aber auch nur möglich, wenn der Körper dies zulässt. Schon eine längere Leidensgeschichte hat eine Anruferin hinter sich, die im Jahr 2024 ein neues Knie erhalten hat. Sie schilderte, dass sie beim Laufen unsicher sei und das Knie einknicke. Auf Nachfrage berichtete sie, dass dies nicht direkt nach der Operation aufgetreten sei. Doch mittlerweile könne sie kaum noch ohne Stütze laufen, beklagte sie. Dinges empfahl der Frau, Röntgenbilder in einer orthopädischen Praxis anfertigen zu lassen und sich mit einer Überweisung im Sekretariat der Klinik-Orthopädie vorzustellen.

Am Westpfalz-Klinikum kann unter Anleitung trainiert werden

Ein weiterer Anrufer musste im Jahr 2021 ebenfalls eine Operation am Knie über sich ergehen lassen. Er berichtete, dass er damals auch an einer Medizinstudie teilnehmen konnte. Nun wolle er das zweite Knie operieren lassen. Dazu solle auch er sich im Westpfalz-Klinikum vorstellen, riet ihm Dinges. Eine Frau aus Mühlbach erkundigte sich nach den Sport-Aktivitäten der Abteilung für Physiotherapie am Kuseler Krankenhaus. Wie Dinges erläuterte, können Interessierte dort unter Anleitung von Physiotherapeuten trainieren. Dort seien Ausdauer-Geräte wie Cross-Trainer, Fahrräder und Laufbänder sowie Geräte zum Muskelaufbau vorhanden. Allerdings müssten vorab Termine vereinbart werden. Weil es in der Gruppe mehr Spaß mache, will die Anruferin vielleicht noch eine Freundin oder ihren Mann mitnehmen.

Orthopäde Harald Dinges war ein begehrter Gesprächspartner der RHEINPFALZ-Leser.
Orthopäde Harald Dinges war ein begehrter Gesprächspartner der RHEINPFALZ-Leser.

Über starke Schmerzen im Sprunggelenk klagte ein Mann aus Herschweiler-Pettersheim. Bei ihm sei Arthrose diagnostiziert worden. Es sei so schlimm, dass er schon darüber nachgedacht habe, „den Fuß abzumachen“. „Nein!“, griff Harald Dinges sofort ein. Dem Mann könne geholfen werden – mit Einlagen, Spritzen oder einer Versteifung. Auch sei das Tragen einer Prothese eine Möglichkeit. Er riet dem Anrufer, bald mit neuen Röntgenbildern zur Beratung in die Orthopädie des Kuseler Krankenhauses zu kommen.

Ausreichende Eiweißzufuhr ist wichtig

Eine Frau aus Altenglan, Anfang 70, wollte erfahren, wie sie sich bei rheumatischer Arthritis und Arthrose am besten ernähren könne. „Abwechslungsreich“, riet Dinges, und er empfahl ihr auch, den Fleischkonsum auf einmal pro Woche zu verringern und auf Schweinefleisch gänzlich zu verzichten. Die Leserin berichtete, dass sie kaum Fleisch esse, stattdessen viel Gemüse. „Dann sind Sie auf einem guten Weg“, motivierte Dinges die Leserin. Sie solle auch auf ausreichende Eiweißzufuhr achten, denn Proteine seien gut für den Muskelstoffwechsel, sagte er, nachdem die Frau berichtet hatte, dass sie an Geräten im Fitnesszentrum trainiere. Aktuell mache ihr das Fibulaköpfchen am Wadenbein etwas Ärger, schilderte sie. „Machen Sie alles, was die Gelenke zulassen“, erläuterte Dinges. Training auf dem Ergometer, Walken und Workouts vom Stuhl aus seien empfehlenswert. Denn es sei wichtig, die Muskeln zu kräftigen und zu trainieren.

Ob sein vor zwei Jahren implantiertes neues Knie vielleicht „zu groß“ sei, wollte ein weiterer Anrufer wissen. Das Gelenk komme nicht zur Ruhe, sei unstabil und klackere – trotz Muskelaufbaus. Zwar hätten ihm Ärzte bescheinigt, dass die Prothese richtig sitze, doch mache er sich Gedanken, ob das Knie vielleicht ausgetauscht werden sollte. „Nein, das müssen wir erst analysieren“, beruhigte Dinges. Generell sei ein Geräusch nicht schlimm; wenn noch Schmerzen dazukämen, müsse man allerdings nachschauen. „Ich gucke mir das an“, versprach der Mediziner.

Sonderlob für disziplinierten 84-Jährigen

Von einem außerordentlich sportlichen und von schwerer Arbeit geprägten Leben berichtete ein 84-Jähriger aus Pfeffelbach. Die Schilderungen, auch über disziplinierte Ernährung, veranlassten den sichtlich beeindruckten Orthopäden zum Spontanlob: „Da haben Sie ganz viel richtig gemacht. Ich kann Sie dazu nur beglückwünschen. So etwas kann man anderen nur weiterempfehlen.“

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