Quirnbach
Rentner mit Wanderlust
Die Pfälzerwald-Vereine im Landkreis bieten jedes Jahr zahlreiche Wanderungen an. In den vergangenen Jahren wurden allerdings auch viele Ortsgruppen aufgelöst – etwa die Vereine in Wahnwegen, Waldmohr und Nanzdietschweiler. Um regelmäßig in geselliger Runde an die frische Luft zu kommen und zu wandern, haben sich einige Rentner aus dem Kreis zusammengetan. Die Wanderfreunde Quirnbach/Henschtal, so nennen sie sich, treffen sich einmal im Monat und haben darauf verzichtet, einen Verein zu gründen. „Jeder, der Lust hat, ist willkommen“, sagt Wanderführer Berthold Drumm.
Die Wandergruppe wurde vor fünf Jahren gegründet. Während der Henschtaler Kerwe habe man mit einigen Rentnern beim Bier zusammengesessen und beschlossen, gemeinsam zu wandern. Bis dieser Vorsatz Realität wurde, dauerte es noch drei Jahre, erinnert sich der Henschtaler Drumm. Seither trifft sich die Gruppe jeden letzten Freitag im Monat, 13.30 Uhr, an der Quirnbacher Gaststätte „Helle Wertschaft“ zum gemeinsamen Abmarsch. In der Anfangszeit suchte der frühere Henschtaler Ortsbürgermeister Walter Harth die Strecken aus. Nach dessen Tod hat Berthold Drumm diese Aufgabe übernommen. Wegen Corona fielen im vergangenen Jahr einige Wanderungen aus. In diesem Jahr wird – wie immer – lediglich die Dezember-Wanderung ausgelassen. Grund: Zum Jahresende veranstalten viele Dörfer eigene Wanderungen, sagt Drumm.
Gruppe wächst
Die Wandergruppe bestand anfangs aus 13 Rentnern. Nun ist sie auf 22 Wanderfreunde angewachsen. Der Jüngste ist mit 61 Jahren Benno Müller aus Quirnbach. Der Älteste, Hans Müller aus Schellweiler, ist 77. Gelegentlich werde Walter Harth aus Reipoltskirchen von einem blinden Wanderfreund begleitet.
Mit Blick auf die Streckenauswahl betont Drumm, dass es immer schwieriger werde, unterschiedliche Routen zu finden: „Es gibt immer weniger Pfälzerwald-Hütten, in denen wir einkehren können“, sagt Drumm. Manchmal wird die Wanderung auch auf Donnerstag vorgezogen, um an einem Schlachtfest teilnehmen zu können, wie etwa im Oktober in Wallhalben oder in der Nanzdietschweilerer Gaststätte „Trafo“. Zu den Wanderzielen gehörten die Gaststätte „Stixxer“ in Albessen, das Hubehaus bei Kusel, die Buchwaldhütte in Theisbergstegen sowie die Fritz-Claus-Quelle in Brücken.
Reine Männertruppe
Warum ihnen die Wanderungen so viel Freude bereiten, darin sind sich die Rentner einig. „Ich gehe gerne wandern und ich mag die Geselligkeit“, betont der Steinbacher Volker Ludwig. Beides könne er mit Wandergruppe gut verbinden. „Ich bin froh, einmal von zu Hause weg zu sein“, sagt Hans Müller augenzwinkernd und sorgt für Gelächter. Die Wandergruppe besteht nur aus Männern, „unsere Frauen sind aber zum Jahresabschluss eingeladen“, so Drumm. Der Abschluss fand kürzlich nach einer Wanderung in „Helle Wertschaft“ in Quirnbach statt. 45 Personen seien diesmal dabei gewesen und es habe großen Spaß gemacht, sagt der Wanderführer und betont: Neben dem Wandern werde auch gerne gemeinsam gefeiert.
