Mainz Reaktivierung der Glantalbahn: Untersuchung erst im kommenden Jahr

Auf den Schienen der Glantalbahn, die hier durch Medard führen, kann heute Draisine gefahren werden.
Auf den Schienen der Glantalbahn, die hier durch Medard führen, kann heute Draisine gefahren werden.

Bessere Bus- und Bahnverbindungen im Glantal seien Ziel der Landesregierung, betont diese. Sie antwortet auf eine Kleine Anfrage des Kuseler Abgeordneten Oliver Kusch zur Reaktivierung der Glantalbahn. Deren Kosten-Nutzen-Prüfung könne erst im kommenden Jahr starten, heißt es.

Kusch fragt, wie weit die vor mehr als einem Jahr angestoßene Prüfung sei, und ob der Vorgang beschleunigt werden könne. Er hebt die Bedeutung einer Reaktivierung mit Anschluss ins Rhein-Main-Gebiet für die Region hervor – für Personenverkehr, Tourismus und ebenso Firmen: IGM Medard, Bito Lauterecken und möglicherweise auch KOB Wolfstein hätten großes Interesse daran, ihre Produkte auf der Schiene zu transportieren, schreibt der SPD-Abgeordnete.

Für das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität antwortet Staatssekretärin Katrin Eder, dass die verbesserte Erschließung des Glantals mit Öffentlichem Personennahverkehr ein Ziel der Landesregierung sei.

Umweltschutz als Nutzen

Derzeit hängt alles an der Nutzen-Kosten-Untersuchung. Sie soll erst im kommenden Jahr vergeben werden. Hintergrund: Die Rahmenbedingungen für solche Nutzen-Kosten-Untersuchungen (NKU) sollen vom Bundesverkehrsministerium voraussichtlich im Frühjahr geändert werden. Umwelt- und Klimaschutzkriterien sollen auf der Nutzen-Seite dann stärker ins Gewicht fallen. „Würde die Untersuchung jetzt durchgeführt und der relevante Schwellenwert der NKU auch nur knapp verpasst, müsste die Untersuchung anhand der dann neuen Kriterien erneut durchgeführt werden“, erklärt Eder.

Im Sommer vergangenen Jahres war drei Jahrzehnte nach der Stilllegung von Ministerium und Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) der Weg für eine solche Kosten-Nutzen-Analyse für die 22 Kilometer lange Strecke zwischen Lauterecken und Staudernheim frei gemacht worden. Teil der Untersuchung sind laut aktueller Anfragen-Antwort ein Betriebsprogramm für die Schiene sowie für ein ergänzendes Buskonzept. Um die Kosten für die Reaktivierung von Schienen und Stationen zu ermitteln, seien ingenieurtechnische Untersuchungen nötig.

x