Kreis Kusel Preis stellt auf die Vier-Tage-Woche um: Geänderte Müllabfuhrtermine in verschiedenen Gemeinden

Sorgen für die Entsorgung im Landkreis Kusel: Mitarbeiter der Firma Preis in Konken, hier gerade bei der Restmüllabholung im Kus
Sorgen für die Entsorgung im Landkreis Kusel: Mitarbeiter der Firma Preis in Konken, hier gerade bei der Restmüllabholung im Kuseler Schleipweg.

Künftig werden im Kreis Kusel nicht mehr an fünf Tagen die Woche Abfälle und Wertstoffe abgeholt, sondern an vier. Das Entsorgungsunternehmen Preis gehört in der Branche damit zu den Vorreitern. Los geht’s noch in diesem Jahr.

Um für die eigenen Mitarbeiter weiterhin attraktiv zu bleiben und künftige Kollegen vielleicht für einen Job im eigenen Entsorgungsunternehmen zu gewinnen, gehen Roland und Michael Preis neue Wege: Statt an fünf Tagen in der Woche werden die Teams des Betriebs im Landkreis Kusel ab kommender Woche nur noch an vier Tagen unterwegs sein. „Das neue Arbeitszeitmodell gilt schon für die Touren der ersten Kalenderwoche“, sagt Roland Preis. Die beginnt schon am Montag, 30. Dezember.

Statt fünfmal acht Stunden arbeiten die Fahrer und die Lader in der Entsorgungssparte von Preis nun viermal zehn Stunden. Dafür haben sie am Freitag frei – und fast immer lange Wochenenden. Fast, weil in Wochen mit einem oder mehreren Feiertagen die Touren entsprechend umgelegt werden müssen. Preis: „Das war sonst immer der Samstag – und die Mannschaft war dann auch am Wochenende unterwegs.“ Das gefalle natürlich den wenigsten Mitarbeitern. Durch die neue Regelung entfällt diese Samstagsarbeit. Stundenmäßig und finanziell ändere sich für die Beschäftigten nichts.

Neues Arbeitszeitmodell kommt bei der Belegschaft gut an

Dass die Zehn-Stunden-Tage vor allem für die Lader anstrengender sein könnten, relativiert Roland Preis. Freilich werde der einzelne Arbeitstag länger, dafür bleibe aber ein weiterer Tag zur Erholung. Preis: „Das neue Modell kommt bei der Belegschaft überwiegend sehr gut an.“ Ein zusätzlicher Pluspunkt sei, dass man einen Tag weniger zur Arbeit fahren müsse.

Preis kümmert sich im Landkreis Kusel um den Großteil der Abfallentsorgung – vom Rest- und Bio- über den Sperrmüll bis hin zu den Wertstoffen Papier, Plastik und Glas. In der Entsorgungssparte sind laut Michael Preis 73 Mitarbeiter als Fahrer und/oder Lader tätig, zum überwiegenden Teil Männer. Preis: „Trotz aller Technik ist das eine körperlich noch immer sehr anspruchsvolle Aufgabe.“ Derzeit sei das Unternehmen in Sachen Personal sehr gut aufgestellt, es gebe mehr Bewerbungen als Bedarf. Michael Preis: „Wir wollen ja auch an die Zukunft denken und als Arbeitgeber attraktiv bleiben.“

Angepasste Tourenplanung führt zu Verschiebungen

Mit der neuen Arbeitszeitregelung seien Vater Roland und Sohn Michael Preis in der Entsorgungsbranche Vorreiter. „Ich wüsste mal niemanden in der Umgebung in der Branche, der das noch so macht“, sagt Roland Preis. Mindestens ein Jahr lang muss das Unternehmen die Vier-Tage-Woche durchhalten, zum Jahreswechsel 2025/26 könnte dann etwas verändert werden. Michael Preis kündigt an, dass man die Auswirkungen im Auge behalten werde.

Die Tourenplanung musste natürlich ebenfalls auf die neue Arbeitsweise angepasst werden, weshalb es in manchen Dörfern zu geänderten Abfuhrterminen kommt. „Wir sind uns bewusst, dass gerade zu Beginn die Reklamationen ansteigen werden, bis sich alles eingespielt hat“, sagt Michael Preis. Er verweist auf den Abfallkalender, der mittlerweile an alle Haushalte verteilt sein müsste, und die Abfall-App der Kreisverwaltung. Die App enthält Infos zur Abfallentsorgung im Landkreis Kusel sowie sämtliche Abfuhrtermine. Die Erinnerungsfunktion meldet sich auf Wunsch am Vorabend des Abholtages und informiert über die Leerungstermine.

Gerade die Tage nach Weihnachten und Silvester sind für die Preis-Belegschaft wohl die arbeitsreichsten im Jahr. Kein Wunder, dass laut Roland Preis nach dem Fest Urlaubssperre herrscht und „alles fährt, was geht, um das ganze Material wegzuschaffen“. Deshalb wurde jetzt noch mal samstags gearbeitet: vergangene und diese Woche. Gut 33.000 Haushalte anzufahren, braucht eben seine Zeit.

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