LAUTERECKEN
Polizei Lauterecken: 2019 mehr Diebstähle und mehr Drogendelikte, aber weniger Einbrüche
In der Kategorie Rohheitsdelikte wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung erfassten die Lauterecker Beamten 218 Fälle nach 239 im Vergleichsjahr. Überwiegend ging es um einfache Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Als erfreulich wertet Peter Natter, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, dass kein einziges Raubdelikt aufgetreten sei.
Eigentumsdelikte nahmen der Statistik zufolge von 228 auf 261 zu. Das Gros machten mit 180 Fällen einfache Diebstähle aus. Schwere Diebstähle wie Einbrüche in Wohnungen oder Gartenlauben wurden 81 erfasst. Entsprechend dem landesweiten Trend fiel die Zahl der Diebstähle mit Wohnungseinbruch von zwölf auf acht. Bei einfachem Diebstahl lag die Aufklärungsquote bei 36 Prozent, von Diebstählen unter erschwerenden Umständen konnte jede fünfte Tat aufgeklärt werden. Für Wohnungseinbruchsdiebstähle betrug die Aufklärungsquote 37 Prozent.
Mehr Internetbetrug
Mit 140 nahezu unverändert waren die Vermögens- und Fälschungsdelikte. In dieser Kategorie registrierte die Polizeiinspektion allerdings eine Zunahme der Fälle des Waren- oder Warenkreditbetrugs bei Internetbestellungen. Dies erfordere eine Anpassung der polizeilichen Ermittlungsansätze, folgert der Bericht.
Straftaten wie Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte erfasste die Polizei Lauterecken 302, im Vergleichsjahr 2018 waren es 299. Davon betrafen 129 Fälle Sachbeschädigungen. Die Zahl der Sachbeschädigungen an Autos hat sich auf 55 nahezu verdoppelt. Ebenfalls gestiegen sind Delikte wie Beleidigung und üble Nachrede, wobei soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp eine maßgebliche Rolle spielten.
Weniger Sexualstraftaten
Abweichend vom bundes- und landesweiten Trend verzeichnet die Statistik weniger Sexualdelikte wie Übergriff, Missbrauch oder Verbreitung von Pornografie: Von den 13 registrierten Fällen wurden zehn an das Fachkommissariat in Kaiserslautern abgegeben, wie Natter erläutert. Im Jahr 2018 wurden in der Kategorie „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ 25 Fälle registriert.
Auf 111 haben sich Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze verglichen mit 2018 verdoppelt. Der Anstieg in dieser Kategorie sei vor allem auf mehr Drogendelikte zurückzuführen. Deren Zahl lag bei 67, im Jahr zuvor waren es 47.
Weniger nichtdeutsche Verdächtige
Zum Profil der 422 ermittelten Täter heißt es in der Übersicht der Lauterecker Polizei, drei Viertel seien Männer, 25 Prozent Frauen. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sei von 83 im Jahr davor auf 58 zurückgegangen. Die meisten Täter haben nach den polizeilichen Erkenntnissen einen Bezug zum Tatort, häufig auch zum Opfer: Jeder zweite Tatverdächtige wohne am Ort der Straftat, weitere 25 Prozent wohnten im Landkreis, zu dem die Tatortgemeinde gehört. Bei annähernd einem Viertel der Tatverdächtigen handelte es sich um Kinder, Jugendliche und Heranwachsende.
Sowohl für die VG Lauterecken-Wolfstein (plus 27) als auch für die bisherige VG Meisenheim (plus 25) – die Polizeiinspektion ist für beide Gebietskörperschaften zuständig –, verzeichnet die Statistik eine leichte Zunahme der Straftaten. Als weiße Flecken hinsichtlich Kriminalität erwiesen sich 2019 die Gemeinden Unterjeckenbach und Hausweiler, im Jahr davor galt dies für Nerzweiler.