Offenbach-Hundheim
Pfarrerehepaar Hülser verlässt Offenbach und wandert einige Kilometer glanaufwärts
„Wenn wir überhaupt noch eine Chance zum Wechsel haben, dann jetzt“, begründet Johannes Hülser den bevorstehenden Weggang aus Offenbach. „Wir wollten nicht warten, bis wir 60 sind“, fügt der 57-Jährige augenzwinkernd hinzu, seine Ehefrau ist ein Jahr jünger. „Es gefällt uns sehr gut in Offenbach“, betont er, allerdings werde Pfarrern empfohlen, nach zehn bis zwölf Jahren bereits die Stelle zu wechseln. „Eine Persönlichkeit kann nie alle in einer Gemeinde ansprechen“, weiß der Theologe. Daher seien Wechsel für die Gemeinde wichtig.
Die Arbeit in Offenbach habe ihm und seiner Frau viel Freude bereitet, sagt Hülser dankbar, und stellt klar: „Überbelastung ist nicht der Grund, warum wir gehen.“ In den vergangenen Jahren war das Pfarrerehepaar nicht mehr nur allein für die fünf Gemeinden Offenbach am Glan, Medard, Wiesweiler, Niederalben und Niedereisenbach zuständig, sondern vertretungsweise auch für die Kirchengemeinde Grumbach-Herren-Sulzbach mit weiteren zwölf Dörfern.
Schwieriges Verfahren
Auf Antrag der Hülsers stimmte das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland mit Sitz in Düsseldorf nun einer unbefristeten Beurlaubung zu. Dies macht den Wechsel in die Pfalz erst möglich. „Wir bleiben Pfarrer der rheinischen Kirche“, erläutert Hülser. Alles, was den Beamtenstatus betreffe, werde von Düsseldorf aus geregelt, die Besoldung erfolge durch die Pfälzische Kirche in Speyer. Das Verfahren – im Dekanat Kusel bisher neu – habe etwa ein halbes Jahr gedauert, berichtet der Pfarrer.
In St. Julian folgen die Hülsers auf Bettina Lukasczyk, die im September in den Ruhestand verabschiedet worden war. Künftig ist das Ehepaar für rund 800 Gemeindemitglieder in St. Julian, Gumbsweiler, Eschenau, Obereisenbach und Hachenbach zuständig. Die Dörfer in der Nachbarschaft sind den Hülsers wohlbekannt, gab es doch schon seit Jahren Kooperationen und Vertretungen über die landeskirchliche Grenze hinweg. Darüber hinaus soll das Pfarrerehepaar auch Vertretungen in Nachbargemeinden übernehmen, kündigt der Kuseler Dekan Lars Stetzenbach an.
Pfarrhaus derzeit vermietet
Johannes Hülser, der im Kreissynodalvorstand Obere Nahe als Skriba tätig ist, stammt aus Köln und studierte Theologie in Bonn. Seine Frau stammt aus der Nähe von Gießen und studierte in Marburg und Bonn. Ihre Ausbildung absolvierten sie gemeinsam im Bergischen Land. Bis Mitte Februar können die Eltern von drei Kindern – der jüngste, 16 Jahre, steht vor dem Abitur – noch im Pfarrhaus in der Klostergasse wohnen. Ob ein Umzug nach St. Julian möglich ist, sei noch offen. Das dortige Pfarrhaus ist aktuell vermietet.
„Wir waren immer gerne für die Abteikirche da“, betont Hülser, doch jetzt sei es gut, wenn „neue Besen kehren“. Der Kreissynodalvorstand der Oberen Nahe wird nun die Versorgung der Gemeindeglieder im Pfarrverbund Offenbach regeln. Die Hülsers waren in den fünf Gemeinden für gut 1400 Gemeindemitglieder zuständig. Erst im November hatte die Synode des Kirchenkreises beschlossen, Offenbach, Grumbach-Herren-Sulzbach, Schmidthachenbach, Georg-Weierbach und Sien zu einer neuen Großgemeinde zusammenzuschließen.