Tennis
Pfälzer Klubs begrüßen das Zweitspielrecht ab Sommer
Eine Erfindung der Tennisspieler ist das Zweitspielrecht aber nicht. Andere Sportarten, wie auch die Tischtennisspieler, erlauben das schon seit einigen Jahren und vermeiden damit ungeliebte Spielgemeinschaften. Eben diese SG ist aber im Tennisverband Pfalz zugelassen, die Anzahl der diesbezüglichen Anträge steigt weiter. Die neue Regelung habe sich noch nicht so stark herumgesprochen. „Das wird wohl erst nächstes Jahr so richtig greifen“, glaubt Thomas Knieriemen, Geschäftsführer des Tennisverbands Pfalz.
Marvin Bruch, der Vorsitzende des TC Rockenhausen, sieht die Regeländerung positiv. „Ich finde sie gut. Denn die Spieler, die zusätzlich in einem anderen Verein spielen, treten nicht in Konkurrenz mit ihrem Stammklub“, sagt Bruch, der darin auch eine Entlastung für die Vereine sieht, weil schlichtweg keine Spielgemeinschaft mehr mit anderen Klubs gegründet werden müsse.
Freude über Zweitspielrecht
Eine günstigere Zweitmitgliedschaft, wie andere Vereine sie im Zuge dieser Regelung anbieten, muss Bruch nicht einführen. „Wir haben ohnehin schon eine verbilligte Zweitmitgliedschaft“, sagt Bruch, in dessen Klub sich auch schon Spieler gemeldet haben, die von der Neuregelung profitieren. „Es gab schon Gespräche. Wir werden als Klub ein Nutznießer werden.“ Der TCR verzeichnet trotz der pandemischen Einschränkungen Zuwachs bei den Mitgliedern.
Timo Kauf vom TC Offenbach-Hundheim, der mit seinem Herren-40-Team in der Pfalzliga spielt, ist begeistert von der Regelung. „Ich spiele einfach gerne viele Spiele. Ich wäre schon lange froh, wenn es in der Medenrunde Hin- und Rückspiele geben würde. Mir sind es in manchen Klassen einfach zu wenig Partien“, erklärt Kauf. Er kann sich generell vorstellen, die neue Regelung für sich in Anspruch zu nehmen. „Warum sollte man nicht einem anderen Verein aushelfen, oder ein Spieler bei uns im Verein auf dem Platz stehen, wenn jemand fehlt?“ Einen Schaden könne man durch das zweigleisige Spielen nicht anrichten. „Offenbach-Hundheim ist und bleibt meine Homestation. Hier bin ich Mannschaftsführer. Mein Herz hängt an Offenbach, es ist eine super Truppe. Dennoch: Warum sollte man nicht anderweitig mitspielen, und aushelfen?“, ergänzt er.
Spielerfreundliche Regelung
Nachteilig sehe er, dass es auch zu Wettbewerbsverzerrungen kommen könne. „Da könnte sich ein Verein drei super gute Spieler holen und wenn es darauf ankommt, in einem wichtigen Spiel, diese dann einsetzen“, sagt Kauf und spielt darauf an, dass es für den Teamgedanken der einzelnen Mannschaften durchaus schädlich sein könne, wenn viele Spieler von A nach B geschoben werden.
Ingo Marburger, Trainer beim TC Caesarpark Kaiserslautern, sieht in der Idee des TVP einen sehr guten Ansatz. „Es ist nicht mehr notwendig eine Spielgemeinschaft zu gründen. Damit ist es einfacher und man muss nicht so viele Besonderheiten beachten“, sagt er. Auch führt er an, dass sich viele Spieler nicht komplett verändern wollen, also das Trikot ihres Heimatvereins nicht in Folge eines Wechsels ablegen möchten.
Wettbewerbsverzerrung nicht auszuschließen
Aber auch Marburger glaubt, dass die Regel für die Medenrunde 2022 noch nicht die ganz große Rolle spielen wird. „Das muss sich herumsprechen. Im nächsten Jahr kann es sein, dass viel mehr Spieler diese Regelung nutzen“, sagt er. Als Beispiel führt er auch das eigene Damenteam der 40er-Seniorinnen an. „Da wären wir froh, wenn wir eine Spielerin dazubekämen. Das wird jetzt natürlich viel einfacher, weil niemand wechseln muss“, meint Marburger.
Natürlich seien aber „auch Wettbewerbsverzerrungen möglich, das ist aber bei fast jeder Regeländerung so“. Marburger sieht keinen Nachteil darin, wenn drei kleine Vereine sich zusammentun und die Neuregelung in Anspruch nehmen. „Hier geht es um sportliche Dinge. Der Verband will möglichst viele Mannschaften haben, es ist eine sehr pragmatische Lösung“, unterstreicht er. Es sei eine sehr unbürokratische Lösung, die in allen Pfalzspielklassen gilt. „Es kann dann schon sein, wenn man ganz weit oben spielt und in die Rheinland-Pfalz-Ligen aufsteigt, dass die Mannschaften in der neuen Konstellation dann nicht mehr spielen können, weil die Regel nur für die Pfalzspielklassen gilt“, merkt der TC-Coach jedoch an. Davon seien aber nur wenige Spieler und Mannschaften betroffen.