Brücken RHEINPFALZ Plus Artikel Ortsgemeinde plant Märchenwald bei der Fritz-Claus-Quelle

Läuft alles nach Plan, wird die Wanderhütte Ausgangspunkt für Märchenspaziergänge.
Läuft alles nach Plan, wird die Wanderhütte Ausgangspunkt für Märchenspaziergänge.

Schneewittchen, Rotkäppchen und Rapunzel sollen schon bald Waldspaziergängern nahe der Fritz-Claus-Quelle erscheinen. Die Ortsgemeinde Brücken möchte dort einen Märchenwald mit Figuren und Spielgeräten anlegen.

Beim Begriff Märchenwald kommen dem einen oder anderen womöglich Besuche aus ferner Vergangenheit im Haßlocher Holiday Park in den Sinn. Bis Ende der 1980er Jahre erwartete den Gast dort gleich hinter dem Eingang ein Rundweg, gesäumt von hohen Bäumen, der sich an verschiedenen interaktiven Stationen mit althergebrachten Märchenfiguren beschäftigte. In Brücken, auf den Pfaden im Wald hinter der Fritz-Claus-Quelle bis hin zum Wanderweg, wird es sicherlich eine Nummer kleiner werden. Und doch soll sich der Märchenwald gemeinsam mit der Ausflugshütte an der Quelle zum Familienausflugsziel mausern.

Auch Veranstaltungen geplant

Die Idee: An jeder Station locken eine oder mehrere etwa einen bis anderthalb Meter hohe Figuren, die zum Beispiel auf Baumstämmen platziert werden, die Wanderer und Spaziergänger an. Auf einem Schild können sich diese das jeweilige Märchen in Kurzform zu Gemüte führen. Abgerundet werden soll das Angebot durch Spielgeräte zum Thema Märchen – im Gespräch ist beispielsweise ein Hexenhaus mit Rutsche. Auch könnten verschiedene Veranstaltungen in den Märchenwald integriert werden: etwa regelmäßige Lesungen durch freiwillige Märchenerzähler oder ein jährliches Märchenfest.

Einen ersten Schritt in Richtung Märchenwald hat der Brücker Ortsgemeinderat gemacht: Mehrheitlich hat er beschlossen, dass für die veranschlagten Kosten von etwa 20.000 Euro ein Antrag auf Fördermittel aus dem Leaderprogramm bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Westrich-Glantal gestellt wird. Bis Ende September muss nun ein Projekt-Steckbrief eingereicht werden. Die Brücker hoffen auf eine Premiumförderung von 70 Prozent, so dass für die Ortsgemeinde nur noch Kosten in Höhe von rund 6000 Euro für die Erstausstattung des Weges verbleiben würden. Seine Vorschläge für den Brücker Märchenwald hatte Johannes Huber dem Gemeinderat vorgestellt. Wobei der Erste Beigeordnete gerne zugibt, dass die Idee für das Projekt ursprünglich auf seine knapp vierjährige Tochter Emilia zurückgeht.

Erweiterungen denkbar

Es sei eine schöne Gelegenheit, „das Kulturgut Märchen zu bewahren und allen näherzubringen“, schildert Johannes Huber im RHEINPFALZ-Gespräch. Voraussetzung sei aber natürlich, dass die LAG das Projekt fördert – erste positive, wenngleich unverbindliche Rückmeldungen gebe es bereits. Nach Vorstellung der Brücker Ratsmitglieder könnte der Märchenwald mit wenigen Stationen beginnen und nach und nach erweitert werden. Auch regionale Erzählungen könnten Einzug halten, schwebt Huber vor. Er ist optimistisch, Sponsoren für die schrittweisen Erweiterungen zu finden.

Auch die verpachtete Ausflugshütte an der Fritz-Claus-Quelle – die ehemalige Pfälzerwald-Hütte gehört seit einigen Jahren der Ortsgemeinde – könnte von dem touristischen Zusatzangebot profitieren. Huber wie Ortsbürgermeister Pius Klein sprechen von einem „Alleinstellungsmerkmal in der Region“, zumal der Märchenwald an den Diamantschleifer-Wanderweg angebunden werden könnte. Wenn alles glatt läuft, könnte im Frühsommer 2021 mit den Arbeiten begonnen werden, schätzt Huber.

x