Kreis Kusel „Opa“ will Zielwasser verabreichen

MEDARD. Eine „Mannschaft für die Zukunft“ hat er um sich geschart. „Fehlt nur noch, dass sie mich ,Opa’ rufen“, sagt Dominik Lenz mit Blick auf das Durchschnittsalter der Truppe. Nun, „Opa“ muss den Jungs vom SV Medard vor allem noch das Toreschießen beibringen. Da hapert es zurzeit. Tore aber sollen her, wenn das einzige Team des Kreises Kusel in der A-Klasse Bad Kreuznach zum Kerwespiel heute (17 Uhr) Neuling FC Ebernburg empfängt.
Am Sulzbach haben sich einige zusammengefunden, die allesamt keine allzu guten Erinnerungen an die zurückliegenden Saison haben: Das gilt für Akteure wie Verantwortliche und Anhang des SV, die im Mai den bitteren Gang von der Bezirksliga in die A-Klasse haben antreten müssen. Das gilt nicht minder für das neue Trainer-Duo Dominik Lenz und Ronny Nelkner, das in derselben Funktion mit dem SV Veldenz Lauterecken noch bitterer strauchelte. Mit dem stolzen Meister vom Mai 2013 ging’s wieder bergab – mit einer Bilanz, wie sie mieser kaum hätte sein können. An neuer Wirkungsstätte nur wenige Kilometer glanabwärts haben Lenz und Nelkner nun in bis dato sieben Partien schon dreimal so viele Siege feiern dürfen wie in der ganzen vergangenen Saison mit Lauterecken. Zu jubeln aber gab es ja auch in Medard zuvor nicht viel. Insofern steht die Mannschaft recht gut da. Zehn Zähler aus sieben Partien, eine ausgeglichene Bilanz (drei Siege, drei Niederlagen, ein Remis, 11:11 Tore). „Wir haben aber Punkte liegen lassen“, will Lenz nicht verhehlen – und ist von daher nach eigener Aussage auch mit der Punkte-Ausbeute nicht zufrieden. Geradezu fahrlässig sei die junge Mannschaft bislang mit ihren Chancen umgegangen. Die Ausbeute sei „katastrophal“. Die Folge: „Wir sind manches Mal für unseren Aufwand nicht belohnt worden“, sagt der Coach, der den Trainings-Schwerpunkt denn auch in Richtung Treffsicherheit verlagert hat. Anders als mit der Zähler-Zahl auf dem Konto ist Lenz mit den Darbietungen seiner Schützlinge durchaus zufrieden. „Zur Kerwe wollen wir was zu feiern haben“, sagt er mit Blick auf die heutige Partie. Zu Gast ist der FC Ebernburg. Der Aufsteiger sei schwerlich einzuschätzen – ein Team, das ebenfalls eine gute Mischung aus erfahrenen und vielen jungen Spielern vorweisen könne. Zwei Siegen der Ebernburger stehen vier Niederlagen gegenüber, die Gäste rangieren zurzeit an Position 13. Das aber ist heute Nachmittag ohnehin nicht ausschlaggebend: „Wir müssen mal nachlegen, wollen das zweite Spiel in Folge gewinnen“, lautet Lenz’ Forderung. Der 1:0-Sieg zuletzt bei SV Türkgücü Ippesheim hat das Selbstvertrauen gestärkt. Was Lenz freut: Der Auswärtssieg ist trotz des Ausfalls von Kapitän Patrick Schunck gelungen. Es geht also auch mal ohne den Stürmer, der in der vergangenen Runde nach der Demission von Lenz’ Vorgänger Benedikt Bernd als Interimstrainer das sportliche Kommando übernommen hatte. Dass die Elf auch ohne Schunck gewinnen kann, ist deshalb von Bedeutung, weil sie dies womöglich heute wiederholen muss: Der Einsatz des angeschlagenen Führungsspielers ist noch sehr fraglich. Lenz bedauert zudem, dass Routinier Jochen Buss derzeit berufsbedingt kürzer treten muss. Verletzt fehlt weiterhin Keeper Christian Hammes, der mit Lenz und Nelkner aus Lauterecken zum Nachbarklub gekommen ist. (cha)