Lohnweiler Obst- und Gartenbauverein: Schnittkurse sind sehr beliebt

Beim Schnittkurs im März wurden die Obstbäume zurechtgestutzt, bevor sie austreiben.
Beim Schnittkurs im März wurden die Obstbäume zurechtgestutzt, bevor sie austreiben.

Der Obst- und Gartenbauverein Lohnweiler blüht seit der Neugründung 1952 auf. Neben den Schnittkursen gibt es viele weitere Angebote für Mitglieder. Was den Verein ausmacht.

„Unseren Verein gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg“, erzählt Wolfgang Michel. Er ist der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Lohnweiler. Gegründet wurde der Verein 1930 von Lehrer Julius Schneider.

Mittlerweile gibt es 100 aktive Mitglieder. Doch das war nicht immer so, weiß Michel: Zu Anfang seien es 25 Mitglieder gewesen, die von Gründung bis Kriegsbeginn 60 Obstbäume pflanzten und versorgten. „Während des Krieges haben die wenigen übrig gebliebenen Mitglieder die Pflege der Bäume übernommen“, berichtet der Vorsitzende. Durch die Neugründung am 12. März 1952 sei der Verein wieder aufgeblüht und es gab über die Jahre mehr Angebote für die Mitglieder.

Kräuterwanderung, Kurse und Vorträge

„Wir bieten seit vorherigem Jahr unter anderem eine Kräuterwanderung an. Außerdem gibt es Vorträge und verschiedene Kurse“, erzählt Wolfgang Michel. Dazu gehört beispielsweise ein Schnittkurs, der jedes Jahr im März stattfindet und sich großer Beliebtheit erfreut. In diesem Jahr waren es rund 35 Teilnehmer. „Ich bin immer wieder überrascht, aus welchen Ecken des Landes die vielen Leute kommen“, freut sich Michel über das Interesse.

Die Nachfrage, sich Wissenswertes anzueignen, sei riesig. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern heiße es dann, Lohnweiler und Umgebung attraktiv zu gestalten, denn der Verein sei in den 60er und 70er Jahren Kulturträger in der Gemeinde gewesen. Und das will der Verein auch bleiben, etwa bei der Kerwe.

Den Verein „in die Wiege gelegt bekommen“

Wolfgang Michel ist seit 15 Jahren Vorsitzender, wie er erzählt. Natürlich wurde er gewählt, doch den Verein habe er von seinem Onkel „in die Wiege gelegt bekommen“. Sein Onkel war vor ihm 25 Jahre Vorsitzender. Schon damals habe Michel die verschiedenen Schnittarten gelernt und beigebracht bekommen. Vom Pflanzenschnitt, der direkt nach dem Einpflanzen eines neuen Baumes erfolgt, bis hin zum Erhaltungsschnitt, der der langfristigen Sicherung der Lebenskraft des Baumes diene.

„Es gibt viele Schnittarten. Beim Erziehungsschnitt geht es zum Beispiel um die Ausbildung stabiler Kronen und darum, Triebe so zu leiten, dass ein gesundes Wachstum gefördert wird“, erklärt Michel. Die ersten Jahre seien dabei entscheidend. „Die Leitäste müssen ordentlich wachsen, damit die spätere Krone genügend Luft bekommt.“ Das Wissen werde im Verein an die neuen, jüngeren Mitglieder vermittelt. Seit knapp drei Jahren sei das Interesse bei den Jüngeren gestiegen. Der Verein hat neue Mitglieder bekommen. Und obwohl sich der 69 Jahre alte Michel Gedanken macht, wer künftig auf ihn als Vorsitzenden folgt, sieht er den Obst- und Gartenbauverein gut aufgestellt: „Ich bin guter Dinge. Wir sind alle sehr wissbegierig und engagiert.“

Wissen auf Ausflügen gesammelt

Über die vergangenen Jahre hat der Verein stets versucht, Ausflüge zu planen und sich gemeinsam neues Wissen anzueignen. Wolfgang Michel nennt beispielhaft den Ausflug nach Trier. Dort habe er damals im Außendienst gearbeitet und sei so auf die Idee gekommen, mit den Mitgliedern einen Rundgang durch die Stadt zu machen. Aber auch der Ausflug zum Geysir in Neuwied oder an die Mosel haben Michel und die Vereinsmitglieder begeistert.

Sie seien gerne dort, wo sie Neues entdecken können und wo es etwas zu lernen gibt, was den Obst- und Gartenbau betrifft. „Und wo wir das Gelernte in unserem Verein anwenden können“, sagt Michel. Ausflüge seien trotzdem etwas rarer geworden und wenn, würde man sich mittlerweile eher spontan dazu entscheiden, da die Fahrtkosten extrem gestiegen seien. Statt eines Ausflugs gibt es in diesem Jahr auf der Streuobstwiese ein großes Fest: „Das ist bereits in der Vorbereitung.“

Mehr zum Thema
x