Kreis Kusel Nur ein Pünktchen fehlt zum Titel

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Lauterecken. Vor guter Kulisse kämpfte auf der Anlage des Reitervereins Veldenz Lauterecken (RVV) ein knappes Dutzend Fahrsportler um die Landesmeisterschaft der Zweispänner. Die Starter der Gastgeber holten Silber und Bronze. Gewonnen hat ihr Verein trotzdem. Die Teilnehmer waren voll des Lobs für die Anlage und die Organisation.

Am Samstag eine Dressurprüfung der Klasse M, mit einhändig gefahrenen Volten und Zirkeln, sauberen Übergängen und deutlichen Unterschieden in den geforderten Tempi. Am Sonntagvormittag in der Frühe raus ins Gelände, 4,2 Kilometer Aufwärmstrecke mit der leichten Geländekutsche mit einer Richtgeschwindigkeit von 13 Stundenkilometern und dann noch einmal vier Kilometer auf eine schwere Berg- und Talstrecke mit fünf kniffligen Hindernissen. Nach der tierärztlichen Kontrolle wieder die große Kutsche anspannen, erneut auf den Sandplatz und Hindernisfahren durch 18 verteufelt eng gebaute Tore aus kleinen Hütchen, die bei der winzigsten Berührung drei Fehlerpunkte einbringen: Die Ponys haben zwar geringfügig leichtere Aufgaben, doch wer Landesmeister bei den Zweispännern werden will, muss in der Pferde- wie in der Ponyklasse an den Leinen zwei Tage lang Höchstleistung bringen und auch Glück haben. Das war Heinrich Vollmer am Ende nicht mehr hold. Dem Wormser, der in Lauterecken seine ersten Fahrkurse absolvierte und seither dem RVV treugeblieben ist, fehlte in der Dreierwertung am Ende nur ein Punkt zum Meistertitel in der Ponyklasse. Als Führender mit über fünf Punkten Vorsprung war der Routinier nach Dressur und Geländeprüfung mit den Reitponys Daylights Charm und Sam ins abschließende Hindernisfahren gegangen. Zwei Fehler dort waren aber einer zu viel. „Schade“, kommentierte Vollmer, ließ gleich drauf ein dickes Lob für seine Pferdchen folgen, die erst eine Saison als Zweiergespann vorm Wagen gehen. Nach nicht ganz optimalem Zeitmanagement im Gelände und drei Fehlern im Hindernisfahren von Lokalmatador Heiko Assmann war die Entscheidung bei den Großpferden nicht ganz so eng. Am Ende ergänzte Rang vier in der kombinierten Wertung aus Dressur, Gelände und Hindernisfahren und Bronze in der Meisterschaft die lange Erfolgsliste des Reipoltskircheners. Der direkt vor Assmann platzierte Alexander Panther wurde als Saarländer nicht für den Landesmeistertitel gewertet. Neben den Meisterschaftsprüfungen liefen auch Einspänner-Prüfungen der Klasse M sowie Wettbewerbe der Klasse A. In der Einer-Anspannung holte Jugendfahrer Jan Schäfer in der Klasse M zwei dritte Plätze sowie einen Sieg und zwei Platzierungen in der mit über 20 Startern besetzten leichteren Klasse A. Komplettiert wurde das schöne Ergebnis der RVV-Fahrer durch Miriam Aßmann, Hermann Hülsken sowie Jürgen und Sandra Schneider, die ebenfalls zu Sieg und Platzierungen in Einzelprüfungen fuhren. 3000 Euro aufwärts legen die Fahrer für eine Kutsche hin, der Aufwand für Training und Transport ist enorm. Das hat Folgen für den Sport: „Wir bewerben uns jede Saison um die Austragung einer Meisterschaft“, sagte der RVV-Vorsitzende und Turnierleiter Andre Setz. „Das tun wir, weil wir uns als Verein dem Fahrsport verschrieben haben. Aber auch, weil man heute hochwertige Turniere anbieten muss. Ohne Meisterschaft sind die Startfelder so klein, dass sich ein Turnier nicht rechnet.“ Die Vorbereitungen für das Turnier liefen über sechs Wochen. Am Wochenende waren die Strecken- und Parcoursverantwortlichen, die Helfer auf der Meldestelle, rund ums Fahrerlager und in der Turnierklause fast pausenlos im Einsatz; zwei, drei Tage wird sich die Aufräumarbeit hinziehen. „Das Turnier bedeutet Stress, aber es hilft, den Pferdesport und das Pferd als Kulturgut in den Köpfen der Menschen in Erinnerung zu halten und so die Akzeptanz der Pferdeleute im Alltag zu erhöhen“, sagt Setz. „Das Interesse ist auf jeden Fall da. Die Kulisse wird jedes Jahr größer.“ Auch die Fahrer goutierten die Mühe des Vereins. Der Platz sei prima, die Geländestrecke schwer, aber fair, hieß es unisono. Gut kam auch an, dass der RVV allen Fahrern, die in einer kombinierten Prüfung starten und daher in ihren Wohnwagen im Fahrerlager übernachten müssen, ein Abendessen spendierte.

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