Kreis Kusel
Nils rät: Frühjahrscheck am Fahrrad machen
Da die Räder über Winter in der Garage zugestaubt sind, müssen sie erst einmal geputzt werden. Dabei entdeckt meine Schwester Nessy an ihren Rad einen Platten, Bruder Nals ist gewachsen und an meinem Rad quietscht und knarzt irgendwas. Da Papa zwei linke Hände hat, haben wir bei Bärbel Kessinger, der Inhaberin von „Der Radgeber“ in Lauterecken, nachgefragt, was für den „Frühjahrscheck“ des Rades notwendig ist.
Schon nach dem Putzen (Achtung das Putzwasser nicht einfach wegkippen, sondern in die Toilette, um die Umwelt zu schützen!) kann man sich das Rad genauer anschauen. Sieht alles gut aus, muss man trotzdem mal genauer hinschauen, alles ein wenig bewegen und dabei auch auf Geräusche achten. Quietscht etwas, kann ein Tropfen Öl schon Abhilfe schaffen.
Der Reifen von Nessy muss aufgepumpt werden, aber auch bei den anderen ist es wichtig, den Reifendruck zu kontrollieren. Denn aselbst ohne Loch können die Reifen über den Winter Luft verloren haben. Wie stark man ihn aufpumpen darf, steht auf dem Reifen, also bekommt das sogar Papa hin.
Das Pumpen ist schon ganz schön anstrengend, denn beim Fahrrad benutzt man besser die Handpumpe. Sobald der Reifen aufgepumpt ist, sieht man auch, ob er Risse hat. „Passt der Fingernagel rein, muss man ihn austauschen“, weiß Kessinger. Damit man auf allen Untergründen genug Haftung hat, muss der Reifen noch ein Profil haben. Das ist ganz ähnlich wie beim Auto, erklärt die Fachfrau.
Wichtig: Kette, Bremse und Licht
Ganz wichtig ist die Bremse. Wer da unsicher ist, sollte lieber einmal zu viel als zu wenig beim Fachmann vorbeischauen. Ähnlich wichtig ist, dass der Lenker fest ist, denn ist der locker, wird die Radtour schnell gefährlich. Auch an den Pedalen kann man mal rütteln, ob sie noch fest sind. Die kann sogar Papa notfalls mit einem Schraubenzieher wieder festdrehen und gleich mal gucken, ob auch sonst alle Schrauben festsitzen.
Bei meinem kleinen Bruder Nals muss das Rad auf seine neue Größe eingestellt werden. Weil der noch etwas unsicher beim Radfahren ist, schlägt Kessinger vor, den Sattel so tief zu befestigen , dass die Fußspitzen den Boden berühren können. Der Abstand zwischen Lenker und Sattel sollte so eingestellt werden, dass man bequem aufrecht sitzen kann.
Zu beachten ist auch, ob die Kette richtig gespannt ist oder Rost angesetzt hat. Meine Kette ist vom Stehen rostig geworden und knarzt ganz schön. Mit einem alten Lappen und Kettenreiniger vorsichtig abgerieben (Achtung! Die Finger sollten nicht in die Kette kommen, denn das zwickt ganz gewaltig!) und mit etwas Kettenöl aus dem Radladen läuft sie wieder wie geschmiert.
Damit das Rad straßentauglich ist, muss man einen Lichtcheck machen. Zum Glück hatte Mama Naglinde aufgepasst, denn Papa hat nur die Vorderlichter kontrolliert, dabei war ausgerechnet an seinem Rad das Rücklicht defekt. Ist das ebenfalls sicher, kann es losgehen und darf auch mal länger dauern, weil man in der Dämmerung mit dem Licht noch sicher zu Hause ankommt.
Dann kann man sich aufs Rad schwingen. Falls sich irgendwas seltsam anfühlt, könnte es sein, dass die Felge eine sogenannte „Acht“ hat, also verbogen ist und daher etwas eiert, dann empfiehlt es sich beim Profi vorbeizuschauen. Denn das sogenannte Zentrieren, damit das Rad wieder richtig rund läuft, ist sehr schwierig.
Ganz schön viel, was man checken muss, aber spätestens wenn man den Helm aufsetzt, kräftig in die Pedale tritt, sich den Fahrwind um die Nase wehen lässt und weiß, dass das Rad sicher ist, hat sich der Aufwand gelohnt.
