Kreis Kusel Neugierde geweckt

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Die Galerie im Grünen im Areal um die Wasserburg in Reipoltskirchen verändert gerade wieder ihr Gesicht. Die Arbeiten zu den Landschaftsbildern der Kunst im Grünen – sie beschäftigt sich dieses Jahr mit dem Thema „Frieden“ – laufen auf Hochtouren. Seit Donnerstag stellen sich die teilnehmenden Künstler Helmut Schmid, Eva Steinmann, Michael Hamburger, Jürgen Kupfer, Carl Kenz und Frederik Sontag sowie Nicole Heidtke und Stefan Baumberger mit einer kleinen Auswahl ihrer Werke in der Malschule vor. Die Palette der noch viermal geöffneten Schau reicht von Holzarbeiten über fröhliche Aquarelle bis zu nicht grafischen Tuschearbeiten.

Abwechslungsreich, charmant, humorvoll und nachdenklich: Die Werke, die die Teilnehmer des Landschaftskunstprojekts „Kunst im Grünen“ zur „Vorvernissage“ am Donnerstagabend in der Malschule schickten, machen neugierig auf die Ideen, die sie für die sommerliche Gestaltung des Wiesentals entlang der Burg entwickelt haben. Manches ist schon augenfällig, denn die Arbeiten liegen laut Diethelm Rünger sehr gut im Zeitplan. Rünger ist der „Vater“ des seit 2008 stattfindenden Kreativprojekts auf der grünen Wiese, und für die maßstabsgerechte und perspektivisch richtige Umsetzung der Bilder im unebenen Gelände zuständig. Die Finanzierung übernimmt der Landkreis, weitere Aufgaben der Organisation und künstlerischen Betreuung Walter Graser. Schon deutlich sichtbar am Hang der Grünen Galerie ist eine riesige Friedenstaube. Entworfen hat sie Eva Steinmann aus Cronenberg, eine begeisterte Aquarellmalerin. Einige ihrer Arbeiten zeigt sie auch in der seit Donnerstag laufenden Ausstellung in der Burg: ein rotes Haus, die Impression eines Sonntags am Meer, einen Charakterkopf. Steinmann bringt einen Hauch von Leichtigkeit in die Schau – und vermittelt mit ihren Bildern zwischen einer Serie deutsch-französischer (Politiker-)Paare in Acryl, mit denen der Baumholderer Helmut Schmid der Bedeutung der friedensstiftenden Elyseeverträge gedenkt, und einer Reihe von geradezu hypnotisierenden Polygon-Grafiken von Michael Hamburger aus Kusel. Die ältesten dieser rein ästhetisch angelegten Quadratarbeiten stammen als reine Handarbeit aus den 70er Jahren, die jüngeren sind mithilfe des PCs entstanden. Die Kernanliegen beider Künstler werden sich ab Ende Mai auch in der Landschaft wiederfinden: Schmid setzt eine Kette von Menschen, die sich die Hände reichen, in die Wiese, Hamburger eine mathematisch-geometrisch angelegte Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Ganz anders die Kunst von Carl Kenz (Kaiserslautern) und Frederic Sontag (München): Inspiriert von Graffiti und Animation sorgen ihre bunten Comicanleihen, Mischtechniken und Skulpturen für humorvolle Höhepunkte der kleinen Schau. Wegen der Vorbereitungen einer größeren Ausstellung in der Lauterer Pfalzgalerie waren beide am Donnerstag nicht vor Ort. Die Kunstinteressierten in Reipoltskirchen können die beiden Sprayer aber bei der Eröffnung der Kunst im Grünen im Mai hautnah erleben. Dann sprühen sie live ein 15 Quadratmeter großes Bild. Noch nicht angereist waren auch Nicole Heidtke und Stefan Baumberger. Das Künstlerpaar mit Wurzeln in Niederkirchen lebt in Schottland. Die Arbeiten beschäftigen sich hauptsächlich mit Naturphänomenen, Umweltthemen und Landschaft. In der Ausstellung deutlich wird dieser Ansatz in einer Fotodokumentation des in Schottland installierten Projekts „Schwebender Steinkreis“, das die zunehmende Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll thematisiert. Den ruhigen Pol in die Vielfalt der inhaltlichen, stilistischen und handwerklichen Herangehensweisen setzen mitten im Raum Jürgen Kupfers Holzskulpturen. „Lichtertanz“, „Baumkrone“, „Octopus“: Der in Niederkirchen ansässige gebürtige Wolfsteiner formt Dekoratives und Nützliches, Wuchtiges und Riesiges aus den Formen, die die Natur im Wuchs von Wurzeln, Stämmen und Ästen vorgibt, teils in Verbindung mit Metall. In Reipoltskirchen zeigt Kupfer Skulpturen aus Holunder, Kirsche und Zwetschge.

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