Kreis Kusel
Nach Bus-Chaos zu Schuljahresbeginn: Was sich künftig ändern soll
Über welche Probleme hatten Eltern sich beschwert?
Mehrere Eltern hatten sich an die RHEINPFALZ gewandt und darüber berichtet, dass es seit Beginn des neuen Schuljahres 2025/26 massive Probleme bei der Schülerbeförderung gebe: Busse kämen nicht rechtzeitig an, seien überfüllt oder hielten teilweise nicht mehr an den Haltestellen, da im Fahrzeug schlicht kein Platz mehr sei. Auch schildert ein Vater, dass einzelne Fahrer offenbar ortsunkundig seien – mehrfach wären diese falsch abgebogen.
Wer ist für die Schülerbeförderung im Kreis Kusel verantwortlich?
Zuständig ist die Kreisverwaltung, die mit der Abteilung Schulen, Sport und ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) mit mehreren Partnern den Schülertransport im Kreis koordiniert. Konkret verantwortlich für die Schülerbeförderung ist DB Regio Bus Mitte – eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die im Kreis die Buslinien im öffentlichen Regionalbusverkehr betreibt. Für die Auftragsvergabe ist laut Kreisverwaltung der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) zuständig.
Wie bewerten Kreisverwaltung und ihre ÖPNV-Partner die Lage?
Bereits in der Woche nach Ende der Sommerferien erreichte eine Rundmail der Kreisverwaltung Schulen und Eltern, in der von einer „nicht tragbaren“ Bussituation die Rede ist. Vor allem im Süden des Kreises hätten viele Eltern über Probleme berichtet, sagt Manuela Weber, beim Kreis zuständig für den ÖPNV: „Am Montag war es zunächst still. Erst ab Mittag gingen langsam die ersten Beschwerden ein – und spätestens ab Dienstag stand das Telefon nicht mehr still.“ Auch aus Sicht von DB Regio Bus Mitte sei die Situation nicht zufriedenstellend, sagt Nicole Blume, Niederlassungsleiterin der DB-Tochter und entschuldigt sich bei allen betroffenen Schulen, Eltern und Kindern.
Worauf werden die Probleme zurückgeführt?
Blume verweist auf die „enge Personaldecke“ bei den Busfahrern im Kreis. „Wir hatten zum Schuljahresbeginn leider mehrere Abgänge zu verzeichnen und mussten diese erst mit Mitarbeitern von Subunternehmen oder Kollegen aus anderen Teilen der Niederlassung kompensieren“, sagt sie. Nicht alle davon seien bereits davor im Kreisgebiet als Fahrer unterwegs gewesen.
Ab September habe man zwar wieder mehr Fahrer einstellen können, sodass derzeit 83 von 90 Busfahrer-Stellen besetzt seien. Bis diese aber vollständig einsatzfähig sind, dauere es wegen der Einarbeitungszeit rund drei bis vier Wochen. 90 Stellen bedeute dabei nicht, dass 90 Busfahrer permanent im Einsatz sind – vielmehr gehe es um einen Puffer, falls zum Beispiel ein Fahrer wegen Krankheit ausfällt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Anfang Oktober ausreichend Personal haben, um dann dauerhaft durchzuatmen“, so Blume.
Was ist mit den überfüllten Bussen – gibt es ein Recht auf einen Sitzplatz in Schulbussen?
„Dem ist nicht so“, antwortet Weber und erklärt, dass mit jedem neuen Schuljahr und damit auch veränderten Schülerströmen immer geprüft werde, ob bei der Schülerbeförderung möglicherweise nachjustiert werden muss. Nachdem viele Eltern sich beschwert hätten, habe sie mehrere Linien vor Ort geprüft – unter anderem zur Grundschule Ulmet – und festgestellt, dass tatsächlich mehrere freie Sitzplätze noch vorhanden waren. Wichtig sei es deshalb, dass auch die Kinder sich entsprechend verhalten, damit möglichst wenige stehen müssen.
Welche Konsequenzen wollen die Verantwortlichen aus den Vorfällen ziehen?
Laut Blume sollen die Busfahrer im Kreis in Dienstplangruppen eingeteilt werden. Sprich: 90 Busfahrer sollen nicht quer im gesamten Kreisgebiet eingesetzt werden, sondern gezielt auf bestimmten Linien fahren. So soll eine bessere Routine entstehen. Auch gehe es darum, dass die Busfahrer für die Schulkinder stärker als Bezugspersonen wahrgenommen werden. „Auch an ihnen geht es nicht spurlos vorbei, dass es seit Schuljahresbeginn Probleme gegeben hat“, sagt die Niederlassungsleiterin.
An wen können sich Eltern und Schüler bei Problemen mit der Schülerbeförderung wenden?
Um die Situation im Auge behalten zu können, bittet Manuela Weber Eltern und Schüler darum, weiterhin das Beschwerde-Portal des VRN auf https://www.vrn.de/service/kontakt/beschwerde zu nutzen. „Es ist wichtig, damit wir das Ausmaß der Probleme erkennen können, weil wir vor Ort nicht die personellen Ressourcen für ein Qualitätsmanagement haben“, so Weber. Auch könnten die Beschwerden zu Konsequenzen führen – wie beispielsweise Strafzahlungen.