Glan-Münchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Automatensprengung: Volksbank baut bis Weihnachten ihren Hauptsitz um

Wie eine Bank sieht das nicht aus. Bis spätestens Weihnachten sollen die Arbeiten im Volksbank-Stammsitz Glan-Münchweiler abgesc
Wie eine Bank sieht das nicht aus. Bis spätestens Weihnachten sollen die Arbeiten im Volksbank-Stammsitz Glan-Münchweiler abgeschlossen sein.

Im Juli haben Unbekannte einen Geldautomaten der Volksbank Glan-Münchweiler gesprengt. Statt die Schäden der Detonation zu beheben, baut die Bank ihren Hauptsitz um – und nimmt viel Geld in die Hand, um Kriminelle abzuschrecken.

Die Erinnerungen an jene Nacht vom 3. auf 4. Juli sind bei Christian Dietrich noch immer präsent. Gegen 3.20 Uhr sei er aus dem Schlaf gerissen worden. Der Anrufer habe ihn darüber informiert, dass in der Volksbank Glan-Münchweiler ein Geldautomat gesprengt worden sei. „Als ich kurz darauf dort ankam, war es im ersten Moment irgendwie düster und surreal. Das Gebäude war gesperrt, ich durfte nicht rein. Überall waren Polizei und Feuerwehr“, erinnert sich das Vorstandsmitglied.

Einige Stunden später sei er dann wieder in der Realität angekommen, just in dem Moment, als er das Gebäude habe erstmals betreten dürfen. „Das war ein richtiger Schlag“, sagt Dietrich, der den Schaden – die Beute aus dem Automaten sowie den Schaden am Gebäude – im sechsstelligen Bereich verortet. „Das ist aber nicht ausschlaggebend: Geld und Gebäude sind versichert. Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, ergänzt er mit Blick auf die Wucht der Detonation.

Täter auf der Flucht

Die Polizei hält sich mit Angaben zum Tatablauf und Fluchtauto aus ermittlungstaktischen Gründen zurück. Verdächtige, teilte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz, auf Anfrage der RHEINPFALZ mit, haben die Ermittler knapp drei Monate nach der Tat noch nicht ausgemacht. Die Täter sind weiter auf der Flucht.

Eine Plastikplane trennt derzeit die Baustelle von den Beraterzimmern. Ganz hinten befindet sich der SB-Bereich.
Eine Plastikplane trennt derzeit die Baustelle von den Beraterzimmern. Ganz hinten befindet sich der SB-Bereich.

Ungeachtet der Ermittlungen kehrten Dietrich und seine Kollegen relativ schnell zum Alltag zurück. Am Tag nach der Tat blieb der Hauptsitz geschlossen, ein Teil der 70 Mitarbeiter arbeitete im Homeoffice, half beim Aufräumen. Schon damals betonte Dietrich, er gehe davon aus, dass der Hauptsitz der Bank saniert werden müsse. Nun geht das Geldinstitut sogar weiter und baut das Gebäude um – „das hätte ohnehin in vier bis fünf Jahren angestanden. So haben wir, salopp gesagt, nur einmal Dreck im Haus“, schildert Dietrich.

Bis Weihnachten fertig

Mitte September startete der erste Bauabschnitt. Dass es so schnell ging, liegt vorrangig daran, dass das Generalunternehmen – dieses koordiniere die Arbeiten, die von Firmen in der Region ausgeführt werden – jetzt noch „ein freies Zeitfenster hatte“, erläutert das Vorstandsmitglied.

Vorstandsmitglied Christian Dietrich zeigt, wie der Kundenbereich der Hauptstelle nach dem Umbau aussehen soll.
Vorstandsmitglied Christian Dietrich zeigt, wie der Kundenbereich der Hauptstelle nach dem Umbau aussehen soll.

Kunden der Bank können derzeit nur den Eingang in der Bahnhofstraße nutzen, der Zugang zur Bank von der Homburger Straße aus ist aktuell geschlossen. Wer das Gebäude betritt, befindet sich im Selbstbedienungsbereich mit Geldautomaten und Kontoauszugdrucker. An den Selbstbedienungsbereich schließt sich ein schmaler Gang an, an dem sich die Information und mehrere Beraterzimmer befinden. Schmal deshalb, weil auf der rechten Seite eine dicke Plastikplane hängt, hinter der sich die Baustelle befindet. Hinter der Plane erinnert nichts mehr an eine Bank. Der Bodenbelag fehlt, Kabel hängen von der geöffneten Decke herab, an Profilen sind Rigipsplatten befestigt, es riecht nach Staub und in einigen Ecken stehen leere Getränkeflaschen und Werkzeuge herum. „Wir liegen im Zeitplan und wollen mit dem Umbau bis spätestens Weihnachten fertig sein“, sagt Dietrich.

Automaten aufrüsten

Dann können Kunden wieder beide Eingänge nutzen, um in den Selbstbedienungsbereich (SB-Bereich) zu gelangen. „Es wird genauso viele Automaten geben wie zuvor auch. Bei einer stetig steigenden Kundenzahl können und wollen wir dieses Angebot nicht reduzieren“, sagt Dietrich. An den SB-Bereich schließt sich in der Mitte des knapp 370 Quadratmeter großen Kundenareals der Empfang, ein Beraterraum und eine kleine Kaffeebar als Wartezone an. Darum sind weitere neun Beraterzimmer angeordnet.

Die Automaten, betont das Vorstandsmitglied, werden nach dem Vorfall im Juli auf den neuesten Stand der Technik aufgerüstet. „Das gilt für die 14 Automaten in all unseren Filialen.“ Die Volksbank unterhält neben dem Hauptsitz in Glan-Münchweiler weitere Filialen in Altenglan, Herschweiler-Pettersheim, Nanzdietschweiler, Schönenberg-Kübelberg, Niedermohr, Ramstein-Miesenbach, Steinwenden und Landstuhl. Nach Gesprächen mit der Polizei und auch der Versicherung werden zudem weitere Präventionsmaßnahmen ergriffen, ergänzt Dietrich ohne ins Detail zu gehen. Nur so viel: „Wir machen, was wir tun können, um unsere Mitarbeiter zu schützen und um nicht mehr in eine solche Situation zu kommen.“ Das kostet natürlich Geld. Für den Umbau der Filiale und die technische Aufrüstung nimmt die Volksbank Glan-Münchweiler einen hohen sechsstelligen Betrag in die Hand.

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