Konken RHEINPFALZ Plus Artikel Musikverein Konken: Über langjährige Mitglieder, Spaß am Musizieren und den Beginn einer Liebe

Lernten sich im Musikverein kennen und lieben: Anette und Peter Schmidt.
Lernten sich im Musikverein kennen und lieben: Anette und Peter Schmidt.

Wenn der Musikverein Konken am Samstag, 21. Januar, in der Festhalle aufspielt, gibt es neben dem Spaß an der Musik noch einen weiteren Programmpunkt: Ehrungen. Einige Musiker hält es schon fast 60 Jahre im Verein – und für einige begann darin sogar der gemeinsame Lebensweg.

Anette und Peter Schmidt aus Herschweiler-Pettersheim sind begeisterte Blasmusiker. Und zusammen machen sie fast die 100 voll – die Jahre als Mitglieder im Musikverein Konken. Die Grundlagen für ihr Hobby wurden für Anette Schmidt aus Kusel schon in der Grundschule gelegt: mit der Blockflöte. „Damals hat der Lehrer meine Eltern auf eine musikalische Förderung angesprochen“, erzählt die 64-Jährige. Fortan war sie Schülerin an der Musikschule in Kusel und spielte dort auch im Blockflötenensemble mit. „Damals habe ich das erste Mal eine Querflöte gehört“, berichtet Schmidt, die sich gleich in das Instrument verliebt hat.

An der Musikschule lernte sie auch Christiane Meininger kennen, heute eine gefragte Musikerin und Tochter des damaligen Dirigenten im Konkener Musikverein, Heinrich Meininger. „Wir haben 1974 zusammen im Musikverein Konken angefangen“, schildert Schmidt. Dirigent Meininger habe die jungen Leute zum Teil nach der Probe nach Hause gefahren. Und so kam es, dass die junge Flötistin aus Kusel sich nicht nur in die Querflöte verliebte.

Erstmals im Auto gesehen

„Im Auto saß damals auch immer der Peter“, verrät Anette Schmidt, damals 16 Jahre alt. Bis es richtig gefunkt hat, habe es zwar etwas gedauert. 1978 allerdings läuteten die Hochzeitsglocken für die Flötistin und den Trompeter, der auch Flügelhorn spielt. Peter Schmidt wird jetzt für 50 Jahre im Verein geehrt. Seine Schreinerei hat die Pforten geschlossen, allerdings ist er noch als Bestatter tätig. Seine Frau arbeitet als Physiotherapeutin. Ihre Flöte hat sie immer griffbereit. Zwar habe sie während der fast 50 Jahre auch mal kurz pausiert. „Aber das Spielen macht mir großen Spaß.“ Besonders freut sie sich auf anspruchsvolle Stücke wie Musicals und Filmmusiken, die auch beim Neujahrskonzert aufgeführt werden.

Mit dem goldenen Ehrenzeichen des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz wird Hans-Dieter Daub geehrt. Der 70-Jährige macht seit sechs Jahrzehnten Musik, in den Verein kam er vor rund 58 Jahren. „Ich wollte als Kind Musik lernen“, erzählt der Konkener. Verwandte hätten ihm dann eine Klarinette geschenkt. Den Unterricht erhielt er bei einem Lehrer im Dorf, der ihn auch in den Verein führte.

„Junge Leute wurden von Anfang an gut integriert“, erinnert sich Daub. Probleme mit Nachwuchs gebe es nicht. „Wir haben sogar in der Corona-Zeit noch Spieler hinzu gewinnen können, wo andere Vereine aufhören mussten“, schildert er. Das Spielen bereite ihm weiterhin viel Freude, und nach Beendigung seiner Tätigkeit bei der Sparkasse in Kusel habe er auch mehr Zeit dafür. 24 Jahre lang war Daub Erster Vorsitzender des Musikvereins, auch jetzt ist er im Vorstandsteam noch aktiv. Besonders schätzt er die Gemeinschaft der Musikanten. Unter anderem erinnert er sich an Reisen zu Festivals nach Österreich oder Ausflüge mit dem Verein nach Prag, Paris und in Kusels Partnerstadt Toucy.

„Eine lustige Truppe“

Seit rund drei Jahren ist Diana Heß aus Bledesbach im Musikverein. „Ich kam kurz vor Corona zu den Westricher Musikanten“, erzählt die 41-Jährige. Die Klarinettistin wird jetzt mit dem bronzenen Ehrenzeichen des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Klarinette habe sie schon als Kind gelernt und im früheren Heimatort in Otterbach auch im Verein gespielt, erzählt Heß. Durch Heirat und Kinder entwickelten sich dann aber andere Interessen. „Musik hat mir aber immer Spaß gemacht. Vor allem bei der Kuseler Messe, da geht mir das Herz auf“, schildert Heß, die die klassische Blasmusik und „Messezeltmusik“ besonders schätzt. Dass sie wieder anfangen will, regelmäßig zu spielen, sei klar gewesen, allerdings habe es schon Überwindung gebraucht, verrät sie. Nach einer anstrengenden Berufswoche als Erzieherin freitagabends zur Probe zu gehen, stelle sich inzwischen jedoch als „guter Start ins Wochenende“ dar. „Wir sind eine lustige Truppe, können aber auch ganz ernsthaft spielen, so dass man mitunter auch ins Schwitzen kommt“, berichtet Heß.

Über den Verein hat auch eine Flötistin aus dem Saarland in Konken ihre Liebe gefunden, erzählt Anette Schmidt. Sie habe im Ort eine Familie gegründet. Außerdem gibt es noch eine musizierende Familie im Verein: Petra und Michael Jung aus Eschenau mit ihrem Sohn Nicklas. Zeitweise sei auch noch ein weiterer Sohn dabei.

Schätzt die Gemeinschaft der Musikanten in Konken: Hans-Dieter Daub.
Schätzt die Gemeinschaft der Musikanten in Konken: Hans-Dieter Daub.
Wird mit dem bronzenen Ehrenzeichen des Landesmusikverbandes ausgezeichnet: Diana Heß.
Wird mit dem bronzenen Ehrenzeichen des Landesmusikverbandes ausgezeichnet: Diana Heß.
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